Welche Assistenzsysteme nachrüsten: nachträglicher Einbau von Parkpilot und Co.

Diskutiere Welche Assistenzsysteme nachrüsten: nachträglicher Einbau von Parkpilot und Co. im Aktuelles Forum im Bereich AutoExtrem; Moderne PKW haben allerlei Assistenten an Bord, die die Fahrt komfortabler und sicherer machen sollen. Bei Besitzern älterer Autos weckt das...
G

geronimo

Threadstarter
Dabei seit
27.11.2012
Beiträge
2.261
Moderne PKW haben allerlei Assistenten an Bord, die die Fahrt komfortabler und sicherer machen sollen. Bei Besitzern älterer Autos weckt das mitunter Begehrlichkeiten, die von mehr oder weniger gut sortierten Fachhandel befriedigt werden sollen. Doch längst nicht jeder Einbau der als Zubehör erhältlichen Assistenten ist problemlos durchführbar. Und viele Systeme sind schlicht nutzlos


Nachfolgend ein Überblick der gängigsten Nachrüst-Lösungen und der Sinnhaftigkeit, diese auch einbauen und nutzen zu wollen.

  • Parksensoren: Die auch als Einparkhilfe bekannten Sensoren messen per Radar den Abstand zu Hindernissen und zeigen diese optisch und/oder akustisch an. Die Nachrüstung ist vergleichsweise einfach. Vor allem dann, wenn ein spezielles Set vom Fahrzeughersteller verwendet wird, das technisch und optisch an das jeweilige Fahrzeug angepasst ist. Nachrüst-Sätze aus dem Zubehörhandel können da zumeist nicht mithalten, weswegen diese nur sehr bedingt empfehlenswert sind. Doch egal, welche Lösung verwendet wird: der Einbau sollte nur von versierten Schraubern oder in der Fachwerkstatt vorgenommen werden, da zumindest teilweise ein Eingriff in die Bordelektronik notwendig ist.
  • Spiegelabsenkung: Sorgt dafür, dass der rechte Außenspiegel bei Einlegen des Rückwärtsgangs nach unten geklappt wird, um das rechte Hinterrad und die Bordsteinkante in den Blick zu bekommen. Hierfür gibt es spezielle Module, die oftmals als plug & play in wenigen Minuten und ohne große technische Vorkenntnisse eingebaut werden können.
  • Regensensor: Auch diese können vergleichsweise einfach nachgerüstet werden. Wichtigste Voraussetzung ist allerdings der Einbauort des Sensors, der im Wischfeld der Frontscheibe montiert werden muss. Auch hier ist ein Einbau in der Fachwerkstatt empfehlenswert.
  • Lichtsensor: Kann ähnlich leicht eingebaut werden wie der Regensensor. Oftmals werden beide Funktionen in einem Bauteil zusammengefasst, was die Montage der Grundeinheit natürlich erleichtert.
  • Spurhalteassistent: Ab Werk eingebaute Systeme nutzen nicht nur Daten von Kameras und sonstigen Sensoren, sondern werden auch mit Informationen aus dem Lenkwinkelsensor gefüttert. Trotzdem sind die Ergebnisse längst nicht immer überzeugend, vor allem in Baustellen und bei fehlenden Markierungen kann es zu Problemen kommen. Nachrüst-Lösungen sind deutlich einfacher aufgebaut, denn sie nutzen nur die Smartphone-Kamera. Dass ein solches System nur in engen Grenzen vernünftig arbeitet, versteht sich da von selbst. Zudem fehlt die spürbare Warnung über das Lenkrad oder einen Vibrationsalarm im Sitz. Dank Saugnapf-Halterung leicht zu montieren, doch zumeist rausgeworfenes Geld.
  • Abstandswarner: Auch hier vernetzen werksseitig eingebaute Systeme verschiedene Informationsquellen, um zuverlässig zu arbeiten. Nachrüst-Sätze begnügen sich aber oftmals nur mit einer Kamera, was dann natürlich auch entsprechend unzuverlässige Ergebnisse liefert. Zudem wird bei drohender Kollision nur eine Warnung ausgegeben, ein aktiver Bremseingriff ist nicht möglich. Ein solches System kann die Sicherheit in engen Grenzen erhöhen, doch die Nutzer sollten sich immer über die Unzulänglichkeiten im klaren sein.
  • Head-up-Display: Über einen Projektor werden Informationen ins Sichtfeld des Fahrers eingeblendet, die sich virtuell auf der Straße vor dem Fahrzeug befinden. Dazu zählen in der Regel Geschwindigkeit, Tempolimits und Hinweise des Navigationssystems, bei neueren und besseren Systemen können beispielsweise auch Telefonate angezeigt werden. Auch hier gibt es Nachrüst-Lösungen, die aber allesamt kaum überzeugen können. Das liegt alleine schon an dem mehr oder weniger großen Kasten mit der Projektionsoptik, der vor dem Fahrer auf dem Armaturenbretts untergebracht werden muss. Abstriche müssen aber auch bei der Anzeige und der Datenqualität gemacht werden, was dieses Zubehör in der Regel zu einer teuren, aber eher sinnlosen Lösung macht.
  • Musik und Navigation über Lautsprecher Moderne Smartphones können auch als Navigationssystem oder Musik-Player verwendet werden. Das klingt natürlich am besten, wenn es über die Fahrzeuglautsprecher ausgegeben wird. Hierfür gibt es spezielle Module, die zwischen Radio/Verstärker und Lautsprecher eingebaut werden, und die Signale entweder per Kabel oder drahtlos per Bluetooth empfangen. Der Einbau ist zumeist relativ einfach, sofern hinter Armaturenbrett genügend Platz zur Verfügung steht.

Fazit: Moderne Assistenzsysteme lassen sich nur in sehr engen Grenzen nachrüsten. Das angebotene Zubehör kann oftmals weder bei der Funktion noch beim Leistungsumfang mit den Originalen mithalten, ist oft aber relativ sinnlos und nur mit (viel) Aufwand einzubauen. In den meisten Fällen ist es daher sinnvoll, auf solche "Bastelarbeiten" von vornherein zu verzichten.

Meinung des Autors: Im Zubehör-Handel gibt es (fast) nichts, was es nicht gibt. Theoretisch ist es also möglich, aus einem uralten Auto ein mit modernen Assistenzsystemen gespicktes Fahrzeug zu machen. Soweit die Theorie, doch in der Praxis ist der Einbau oftmals kompliziert und der Nutzen arg beschränkt. Was würdet ihr nachrüsten?
 
Thema:

Welche Assistenzsysteme nachrüsten: nachträglicher Einbau von Parkpilot und Co.

Welche Assistenzsysteme nachrüsten: nachträglicher Einbau von Parkpilot und Co. - Ähnliche Themen

  • Assistenzsysteme machen das Autofahren sicherer

    Assistenzsysteme machen das Autofahren sicherer: ABS, ESP, AEB, ACC, LDW und wie sie nicht alle heißen. Auto-Assistenzsysteme machen das Autofahren nicht nur komfortabler, sondern erhöhen auch...
  • Autokauf: Funktion der Fahrer-Assistenzsysteme im Überblick

    Autokauf: Funktion der Fahrer-Assistenzsysteme im Überblick: Moderne Autos können mit unzähligen technische Helferlein ausgestattet werden, die das Vorankommen komfortabler und vor allem sicherer machen...
  • Crashtest: die besten und schlechtesten Autos bei Assistenzsystemen - UPDATE mit 2017

    Crashtest: die besten und schlechtesten Autos bei Assistenzsystemen - UPDATE mit 2017: 04.12.2015, 15:41 Uhr: Die Prüforganisation EuroNCAP testet regelmäßig neue Fahrzeugmodelle auf ihre Unfallsicherheit. Neben den Ergebnissen aus...
  • Neue Mercedes E-Klasse: technische Daten und Assistenzsysteme im Überblick

    Neue Mercedes E-Klasse: technische Daten und Assistenzsysteme im Überblick: Trotz eines umfangreichen Facelift war die aktuelle E-Klasse von den neueren Brüdern C-Klasse und vor allem S-Klasse technologisch abgehängt...
  • Fahrer-Assistenzsysteme: Schleuderschutz ESP steht hoch im Kurs

    Fahrer-Assistenzsysteme: Schleuderschutz ESP steht hoch im Kurs: Der Schleuderschutz ESP rangiert einer Umfrage der Prüforganisation KÜS zufolge bei Autofahrern in Deutschland auf dem ersten Platz. Doch auch die...
  • Ähnliche Themen

    Top