Tesla Model X: Qualitäts- und Konstruktionsmängel von Verbraucherorganisation kritisiert

Diskutiere Tesla Model X: Qualitäts- und Konstruktionsmängel von Verbraucherorganisation kritisiert im Tesla Model X Forum im Bereich Tesla Elektroauto; In Kürze sollen die ersten neuen Elektroautos Model X von Tesla an deutsche Kunden ausgeliefert werden. Ob sich diese aber vorbehaltlos am Auto...
In Kürze sollen die ersten neuen Elektroautos Model X von Tesla an deutsche Kunden ausgeliefert werden. Ob sich diese aber vorbehaltlos am Auto erfreuen dürfen, steht auf einem anderen Blatt, denn in den USA meldet das Pendant zur deutschen Stiftung Warentest diverse grundlegende und hausgemachte Mängel am Fahrzeug. Allerdings muss sich auch die Organisation selber Kritik gefallen lassen



Eigentlich hätte das Model X bereits Ende 2014 auf den Markt kommen sollen. Aufgrund von diversen Problemen beim Anlauf der Serienproduktion, die unter anderem von den komplizierten hinteren Türen verursacht wurden, sind die ersten Fahrzeuge aber erst Ende September 2015 an die Kunden in den UDA geliefert worden. In Europa und somit auch in Deutschland warten die Erstkäufer bislang jedoch vergeblich auf das neue SUV. Vor rund zwei Wochen hat uns allerdings eine Unternehmensvertreterin auf Anfrage mitgeteilt, dass die ersten Exemplare des Model X vermutlich noch im 2. Quartal hierzulande ankommen und verteilt werden. Die Vorfreude der Käufer könnte aber einen herben Dämpfer erhalten, wenn sie eine aktuelle Meldung der Verbraucherorganisation ConsumerReports aus den USA lesen. Dort ist die Rede davon, dass sich in diversen Foren zahlreiche Nutzer über Qualitätsmängel an den ersten in den USA ausgelieferten Fahrzeugen beklagen.

Bemängelt werden unter anderem Probleme mit den sogenannten Falcon Doors, die mithilfe eines komplexen Mechanismus sehr platzsparend nach oben öffnen. Zudem soll es Verarbeitungsmängel im Innenraum, schlecht ausgeführte Lackierungen, Fehlfunktionen bei den Rücksitzen, große Spaltmaße und Defizite bei der Klimatisierung des Innenraums geben. Exemplarisch wird das neue Model X P90D des 75-jährigen Rentners Michael Karpf aufgeführt, das unter zahlreichen Mängeln leidet. Angefangen hat es mit den hinteren Türen, die sich nicht schließen ließen. Später erkannte eine der Türen beim Öffnen ein Hindernis nicht, was mit einer Delle im Blech endete. Auch die Fahrertür machte Probleme, als sie sich nicht einmal von Innen öffnen ließ. Zudem wurde der Fensterheber von einem Chromteil blockiert, so dass sich Fenster nicht öffnen ließen. Zudem sorgte noch der große Zentralmonitor für Probleme, weil er wiederholt eingefroren ist. Diese Probleme wurden allerdings allesamt im Service Center des Unternehmens schnell und vollständig beseitigt.

Das wird sich bei anderen "Fehlern" jedoch nicht oder nicht ganz so schnell umsetzen lassen. Im Model X verbaut Tesla nach eigenen Angaben die "größte auf dem Markt erhältliche Windschutzscheibe". Diese ist relativ stark gebogen, was laut ConsumerReports dazu führt, dass Scheinwerfer, Rücklichter und Straßenlaternen bei Nacht teilweise verzerrt sichtbar sind, oder durch den "Double Vision" genannten Effekt doppelt gesehen werden. Dies soll auf Dauer sehr ermüdend sein, zudem seien Entfernungen dadurch nur schwer abzuschätzen. Ein weiteres Problem ist die offenbar unzureichende Heizleistung im Model X, das über ein größeres Innenvolumen als die Limousine Model S verfügt, und daher ohne Abwärme eines Verbrennungsmotors noch schwerer zu beheizen ist.

Angesichts nur wenigen tausend bislang produzierten Fahrzeugen fallen so geballte Fehlermeldungen natürlich extrem stark ins Gewicht. Problematisch an den Aussagen der Verbraucherorganisation ist allerdings, dass diese nicht auf eigenen Untersuchungen beruhen, sondern lediglich eine Zusammenfassung von im Internet gemeldeten Fehlern darstellen. Zudem werden diese auch noch unreflektiert wiedergegeben, wie das folgende Beispiel zeigt: bei der Benutzung des sogenannten Autopilot haben sich die Straßenverhältnisse geändert, weswegen der erwähnte Rentner gezwungen wurde, schnell selbst die Steuerung zu übernehmen. Dies allerdings ist völlig normal, denn die Technik ist zwar relativ weit fortgeschritten, befindet sich jedoch noch im Beta-Stadium und ist daher längst noch kein vollwertiger Ersatz eines echten Fahrers. Dies konnten wir bei unserem Test des Model S mehrfach feststellen, und auch der ADAC hat dies bestätigt.

Trotzdem ist Tesla gut beraten, sich schnellstens um alle Mängel zu kümmern, denn das Unternehmen steht stark im Fokus der Öffentlichkeit. Laut eigenen Aussagen und auch den Erfahrungen der Kunden ist dies allerdings auch der Fall, denn alle Probleme werden schnell, kompetent und kostenlos beseitigt, während gleichzeitig die Produktion immer fehlerfreier wird. Aber vielleicht sollte man auch einfach nur den Rat von ConsumerReports beherzigen, der definitiv nicht nur auf Tesla und das Model S zutrifft: Kaufen Sie niemals ein Fahrzeug in seinem ersten Produktionsjahr, vor allem dann nicht, wenn es sich um eine so grundlegende Neukonstruktion handelt.

Meinung des Autors: Tesla ist eine junge Firma, und das SUV Model X ist ein brandneues Fahrzeug. Da ist es kaum verwunderlich, wenn es anfangs zu Qualitätsproblemen kommt. Immerhin werden die Mängel schnell und ohne Kosten beseitigt. Wirklich ärgerlich sind jedoch grundlegende Konstruktionsprobleme, von denen es auch einige geben soll.
 
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