Trunkenheit+Fahrrad

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DriverHeftig

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Hallo ich bin händeringend auf der Suche nach einem Präzedenzfall!

Mein Freund macht seit einem halben Jahr ein Praktikum in Berlin und wurde letztes Jahr Nachts von der Polizei angehalten.
Dabei wurden 0,5 Promille festgestellt, er sei angeblich Schlangenlinien gefahren, was ich bei 0,5 Promille für unwahrscheinlich halte, ich kenne ihn jetzt schon sehr lange.

Er hat jetzt einen Bescheid bekommen, dass er insgesamt 150€ bezahlen muss. Ich selber wurde schon mit mehr angehalten und mir ist gar nichts passiert... reagiert die Polizei da einfach unterschiedlich? Wie ist die genaue Gesetzeslage...

Lohnt es sich, einen Anwalt einzuschalten?
 
P

Patrick B.

-/-
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Der Promillewert ist das eine, wenn er aber Schlangenlinien fuhr ist er Verkehrsuntüchtig gewesen und das wiegt mehr als der reine Zahlenwert.
Verkehrsuntüchtige Fahrer haben schon bei sehr geringen Werten ein großes Problem.

Mfg Patrick
 
Squitsch

Squitsch

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Ohne Auffälligkeiten wie Schlangenlinien bleibt man als Radfahrer bis 1,6‰ straffrei.
Mit Auffälligkeiten ist bereits ab 0,1‰ mit einer Strafe zu rechnen.

Die Geldstrafe ist dabei variabel ausgelegt, und orientiert sich in der Regel am Einkommen des Radlers.
Allerdings können auch die genauen Umstände der Tat einen Einfluss darauf haben.


Ob und wie unwahrscheinlich Schlangenlinien bei dem Betroffenen sind, kann hier - einschließlich des Themenstarters - niemand beurteilen, der zu dem Zeitpunkt nicht mit dabei war.
Ich bezweifle, dass die Polizei jemandem Schlangenlinien andichtet, der keine gefahren ist.

Ob diese Schlangenlinien nun tatsächlich auf dem Alkoholkonsum basieren, auf einer kurzen Unachtsamkeit des Radlers, oder ob er nur aus Spaß an der Freude den Schlaglöchern ausgewichen ist, ist eigentlich irrelevant.
Er hat halt irgendeine Auffälligkeit gezeigt, sonst wäre er wohl kaum kontrolliert worden.
Der Alkoholwert im Blut ergibt dann die Strafe.
 
Madcat96

Madcat96

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Also für mich ist der Fall ehrlich gesagt nicht so klar. Mir erscheinen 150 Euro nämlich sehr unangemessen. Wenn man bedenkt (kurzes Szenario):

Innerorts eine Geschwindigkeitsüberschreitung von 40 kmh - sprich da ist jemand INNERORTS 90 gefahren und Zahlt 'nur' 160 Euro außerdem ist der Fall nach dem Einspruchrechner (Quelle für Kostenlose Anfragen bei Rechtsanwalt O. Artiisik ) auch noch anfechtbar!

Ich denke da lässt sich was machen. Die Schlangenlinien müssen sich doch nicht auf den Alkohol zurückführen lassen. Da finde ich sind diese Rennfahrer mit ihren Rennrädern viel gefährlicher die heizen und gefährden. Da finde ich einen Schlangen-linienfahrer ja eher noch lustig.

Auf einer mehrspurigen Stadt-Straße natürlich weniger aber diesen Fall sollte ein Anwalt prüfen und nicht wir
 
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Squitsch

Squitsch

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So ganz verallgemeinern darfst du das nun auch wieder nicht.

Wenn du mit 90 innerorts erwischt wirst, beträgt das Bußgeld zwar "nur" 160€, allerdings vergisst du dabei den wesentlichen Bestandteil der Strafe, nämlich das Fahrverbot und die zwei Punkte.
Außerdem kommen auf die 160€ noch Bearbeitungsgebühren drauf.

Allgemein sollte man bei sowas nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.
Wer mit dem Auto mit 0,5 Promille angehalten wird, ist mit 500€ (plus 2 Punkte, plus Fahrverbot) dabei, und da muss noch nicht einmal eine Auffälligkeit mit im Spiel sein.
Wenn man es also damit vergleicht, kommt er mit 150€ Strafe (bei auffälliger Fahrweise!) noch sehr glimpflich davon.
 
C

CarManOne

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Naja, wir wissen ja auch nicht, was die Polizei, neben den Schlangenlinien, noch anführt.
Kein Licht, keine Klingel. Trotz Radweg auf dem Fahrdamm oder dem Bürgersteig unterwegs. All das sind ein paar Beispiele, die für das Strafmaß relevant sein könnten.
Es hätte ja auch passieren können, dass er aufgrund der Schlangenlinien, plötzlich auf dem Fahrdamm landet und von einem Auto angefahren wird.
Das ist dann wieder gefährlicher Eingriff in den Straßenverkehr.
Am besten zum Anwalt und Akteneinsicht fordern. Dann weiß man mehr ;-)
 
MarkusKirsch94

MarkusKirsch94

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Das hier drüber ist der beste Tipp. Nicht andere Laien wie uns um Rat oder Beispiele bitten. Wenn es so wichtig ist, dann ab zum Anwalt, der regelt das und erklärt, was zu tun ist und was man zu erwarten hat. Häufig sind solche Dinge anfechtbar, ob sinnvoll oder nicht sei mal dahin gestellt. Andererseits fraglich ob sich die dadurch entstehenden Kosten lohnen.

LG
M.K.
 
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