Toyota Mirai: Langstrecken-Test des Wasserstoff-Autos mit Brennstoffzelle - Teil 3

Diskutiere Toyota Mirai: Langstrecken-Test des Wasserstoff-Autos mit Brennstoffzelle - Teil 3 im Toyota Mirai Forum im Bereich Toyota; In den vergangenen acht Tagen hatten wir Gelegenheit, das Brennstoffzellen-Auto Toyota Mirai ausführlich zu testen. Von einem Defekt an der...
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geronimo

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In den vergangenen acht Tagen hatten wir Gelegenheit, das Brennstoffzellen-Auto Toyota Mirai ausführlich zu testen. Von einem Defekt an der Tankanlage des Testfahrzeugs abgesehen, gab es fast nur erfreuliches zu berichten. Das Fazit fällt dennoch ernüchtern aus und zeigt, dass die Technologie noch deutlich weiterentwickelt werden muss und selbst dann noch ein großes Fragezeichen dahinter steht


Der Mirai konnte in unserem Test (hier Teil 1 und Teil 2) mit guter Verarbeitung und für Toyota durchaus hochwertigen Materialien, langstreckentauglichen Sitzen, ordentlichem Platzangebot auf allen Plätzen, und vor allem einer extremen Ruhe beim Fahren überzeugen. Abstriche müssen aber beim viel zu kleinen Kofferraum gemacht werden. Und beim Fahrverhalten, denn das viel zu weiche Fahrwerk ist eher für Fahrer geeignet, die eine sehr zurückhaltende Fahrweise an den Tag legen und die zügigere Kurven eher mit der Bremse als mit dem Gaspedal durchfahren.

Am Ende sind ganz knapp über 1.300 km zusammengekommen. Der Großteil ging naturgemäß über die Autobahn (geschätzt 80 Prozent), aber auch etliche km über Landstraßen (10 - 15 Prozent) und durch die geschlossene Ortschaften (5 - 10 Prozent) waren mit dabei. Dabei gab es alle Arten von Fahrprofil. Sofern es Tankmenge und anstehender Tankstopp zugelassen haben, wurde je nach Situation häufig beschleunigt und gebremst und wieder beschleunigt, und zwischendrin sehr zügig gefahren. Auf der anderen Seite gab es, wie in Teil 1 berichtet, ausgedehnte Sparfahrten mit sehr konstanter Fahrweise, die den Durchschnittsverbrauch natürlich wieder deutlich gesenkt haben. Die erzielte Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei 70 km/h, was kaum langsamer ist der von uns fast genauso weit getestete BMW i8, der aber einen deutlich höheren Anteil an Landstraßen hatte.

Am Ende der Testfahrt wurde sowohl durch Berechnung anhand der Tankquittungen, sowie durch Anzeige am Bordcomputer ein Durchschnittsverbrauch über die gesamte Strecke von 1,1 kg Wasserstoff pro 100 km ermittelt. Bei einem zumindest theoretisch verfügbaren Tankvolumen von 5 kg wären also Reichweiten von deutlich jenseits der 400 km kein Problem. Wie sich unterwegs gezeigt hat, lässt sich der Verbrauch auf einzelnen Etappen durch den Gasfuß gezielt positiv beeinflussen, was sogar an die 500 km als realistisch erscheinen lässt. Doch Werte von 0,8 kg wurden selbst auf den Sparetappen höchstens auf einem längeren Gefälle und nur für kurze Zeit erreicht, bevor es wieder auf 0,9 kg ging. Mit anderen Worten: der kombinierte Testverbrauch laut Prüfnorm in Höhe von 0,76 kg lässt sich in diesem Fahrzeug auf der Straße im Prinzip nicht erreichen, doch die realistische Reichweite ist trotzdem mehr als ausreichend.

Wasserstoff hat derzeit keinen Marktpreis, doch das ausführende CEP berechnet über seine per Tankkarten gesteuerten Tankstellen pro kg einen Betrag von 9,50 Euro. Dementsprechend sind auf der gesamten Tour Kraftstoffkosten in Höhe von etwas über 10 Euro pro 100 km aufgelaufen, was man mit einem vergleichbar großen und sogar stärkeren Diesel sicher relativ leicht unterbieten kann. Dieser ist dann aber ungleich lauter, und lässt auch den spontanen Anzug des Elektromotors aus dem Stand heraus und bei jeder Geschwindigkeit vermissen, der den Mirai zu einem so spaßigen Begleiter im Alltag macht. Ob Wasserstoff aber tatsächlich der Kraftstoff der Zukunft sein kann, werden wir in einem gesonderten Artikel zu klären versuchen.

Meinung des Autors: Ärger beim Tanken, sofern man überhaupt eine Tankstelle findet, und am Ende nicht einmal günstiger als ein Diesel. Doch das ist nur die eine Seite des Toyota Mirai, denn seine wahre Konkurrenz sind Elektroautos mit Akku. Und da glänzt das Wasserstoff-Auto, denn frische Energie steht deutlich schneller wieder bereit.
 

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