VW Abgas-Affäre: Betrugs-Software könnte von Audi kommen

Diskutiere VW Abgas-Affäre: Betrugs-Software könnte von Audi kommen im VW Allgemein Forum im Bereich Volkswagen; Im als Dieselgate bekannt gewordenen Skandal um technische Manipulationen an diversen Motoren gab es bislang ein klare Linie bei den Aussagen: die...
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geronimo

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Im als Dieselgate bekannt gewordenen Skandal um technische Manipulationen an diversen Motoren gab es bislang ein klare Linie bei den Aussagen: die verwendete Software wurde bei der Marke VW entwickelt, die anderen Töchter haben diese nur übernommen. Diese Verteidigungsstrategie könnte jetzt bröckeln, denn laut jüngsten Meldungen soll Audi maßgeblich beteiligt gewesen sein. Das wirft auch ein neues Licht auf die überraschend schnelle Beurlaubung des ehemaligen Vorstandsmitglieds Ulrich Hackenberg



Während der Automesse IAA im vergangenen September wurde bekannt, dass im Volkswagen-Konzern eine Software zum Einsatz gekommen ist, mit deren Hilfe Fahrzeuge auf dem Prüfstand bessere Abgaswerte erziel(t)en als im realen Fahrbetrieb. Schnell wurde klar, dass es dabei um mehr als nur einen kleinen Schwindel geht, denn es sind rund 11 Millionen Fahrzeuge betroffen. In der Kritik stand und steht aber vornehmlich die Kernmarke VW, während die anderen Marken Audi, Seat, Skoda und auch Porsche eher als Opfer der Konzernpolitik wahrgenommen werden.

Doch das ist möglicherweise nur die halbe Wahrheit, zumindest in Bezug auf die Marke mit den vier Ringen. Laut einem Bericht der Wirtschaftszeitung Handelsblatt soll die Software bereits im Jahr 1999 von Audi entwickelt worden sein. Dort soll sie dem Vernehmen nach aber nicht zum Einsatz gekommen sein. Eingesetzt wurde das entsprechende Programm erst ab dem Jahr 2005, als VW Probleme damit bekommen haben soll, die verschärften Abgasvorschriften mit bezahlbarem Aufwand einzuhalten. Da die betroffene Motorenreihe EA189 in der Folge auch bei den Schwestermarken eingeführt wurde, mussten diese auch die manipulative Software übernehmen.

An der Entwicklung könnte der ehemalige Audi-Manager und spätere Volkswagen-Vorstand Ulrich Hackenberg beteiligt gewesen sein. Hackenberg war relativ direkt nach Bekanntwerden der Affäre noch im September 2015 beurlaubt worden. Dies löste durchaus einige Verwunderung aus, da Audi und seine Mitarbeiter zu diesem frühen Zeitpunkt eigentlich als unschuldig galten. Zudem war Hackenberg zum Zeitpunkt der Einführung der Software bei VW für Audi tätig und hatte zumindest offiziell nur wenig mit der Motorentechnik zu tun. Möglicherweise deutete sich aber bereits früh an, dass der studierte Maschinenbauer im Fachbereich Fahrzeugtechnik doch seine Finger im Spiel hatte, weswegen er dann auch gehen musste.

VW und Audi haben nach aktuellem Stand bislang Aussagen zum neuen Stand verweigert und auf fortlaufende Untersuchungen der US-amerikanischen Kanzlei Jones Day verweisen, die den Fall aufarbeiten soll. Der Abschlussbericht der Ermittler soll in den kommenden Wochen an Volkswagen übergeben werden.

Meinung des Autors: Laut jüngsten Erkenntnissen soll die Manipulations-Software von VW deutlich vor der Einführung entwickelt worden sein, und zwar bei der Konzerntochter Audi. Dabei könnte ein hochrangiger Manager seine Finger im Spiel gehabt haben, der kurz nach Bekanntwerden des Skandals relativ überraschend seinen Posten räumen musste. Auf jeden Fall scheinen wesentlich mehr Personen involviert zu sein, als Volkswagen bislang zugeben will.
 
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