Von Winterreifen zu Sommerreifen: Tipps zum Reifenwechsel und zur Lagerung

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Nach einem zögerlichen Beginn hat Deutschland in den vergangenen Wochen tatsächlich so etwas wie einen Winter erlebt, zumindest was die Temperaturen angeht. Aus diesem Grund hatten wir noch vor kurzem empfohlen, vorerst weiter mit Winterreifen unterwegs zu sein. Inzwischen aber sind die Temperaturen auch Nachts auf einem Niveau angekommen, bei dem man guten Gewissens auf die Sommerreifen wechseln kann. Nachfolgend veröffentlichen wir noch einmal unseren Ratgeber zum Thema, in dem wir diverse Tipps geben, was beim Reifentausch beachtet werden sollte.

13.03.2015 ,15:03 Uhr:
In den kommenden Wochen werden (die meisten) Autofahrer von den Winterreifen auf Sommerreifen wechseln. Dabei sind allerdings einige Regeln zu beachten, was den eigentlichen Tausch sowie die Lagerung der aktuell nicht verwendeten Reifen angeht. Wir klären nachfolgend darüber auf, was zu beachten ist


Bevor die Sommerreifen auf einem Fahrzeug montiert werden, sollten diese gründlich untersucht werden. Wichtig ist, dass die gesetzlich vorgeschriebene Profiltiefe von 1,6 mm nicht unterschritten wird. Maßgeblich ist dabei die Stelle mit der geringsten Tiefe. Aus Sicherheitsgründen wird allerdings eine Profiltiefe von 3 mm empfohlen, um auch bei starkem Regen genügend Reserven zu haben. Außerdem sollten die Reifen auf Beschädigungen hin untersucht werden, wobei bei Beulen in der Reifenflanke ein Austausch notwendig ist. Sofern die restlichen Reifen über genügend Profiltiefe verfügen, reicht der Ersatz des beschädigten Reifen, andernfalls sollten zumindest beide Reifen einer Achse ersetzt werden.

Der eigentliche Wechsel kann auch mit wenig handwerklichem Geschick selbst vorgenommen werden. Dabei sollten aber unbedingt die Hinweise in der Bedienungsanleitung des jeweiligen Fahrzeugs beachtet werden, vor allem in Bezug auf die Ansatzpunkte für den Wagenheber. Sollte dieser an einer falschen Stelle angesetzt werden, können teure und sogar sicherheitsrelevante Schäden entstehen. Vor dem Wechsel sollten die Reifen mit heller Kreide gekennzeichnet werden, in der Regel werden dabei Kürzel wie VL für "vorne links" und HR für "hinten rechts" verwendet. In der nächsten Saison sollten die Reifen dann achsweise getauscht werden, allerdings in keinem Fall über Kreuz. Bei Leichtmetallfelgen sollten die Radmuttern nach rund 50 km Fahrtstrecke nachgezogen werden, am besten natürlich mit einem Drehmomentschlüssel und den vom jeweiligen Fahrzeughersteller vorgegebenen Werten.

Am bequemsten ist natürlich der Wechsel in einer Werkstatt oder bei einem Reifenhändler. Da es allerdings enorme Preisunterschiede geben kann, sollten vorher durch gezielte Anrufe Preise verglichen werden. Am preiswertesten ist der Wechsel in der Regel im spezialisierten Handel, gefolgt von freien Werkstätten. Die höchsten Preise werden normalerweise beim Autohändler fällig, wobei dort allerdings gelegentlich auch Zusatzleistungen wie ein kleiner Fahrzeugcheck oder eine Kontrolle der Bremsflüssigkeit enthalten sind.

Bei der privaten Lagerung der Reifen sollten ebenfalls einige Punkte beachtet werden: vor der Einlagerung sollte der Luftdruck um etwa 0,5 bar über die Empfehlung des Herstellers angehoben werden. Die Reifen sollten trocken und möglichst ohne große Temperaturschwankungen untergebracht werden. Die Reifen sollten übereinander gestapelt werden, alternativ können sogenannte Felgenbäume oder Wandhalterungen verwendet werden. Reifen, die nicht auf Felgen aufgezogen sind, sollten aufrecht gelagert und alle paar Wochen um eine Viertel Umdrehung gedreht werden.

Ebenfalls möglich ist eine Lagerung beim Händler, wobei auch hier wegen der großen Preisunterschiede unbedingt vorher die Kosten verglichen werden sollten. Um Streitigkeiten wegen aufgetretener Schäden, Verwechslung oder ähnlichem zu vermeiden, sollte vor der Einlagerung ein Reifeneinlagerungsprotokoll ausgefüllt werden. Ein solches Formular bietet unter anderem der ADAC an, das hier heruntergeladen werden kann.

Manche Winterreifen sind so abgefahren (Profiltiefe unter 4 mm), dass sie im nächsten Winter nicht weiter verwendet können. Für viele Autofahrer ist das ein Grund, auf den Wechsel zu Sommerreifen zu verzichten und die Winterreifen einfach weiter zu verwenden. Davon kann nur ganz dringend abgeraten werden, denn dies kann gefährliche Folgen haben, und zwar sowohl in Bezug auf die Fahreigenschaften als auch auf den Versicherungsschutz. In Italien ist die Verwendung bestimmter Winterreifen in den Sommermonaten sogar grundsätzlich verboten, bei Zuwiderhandlung drohen Bußgelder im vierstelligen Bereich.
(Bildquelle: Rike - pixelio.de)​


Meinung des Autors: Neben den genannten Punkten ist auch der richtige Zeitpunkt wichtig, die Faustregel für Winterreifen lautet von O bis O - also von Oktober bis Ostern. Wann wechselt ihr eure Reifen?
 
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