Vergleich: BMW i8 vs. Porsche 911 - welcher Sportwagen für welchen Fahrer-Typ

Diskutiere Vergleich: BMW i8 vs. Porsche 911 - welcher Sportwagen für welchen Fahrer-Typ im Porsche 911 Forum im Bereich Porsche; Seit einiger Zeit bietet BMW einen Sportwagen mit einem etwas anderen Konzept an: der i8 ist ein Plug-in-Hybrid, der hohe Fahrleistungen bei...
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geronimo

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Seit einiger Zeit bietet BMW einen Sportwagen mit einem etwas anderen Konzept an: der i8 ist ein Plug-in-Hybrid, der hohe Fahrleistungen bei niedrigem Verbrauch ermöglich soll. Sein größter Konkurrent ist sicherlich der Porsche 911, der sowohl bei der Leistung als auch beim Preis auf ähnlichem Niveau liegt, allerdings über einen konventionellen Antrieb verfügt. Nachfolgend wollen wir beide Fahrzeuge vergleichen und versuchen dabei zu klären, wer in welchem Auto besser aufgehoben ist


Der nachfolgende Vergleich umfasst zahlreiche objektive Kriterien, ist aber in einigen Punkten auch subjektiv und der Meinung des Autors geschuldet.

Preis und Leistung:

Der BMW i8 startet bei exakt 130.000 Euro und lässt sich dank diverser Extras auf rund 150.000 Euro bringen. Dafür bekommen die Käufer ein Fahrzeug mit kombiniertem Benzin- und Elektroantrieb, der eine Systemleistung von 266 kW/362 PS, über 30 km rein elektrisch fahren kann, bei Bedarf in 4,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigt und maximal 250 km/h schnell ist. Bei Porsche gibt es für knapp über 118.000 Euro den 911 Carrera 4S, der mit 309 kW/420 PS um einiges stärker als der BMW ist, und mit optionalem PDK-Getriebe um 0,4 Sekunden besser beschleunigt sowie mit 309 km/h die höhere Endgeschwindigkeit erreicht. Alternativ kommt der 911 Carrera 4 in Betracht, der 50 PS weniger liefert und etwas langsamer als sein großer Bruder ist, dafür aber auch über 14.000 Euro weniger kostet. Trotz weniger Leistung hängt der i8 die beiden Porsche beim Zwischensprint im 5. Gang von 80 auf 120 km/h locker ab und gewinnt mit 4,0 zu 4,9 beziehungsweise 5,6 Sekunden. Im 4. Gang hat der BMW die Übung sogar in 3,4 Sekunden bewältigt.

Ausstattung:

Der i8 wird vergleichsweise gut ausgestattet geliefert, kann dann aber nur in engen Grenzen aufgewertet werden, wie wir im 1. Teil unseres ausführlichen Tests besprochen haben. Wer es gerne bequem hat, wird dabei Dinge wie vielfach verstellbare Sitze oder ein adaptives Fahrwerk vermissen, und auch bei den Assistenzsystemen sieht es ziemlich mager aus. Bei Porsche hingegen kann man aus dem Vollen schöpfen, und dabei auch bei der Inneneinrichtung richtig zuschlagen. Das hat natürlich seinen Preis, weswegen sich ein voll ausgestatteter Carrera 4S quasi auf dem Niveau des ebenfalls vollständigen i8 bewegt. Beide verfügen über zwei Rücksitze, die sich im Porsche aber noch weniger nutzen lassen als im BMW.

Gewicht:

Mit 1.485 kg inklusive 90 Prozent Tankinhalt (gleich 27 Liter) und 75 kg für den Fahrer ist der BMW rund 50 kg leichter als der Porsche Carrera 4S mit 1.565 kg (bei 62 Liter Tankinhalt). Doch Sonderausstattung zählt nicht zum sogenannten Leergewicht dazu, und so erklärt BMW den Verzicht auf eine umfangreiche Ausstattung dann auch mit einem niedrigen Gesamtgewicht, das beim i8 oberste Priorität genießt. So machen beispielsweise sie 14 – bis 18-fach verstellbaren Sitze mit ihren zahlreichen Motoren und Steuergeräten mindestens 30 kg Mehrgewicht aus. Diverse andere Extras bringen ein Kilo hier, ein Kilo da und schon sind schnell zwischen 100 und 150 kg zusätzlich auf den Hüften. Und das entspricht im schlimmsten Fall rund 10 Prozent, die der Porsche mehr wiegt.


Fahrverhalten:

Ganz klar, hier unterscheiden sich die beiden Fahrzeuge am meisten. Der Porsche 911 ist inzwischen mehr ein sportlich ausgelegtes Reisecoupé, als dass er ein echter Sportwagen ist. Das Fahrwerk ist vergleichsweise sanftmütig abgestimmt und daher auch auf längeren Strecken und sogar auf der Autobahn recht entspannt zu genießen. Der BMW geht hier wesentlich rustikaler zu Werke und klärt seine Insassen überdeutlich über den aktuellen Zustand der Straße auf. Auf langen Etappen kann das schon einmal anstrengend sein, doch wer es auf der Landstraße wirklich sportlich mag, der kommt nicht am BMW i8 vorbei.

Dessen Kurvenverhalten ist schlichtweg sensationell. Der Grenzbereich ist auf öffentlichen Straßen und von „normalen“ Fahrern nicht annähernd zu erleben, dabei zieht der i8 völlig neutral und auf den sprichwörtlichen Schienen aus jeder Biegung. Beim Herausbeschleunigen ermöglichen die geringe Masse, ein sehr tiefer Schwerpunkt, eine optimale Gewichtsverteilung und vor allem der durchzugstarke Elektromotor Geschwindigkeiten und Fliehkräfte, die schlicht atemberaubend sind. Abgesehen von ein wenig Seitenhalt der Sitze steht dem puren Spaß eigentlich nur die Straßenverkehrsordnung im Weg.

In meinen Augen vermittelt der 911 bei vergleichbarer Fahrweise deutlich weniger Vergnügen. Sein Fahrwerk ist so verbindlich abgestimmt, dass er den Spagat zwischen Komfort und Sport besser hinbekommt, dafür aber auch das langweiligere Verhalten an den Tag legt. Unser Test des Porsche 911 Targa hat den Eindruck hinterlassen, dass sich der Stuttgarter Sportwagen im Prinzip so einfach und teilweise so spannend wie ein VW Golf fährt, nur eben um einiges flotter.

Verbrauch:

Im 2. Teil unseres Test des i8 haben wir darüber berichtet, dass BMW im Prinzip den „Öko-Sportwagen“ erfunden hat. Trotz „artgerechter Haltung“ mit möglichst sportlicher Fahrweise haben wir einen Verbrauch von gerade einmal 8,2 Liter Super E10 auf 100 km erreicht. Porsche nennt mit PDK einen kombinierten Verbrauch von 7,9 Liter beim 4S. Dabei weiß man aus Erfahrung, dass dieser Normwert unrealistisch ist. Oftmals liefert der angegebene Stadtverbrauch einen wahrheitsgemäßeren Blick auf den tatsächlichen Durst im Alltagsbetrieb, und der liegt bei 10,3 Liter. Bei einer vergleichbaren Fahrweise wie in unserem Test des i8 dürften hingegen eher 12 bis 14 durch die Einspritzanlage rauchen, wie auch unser Test des kleineren Porsche 718 Boxster gezeigt hat.

Alltagsbetrieb und Fahrertyp:

Der BMW i8 ist eindeutig das sportlichere und dynamischere der beiden Fahrzeuge. Höhere Kurvengeschwindigkeit, deutlich bessere Beschleunigung wenn es wirklich zählt und extrem sportliche Auslegung bringen bei einer Ausfahrt am Wochenende verdammt viel Spaß. Doch jeden Tag ins Büro oder mal in einen kürzeren oder längeren Urlaub? Das kann man sich mit dem i8 zumindest deutlich schwerer vorstellen, als im Porsche. Dieser erlaubt natürlich auch ein extrem zügiges Vorankommen mit großem Spaßfaktor, doch ganz auf dem Niveau des i8 ist er nicht. Mit dem adaptiven Fahrwerk, dessen Komfort-Modus sehr entspanntes dahingleiten ermöglicht, kann er dafür aber auch eine weichere Seite zeigen, die dem BMW völlig fremd ist. Gleiches gilt auch bei der Geräuschentwicklung, die bei Porsche inzwischen mit dem Wort "dezent" recht gut beschrieben ist, während es der BMW im Sport-Modus ordentlich krachen lässt. Zudem darf man nicht vergessen, dass der i8 richtig auffällt. An jeder Ecke. Immer. Und dass man immer wieder Reaktionen auf das Auto bekommt und gelegentlich auch angesprochen wird. Nach einem Porsche 911 dreht heutzutage hingegen keiner mehr den Kopf um.

Der BMW i8 ist also eher für diejenigen geeignet, die ein vergleichsweise kompromissloses Fahrzeug suchen. Und das ist der Münchner Öko-Flitzer, was ihn als Alltagsfahrzeug nur für Abgehärtete geeignet erscheinen lässt. Wer es sich leisten kann, holt ihn an besonderen Tagen raus und gönnt sich mal den kurvigsten Weg von A nach B. Was dann gerne auch mal etwas lauter sein darf und wobei sich zahlreiche Passanten umdrehen und mit den Fingern zeigen. Der Porsche hingegen ist eindeutig das unauffälligere Auto, das man wirklich und ohne große Einschränkungen jeden Tag fahren kann, und mit dem man auch die Nachbarn nicht (ver)stört. Und mit dem man sich im Alltag immer wieder eine kleine Portion Glück holen kann, statt an manchen Wochenenden eine große Portion wie mit dem i8.

Meinung des Autors: Für viele Sportwagen-Fans ist der Porsche 911 das Maß aller Dinge. Doch mit dem BMW i8 hat er einen ernstzunehmenden Gegner bekommen, vor allem bei der Kernkompetenz. Die Frage ist allerdings, wer das geeignetere Gesamtpaket liefert, denn die unterschiedliche Ausrichtung spricht verschiedene Zielgruppen an. Welcher gefällt euch besser und warum?
 
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