Unfallgefahr vermeiden – Fahrverhalten und Technik winterfit machen

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Schnee und Eis. Dies sind bekanntermaßen Faktoren, die nicht nur den Gang zu Fuß über den Bürgersteig, sondern auch die Fahrt mit dem Auto auf der Straße beeinflussen. Damit Fahrer sicher an ihr Ziel gelangen, müssen sie ihr Fahrverhalten und die Ausstattung des Fahrzeugs frühzeitig an die Witterungsverhältnisse anpassen. Doch worin sollte diese Anpassung bestehen und welche Assistenzsysteme unterstützen die Fahrsicherheit im Winter?


Winterliche Straßenverhältnisse: Diese fordern umso mehr eine vorsichtige Fahrweise,
welche durch eine bestimmte Pkw-Ausstattung und Assistenzsysteme unterstützt werden kann.
(Foto: Fotolia.com)​


Auf das Gaspedal und los!? Vorbereitungen für die Fahrt durch den Winter

Das Fahrzeug ins Rollen zu bekommen ist durchaus keine komplizierte Angelegenheit, denn gelernt ist gelernt. Jedoch sollte bei winterlichen Witterungsverhältnissen durchaus mehr Acht auf die Fahrweise und die Fahrvorbereitungen gegeben werden als zur Sommerzeit. Aber vorausschauend und vor allem nach den Regeln der Straßenverkehrsordnung ist natürlich zu jeder Jahreszeit zu fahren.

Unabhängig davon sind vor Fahrtantritt im Winter die Scheiben von Schnee und Eis zu befreien. Ebenso sollten die Schuhe vor dem Einstieg ausgeklopft werden. Denn durch zusätzliche Luftfeuchtigkeit im Fahrzeug, beschlagen die Scheiben schneller und dies sorgt ebenso wie zugeschneite Scheiben für unsichere Sichtverhältnisse. Wird nur ein kleines Sichtloch zurecht gekratzt, ist die Sicht nicht in alle Richtungen einwandfrei gegeben und wer sich so erwischen lässt, muss mit einer Strafe von zehn Euro rechnen.

Fahrverhalten: Motorstart und Fahren auf glattem Boden

Ist für freie Sicht gesorgt und sind das Nummernschild, die Seitenspiegel, Scheinwerfer sowie das Dach von Schnee befreit, kann es losgehen – und zwar ohne den Motor vorher warmlaufen zu lassen. Das Warmlaufen kann den Fahrer ein Bußgeld in Höhe von zehn Euro kosten. Damit die Sicht während der Fahrt nicht wieder durch beschlagene Scheiben eingeschränkt wird, sollte die Klimaanlage angeschaltet, das Gebläse zunächst auf hohe Stufe und der Temperaturregler auf die höchste Einstellung gestellt werden.

Das Fahrverhalten kann jedoch trotz freier Sicht eingeschränkt sein – und zwar durch eine glatte Fahrbahn. Besonders wenn noch nicht gestreut wurde oder bei niedrigen Temperaturen und plötzlichem Regen, kann eine glatte Fahrbahn großen Einfluss auf das eigene Fahren nehmen. Denn der rutschige Untergrund erfordert umso mehr eine vorausschauende Fahrweise.

Bei glatter Fahrbahn deshalb im zweiten Gang anfahren, das Treten des Gaspedals zeitlich von der Lenkbewegung trennen und ruckartige Lenkbewegungen vermeiden. Gerät das Auto trotz aller Vorsicht dennoch ins Schleudern, heißt es, auskuppeln und gegenlenken. Ist die Lenkung blockiert, hilft nur noch eine Vollbremsung. Wobei auch diese grade auf glattem Boden, der den Bremsweg verlängert, nicht immer vor einem eigenen oder fremdverursachten Unfall bewahrt. Damit Folgeschäden möglichst ausbleiben und die anschließende Schadenregulierung erleichtert wird, sollten wichtige Verhaltensweisen nach dem Unfall beachtet werden.

Vor allem die Gefahren und Auswirkungen von Blitzeis werden häufig unterschätzt und eine spiegelglatte Fahrbahn ist in der Winterzeit immer wieder eine der Hauptunfallquellen.

Überprüfung: Das Winter-Equipment für den Pkw

Vor Wintereinbruch sollte ein Check-up in der Werkstatt nicht fehlen. Denn ist die Batterie nicht ausreichend
gewartet, kann der Motor bei niedrigen Temperaturen schwer gestartet werden. (Foto: Fotolia.com)​

Eine sichere Fahrweise beeinflussen aber nicht nur das eigene Gas geben oder das Freimachen der Scheiben. Wichtig für die Fahrt durch winterliche Straßenverhältnisse sind zudem die Funktionsfähigkeit und die Ausstattung des Fahrzeugs. Vor dem richtigen Einbruch der Kälte sollten Fahrzeughalter ihren Pkw deshalb ausgiebig überprüfen oder besser überprüfen lassen. Um wirklich sicher sein zu können, dass die Ausstattung des Fahrzeugs winterfit ist, sollte ein Wintercheck in der Autowerkstatt genutzt werden.

Beim Check werden unter anderem Ölstand, Unterboden, defekte Stellen und Lichter überprüft. Wichtig für eine effiziente Fahrzeugbeleuchtung ist unter anderem, dass die Höheneinstellung der Lichter kontrolliert wird.

Da es auf glattem Boden schneller dazu kommen kann, dass das Fahrzeug auf der Fahrbahn wegrutscht, ist die Überprüfung der Scheiben, der Beläge und der Flüssigkeit der Bremsen unabdingbar. Darüber hinaus umfasst der Wintercheck die Kontrolle der Batterie, denn nur eine ordentlich gewartete Batterie startet den Motor auch ohne Probleme bei niedrigen Temperaturen.

Die Ausstattung des Fahrzeugs muss jedoch nicht nur der Kälte, sondern zudem häufiger Regen, Nebel oder Schnee trotzen. Diese Einflüsse halten die Scheibenwischer fern. Damit die Wischer problemlos über die Scheibe gleiten können, sollten in jedem Fall eingerissene Gummis an den Scheibenwischern ausgetauscht werden.

Zum wichtigen Equipment für die sichere Fahrt im Winter, gehört aber nicht nur die technische Ausstattung. Nachfolgende Ausrüstung sollte jeder Autofahrer bei sich haben, um sicher und ohne Schwierigkeiten auch bei Niedrigtemperaturen sowie bei Schnee oder Regen im Straßenverkehr voranzukommen:

  • Enteiser für die Scheiben. Dieser sollte zum Einsatz kommen, bevor die Scheiben durch zu starkes Kratzen beschädigt werden. Nach dem Besprühen, die Reste vom Eis mit der weichen Seite des Kratzers entfernen.
  • Frostschutzmatten für die Scheiben.
  • Kanister mit Frostschutz. Große Kanister sind häufig günstiger als die kleinere Variante.
  • Kabel zur Starthilfe, falls die Batterie trotz Wartung bei den niedrigen Temperaturen versagt.
  • Enteiser für die Türschlösser.
  • Um den Pkw von Schnee zu befreien, einen Handfeger und eine Schaufel. Eine Schaufel aus Blech zerbricht nicht und damit können die Räder freigelegt werden.

Das rollende „Schuhwerk“ für das Fahrzeug

Die Profiltiefe von Winterreifen sollte mindestens vier Millimeter betragen. (Foto: Fotolia.com)​

Vor allem aber gehört zu einer wintertauglichen Ausstattung des Autos eine passende Bereifung. Denn eine noch so achtsame Fahrweise bringt kaum was ohne die Bestandteile des Fahrzeugs, welche die Fahrweise auf die Straße übertragen. Viele Menschen halten sich an die O und O (Oktober bis Ostern) Regelung und nutzen die Winterreifen über diesen Zeitraum hinweg.

Eine Winterreifenpflicht gibt es jedoch nicht. Nur für Fahrer, die bei Winterwetter, das sich durch Glätte, Schnee oder Eis- und Reifglätte auf der Fahrbahn äußert, unterwegs sind, gilt eine Pflicht. Wer also bei diesen Wetterverhältnissen ohne entsprechende Winterreifen losfährt, muss mit einem Bußgeld von 40 Euro sowie einem Punkt im Verkehrszentralregister rechnen. Wird der Verkehr aufgrund fehlender Winterreifen behindert erhöht sich der Betrag auf 80 Euro und es gibt einen Punkt.

Die Profiltiefe der Winterreifen sollte mindestens vier Millimeter betragen. Bei unter vier Millimetern gehen Experten davon aus, dass die wintertauglichen Eigenschaften der Reifen nachlassen. Zudem sind die Reifen alle sechs Jahre auszutauschen und um keine einseitige Abnutzung zu riskieren, sind die Reifen jedes Jahr achsweise zu wechseln.

Für den Winter geeignet sind Reifen mit der Aufschrift M+S (Schnee und Matsch) zudem ist auf das Schneeflockensymbol zu achten – und zwar bei klassischen Winterreifen als auch bei Ganzjahresreifen. Bei der Entscheidung für ein Modell hilft es in jedem Fall, sich online an Tests zu orientieren. Die Tests geben unter anderem Auskunft darüber, welche Reifen besonders sparsam sind. Denn im Winter verbrauchen Fahrzeuge generell mehr Sprit. Was zum einen daran liegt, dass der Motor länger braucht um warm zu werden und zum anderen an dem höheren Rollwiderstand der Winterreifen.

Wer sich unsicher mit der Größe ist, kann entweder beim Reifenhändler nachhaken oder vorab mithilfe des Schlüssels, der für die Reifen im Fahrzeugschein vermerkt ist, die passende Größe herausfinden. Mithilfe der Angabe lassen sich dann zum Beispiel im Internet alle wichtigen Daten finden.

Technische Assistenten auf der Winterfahrt

Zur Unterstützung der Ausstattung und der eigenen Fahrweise im Winter, gibt es zudem Fahrassistenzsysteme, die die Fahrweise generell sicherer machen und zum Beispiel die Bremswirkung unterstützen.

Zu den bekannteren Assistenzsystemen gehört wohl das Antiblockiersystem (ABS). Bei einer Vollbremsung werden die Räder immer kurz gedreht und dann angehalten. Da die Räder dadurch nicht komplett blockieren, bleibt der Wagen noch lenkbar. So wird auch in Kurven noch die Spur gehalten und durch das Antiblockiersystem verkürzt sich der Bremsweg, was vor allem auf glatter Fahrbahn von Vorteil ist.

Zudem unterstützt das Elektronische Stabilitätsprogramm (ESP) die Bremswirkung. Dieses Assistenzsystem sorgt dafür, dass auch bei einer Fahrt durch den Winter das Fahren um die Kurven nicht dazu führt, dass der Pkw umkippt. Mit dem System werden einzelne Räder abgebremst.

Obwohl im Winter vor allem bei Schnee und Eis auf der Straße ein zusätzlicher Sicherheitsabstand zu den vorausfahrenden Fahrzeugen eingehalten werden sollte, kann das Adaptive Cruise Control System (ACC) zusätzliche Hilfestellung leisten. Denn der verkürzte Bremsweg wird gerade auf glatter Fahrbahn, die häufig nicht auf den ersten Blick ersichtlich ist, häufig noch unterschätzt. Das ACC-System ist ein Fahrgeschwindigkeitsregler, der den Verkehr beobachtet und die Geschwindigkeit den Verkehrsverhältnissen anpasst. Er sorgt automatisch für einen sicheren Abstand zu vorausfahrenden Autos. Befindet sich kein Fahrzeug im Messbereich, beschleunigt das Assistenzsystem das Fahrzeug wieder etwas.

Die einwandfreie Wirkung der Assistenzsysteme ist vor allem im Winter wiederum von der passenden Bereifung abhängig. Denn nur, wenn die Reifen richtigen Griff auf der Fahrbahn haben, können die Funktionen der Systeme ausgeschöpft werden.
Bildquellen:
Abbildung 1: © Petair – Fotolia.com (#74301804)
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Abbildung 3: © kelifamily – Fotolia.com (#100800329)​
 
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