Toyota Auris Hybrid nach Facelift im Fahrbericht

Diskutiere Toyota Auris Hybrid nach Facelift im Fahrbericht im Toyota Auris Forum im Bereich Toyota; Seit ziemlich genau drei Jahren bietet Toyota die zweite Generation des Kompaktwagens Auris an, der jetzt gründlich überarbeitet wurde. Das gilt...
Seit ziemlich genau drei Jahren bietet Toyota die zweite Generation des Kompaktwagens Auris an, der jetzt gründlich überarbeitet wurde. Das gilt auch für die umweltfreundliche Hybrid-Version, bei der ein zusätzlicher Elektromotor den Benzinmotor unterstützt. Wir haben uns das sogenannte Facelift auf einer kurzen Ausfahrt angesehen


Wie bei einer Modellpflege nach drei oder vier Jahren üblich, wurden außen Anbauteile wie die vorderen und hinteren Stoßfänger neu gestaltet. Im Innenraum fallen die Änderungen ähnlich aus, hier wurde die Armaturentafel überarbeitet, aufgewertet und ein neues, 4,2 Zoll großes TFT-Farbdisplay erweitert. Weitere Maßnahmen betreffen Fahrwerk und Lenkung, zudem wurde das Geräuschniveau im Inneren des Fahrzeugs gesenkt. Die Maßnahmen haben dem Auris sichtlich gut getan, denn er steht optisch und haptisch deutlich schöner und besser da als zuvor. Überarbeitet wurde dabei auch die Auslegung des Getriebes, das jetzt nicht mehr dafür sorgt, dass der Motor verbrauchsfreundlich, aber akustisch ungewohnt bis nervig in einem Drehzahlbereich verharrt. Diese Änderung wurde angeblich auf vielfachen Kundenwunsch gemacht. Auch die Fortschritte beim Fahrverhalten können sich sehen, hören beziehungsweise spüren lassen, denn es geht (bei unserem gemäßigtem Tempo) sehr ruhig zu, während die Federung einerseits langstrreckentauglich komfortabel ist, und andererseits auch eine etwas dynamischere Gangart verkraftet.

Wobei man aber ganz klar sagen muss, dass letzteres ganz sicher nicht zu den Paradedisziplinen des Auris Hybrid gehört. Das wegen der verbauten Akkus vergleichsweise hohe Gewicht sorgt für relativ schwachen Anzug und in schnellen Kurven für merkbares Schieben über die Vorderräder. Zudem hat das Hybrid-Auto werkseitig eine eingebaute Spaßbremse, denn in der "Normal"-Stellung nimmt der Wagen Gaspedalbefehle nur sehr zögerlich an. Durch die somit verringerte Beschleunigung soll der Verbrauch gesenkt werden, doch gefühlt fährt sich der Auris Hybrid damit wie mit angezogener Handbremse. Hybrid-Fahrer werden sich daran aber schnell gewöhnen und die Funktion zum Einbremsen des inneren Schweinehundes zu schätzen wissen. Und wer es mal etwas flotter angehen lassen will, schaltet einfach auf "Sport", denn dann reagiert das Gaspedal deutlich zügiger und direkter auf den Gasfuß.


Dabei muss man keinerlei Einschränkungen bei der Alltagstauglichkeit in Kauf nehmen. Da die Akkus für den Elektromotor unter der Rückbank untergebracht sind, gibt es keine Einschränkungen beim Platzangebot für Passagiere und Gepäck. Und auch preislich ist der Auris Hybrid eine Überlegung wert, denn dank der neu eingeführten Basis-Ausstattungslinie Cool ist er bereits ab 22.990 Euro für den Fünftürer und 24.190 Euro für den Kombi erhältlich. Damit kostet er nur 400 Euro mehr als der stärkste Benziner in dieser Ausstattung, der aber statt der Systemleistung des Hybrid von 136 PS nur 116 PS leistet.

Fazit: Der überarbeitete Auris Hybrid macht seine Sache in jedem Fall gut. Die Überarbeitung hat dem Golf-Gegner sichtbar und fühlbar gut getan, was man sowohl am Fahrverhalten als auch an der neuen Wohnlichkeit merkt. Das Hybrid-Konzept von Toyota ist ohnehin ohne Makel, denn auch im Auris arbeitet es zuverlässig und unauffällig. Und es erfüllt seinen Zweck, denn der Testverbrauch auf unserer Runde war merklich niedriger, als er mit einem herkömmlichen Benziner gewesen wäre. Das erfordert konzeptbedingt aber eine etwas andere Fahrweise, als dies viele Autofahrer gewohnt sind. Zudem fällt der Verbrauch wegen der geänderten Getriebeauslegung geringfügig höher aus als vor dem Facelift. Die für viele Insassen angenehmere Geräuschentwicklung fordert da also eindeutig ihren Tribut.

Meinung des Autors: Der Toyota Auris Hybrid ist mit dem Facelift deutlich besser geworden. Am Antrieb wurde auch etwas geändert, doch die für viele Ohren stimmigere Akustik hat beim Verbrauch ihren Preis. An dieser Änderung dürften sich die Meinungen der Hybrid-Fans spalten, die Sparfüchse unter ihnen werden jedenfalls unglücklich sein.
 
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