Wunschkennzeichen: lukrativer Handel mit begehrten Nummernschildern - legal oder illegal?

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Für viele Autobesitzer gehört ein besonderes Nummernschild zu ihrem Fahrzeug, wie Salz in die Suppe. In Deutschland ist das ein erschwingliches Vergnügen. Zumindest in der Theorie, denn immer öfter versuchen gewerbliche oder private Anbieter ein Geschäft aus besonders interessanten Kombinationen zu machen


In manchen Ländern werden besonders kurze oder prägnante Nummernschilder von den zuständigen Behörden meistbietend versteigert. Das war jüngst in der Schweiz der Fall, wo mit 160.100 Franken ein neuer Höchstbetrag für ein einzelnes Wunschkennzeichen erzielt wurde. In anderen Ländern wurden sogar schon sieben- oder achtstellige Beträge gezahlt, der Rekord liegt aktuell bei umgerechnet 12,4 Millionen Euro. In Deutschland geht es um einiges preiswerter zu, hier werden für das Wunschnummernschild gerade einmal 12,80 Euro fällig (2,60 Euro für die Reservierung, 10,20 Euro für die Erteilung).

In der Praxis sieht das aber teilweise anders aus, denn Geschäftemacher durchforsten mittlerweile die Reservierungsseiten der zuständigen Straßenverkehrsämter und sichern sich besonders begehrte Kombinationen, um diese auf einschlägigen Portalen - auf deren Nennung wir bewusst verzichten, um dieses Geschäftsmodell nicht zu fördern - gewinnbringend anzubieten. Im Fokus stehen dabei besonders kurze Kennzeichen, bei denen nur ein Buchstabe und eine Ziffer verwendet werden. Auch sehr einprägsame Zusammensetzungen sind natürlich gefragt, etwa ein doppeltes O bei den Buchstaben, die mit einer 7 bei den Zahlen kombiniert werden. Ein weiterer Schwerpunkt sind Kombinationen, die zum Beispiel ganze Wörter ergeben (BI-ER, S-EX, EN-TE usw.), oder aber dem bevorzugten Sportverein huldigen (K-FC, H-SV usw.). Für einzelne Kennzeichen werden dabei bis zu 500 Euro oder mehr verlangt. Das geht sogar bei angemeldeten Fahrzeugen, indem das registrierte Kennzeichen abgemeldet und die Nummer an einen neuen Halter verkauft wird.

Für die Anbieter ist das ein Geschäft ohne Risiko, denn für die eigentliche Reservierung und die Erteilung der dazugehörigen PIN muss nichts bezahlt werden. Die Gebühren werden erst bei der tatsächlichen Anmeldung erhoben, und dann vom Fahrzeughalter übernommen. Dementsprechend viele Wunschkennzeichen werden dann auch ohne konkrete Notwendigkeit einer Anmeldung gesichert, wie Heinz-Dieter Schnieders als Vize-Chef der Zulassungsstelle Köln der Lokalzeitung Express mitgeteilt hat: "Und da gibt es Menschen, die reservieren Kennzeichen mit bestimmten Buchstaben- und Zahlenkombinationen in großem Stil, manche hundert und mehr".

Und das ist sogar völlig legal und wird von den Behörden auch nicht kontrolliert oder gar unterbunden, wie Schnieders weiter ausführt: "Wir können das nicht verhindern. Es ist nicht verboten – und der Stadt entsteht dadurch ja auch kein Schaden – denn die Leute, die mit dem Code zu uns kommen, zahlen ja trotzdem die insgesamt 12,80 Euro fürs Kennzeichen. Und würden wir das alles überprüfen wollen, wäre der Personalaufwand natürlich viel zu hoch". Für die Kfz-Besitzer auf der Suche nach einem besonders schönen Kennzeichen ist das aber ganz sicher kein Trost, denn die begehrtesten Kombinationen sind nicht mehr mit Glück und dem passenden Timing, sondern nur gegen einen hohen Preis zu bekommen - und das ist ganz sicher nicht im Sinne des Erfinders.

Meinung des Autors: Wunschkennzeichen gibt es in Deutschland für kleines Geld, was Geschäftemacher auf den Plan ruft, die ohne Risiko kräftig abkassieren. Bei der Einführung war das eigentlich anders gedacht, doch offenbar sehen die Behörden keinen Handlungsdruck und /oder -spielraum. Würdet ihr für eine bestimmte Kombination mehr als die offiziellen 12,80 Euro zahlen?
 
Goldbuster

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Also ich würde es schon machen, wenn es sich im Rahmen hält. Allerdings würde ich jetzt keine 50 Euro für mein Glückskennzeichen zahlen...
 
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