VW Passat GTE Variant: Plug-In-Hybrid im Fahrbericht

Diskutiere VW Passat GTE Variant: Plug-In-Hybrid im Fahrbericht im VW Passat Forum im Bereich Volkswagen; Langsam, ganz langsam kommt das Thema alternative Energien auch in Volkswagen-Konzern in Fahrt. Mit dem Passat GTE kommt jetzt ein weiteres...
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geronimo

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Langsam, ganz langsam kommt das Thema alternative Energien auch in Volkswagen-Konzern in Fahrt. Mit dem Passat GTE kommt jetzt ein weiteres Hybrid-Fahrzeug in den Verkauf, dessen Akkus vor Fahrtantritt an einer Steckdose aufgeladen werden können. Auf einer kurzen Ausfahrt konnten wir den Kombi mit dem Namenszusatz Variant unter die Lupe nehmen


Ende letzten Jahres haben wir den Golf GTE auf einer ausführlichen Probefahrt getestet. Technisch gesehen gibt es nur wenige Unterschiede zum Passat, allerdings verfügt die Mittelklasse-Limousine über einen etwas größeren Akku. Zudem wurden sowohl die Leistungen der beiden Motoren, als auch die Gesamtleistung angehoben. Der Elektromotor leistet 85 kW/115 PS (Golf GTE: 75 kW/102 PS), der 1,4-TSI liefert bis zu 115 kW/156 PS (Golf GTE: 110 kW/150 PS). Die Systemleistung beider Antriebe beträgt 160 kW/218 PS (Golf GTE: 152 kW/204 PS). Die zusätzliche Energie und Power führen aber nicht zu mehr Reichweite und verbessern auch die Fahrleistungen allenfalls marginal, wofür vor allem das höhere Gewicht des Passat verantwortlich ist. Untermotorisiert ist man aber in keinem Fall, was auch daran liegt, dass VW offenbar ein wenig Feintuning bei der Gasannahme geleistet hat. Bei unserer Ausfahrt mit dem Golf GTE wurde bemängelt, dass jeder Gaspedalbefehl mit einer Gedenksekunde beantwortet wird, doch hat sich das im Passat GTE um einiges verbessert. Hier werden entsprechende Aktionen schneller und auch etwas gefühlvoller und weniger abrupt umgesetzt.

Eine Veränderung gegenüber dem Golf GTE gab es auch im Armaturenbrett, denn unser Testfahrzeug war mit dem neuen virtuellen Cockpit ausgestattet, das so unter anderem auch im Audi TT angeboten wird. Über Sinn und Unsinn dieser virtuellen Instrumente kann man sicher lang und kontrovers diskutieren, allerdings darf man VW auch bescheinigen, eine der besseren Lösungen auf den Markt gebracht zu haben. Die Grafiken sind übersichtlich und klar gestaltet, und trotz vieler angezeigter Informationen behält man das wesentliche im Blick. Dabei kann zwischen verschiedenen Größen der "Rundinstrumente" Leistungsanzeige und Tacho gewählt werden, während der Platz dazwischen mit verschiedenen Anzeigen - etwa Bordcomputer, Abstandradar, Leistungsflussanzeige oder Navigationssystem - belegt werden kann. In vielen Bereichen ist dabei eine freie Anpassung möglich. Die Bedienerführung ist weitgehend logisch und nach kurzer Eingewöhnung erlernt, und geht dann flüssig von der Hand. Dennoch darf das Ablenkungspotenzial einer solchen Anzeige und der während der Fahrt machbaren Einstellungen nicht unterschätzt werden. Größere Um- und Einstellarbeiten sollten daher im Stand erledigt werden. Auf jeden Fall ist das virtuelle Cockpit eine Überlegung wert, und in einem so technologisch anspruchsvollen und modernen Fahrzeug sollte es eigentlich zu Grundausstattung gehören.











Im Grundpreis enthalten sind in jedem Fall die klassischen Qualitäten des Passat. Dieser bietet auf allen Sitzplätzen reichlich Luft und viel Komfort, dazu kommt ein ausgesprochen entspanntes Fahrverhalten. Das Fahrwerk schafft dabei den Spagat zwischen Komfort und ein wenig Dynamik, allerdings merkt man auch dem Passat GTE das zusätzliche Gewicht durch Akkus und Elektromotor an. Das sorgt dafür, dass er auf nicht ganz so guten Straßen etwas härter unterwegs ist als seine herkömmlichen Brüder. Und auch das beim Golf GTE bemerkte Schieben über die Vorderräder in schnellen Kurven ist dem Passat GTE nicht unbekannt. Viel Platz bietet auch der Kofferraum, doch auch hier müssen leichte Abstriche in Kauf genommen werden. Da die Akkus dort untergebracht sind, wo sich sonst das Reserverad oder ein zusätzliches Staufach befinden, steht etwas weniger Ladevolumen zur Verfügung. Hier ist VW noch nicht auf dem Stand von Toyota, wo beispielsweise die Akkus (die allerdings kleiner sind und weniger Kapazität haben) des von uns getesteten Auris Hybrid platzsparend unter der Rückbank untergebracht sind.

Fazit: Beim Thema Hybrid muss VW noch deutlich aufholen. Das merkt man beim Passat GTE zwar nicht ganz so stark wie beim Golf GTE, doch die Lücke zu Toyota ist unübersehbar. Dort ist der Plug-In-Hybrid eher eine Selbstverständlichkeit und entsprechend unproblematisch nutzbar, während es in einem Volkswagen mit verschiedenen Einstellungsmöglichkeiten zur Rückgewinnung von Bremsenergie (Rekuperation) deutlich technischer zugeht. Das alles wirkt sich dann auch beim Preis aus, der für den Passat GTE Variant mindestens 45.250 Euro beträgt. Im Vergleich zu den herkömmlich angetriebenen Modellen ist das natürlich viel zu teuer, um sich jemals auch nur annähernd über die Kostenersparnis beim Energieverbrauch wieder einfahren zu lassen. Auch hier herrscht noch Nachholbedarf.

Meinung des Autors: Der VW Passat GTE ist einer der wenigen deutschen Plug-In-Hybride. Er zeigt einerseits, was technologisch möglich ist, verdeutlicht andererseits aber auch, dass man längst nicht so viel Erfahrung wie Toyota hat. Gerade die Summe der Kleinigkeiten ist es, die den Passat von seinen japanischen Konkurrenten unterscheidet.
 
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