Tesla Model S mit Elektroantrieb im Fahrbericht von Autoextrem

Diskutiere Tesla Model S mit Elektroantrieb im Fahrbericht von Autoextrem im Tesla Elektroauto Forum im Bereich Elektroauto; Elektrofahrzeuge beschleunigen zwar aus dem Stand heraus zügig und vor allem kontinuierlich, was gefühlt für gute Fahrleistungen sorgt. Wirklich...
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geronimo

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Elektrofahrzeuge beschleunigen zwar aus dem Stand heraus zügig und vor allem kontinuierlich, was gefühlt für gute Fahrleistungen sorgt. Wirklich dynamisch sind die Autos im Normalfall aber nicht. Und auch die Reichweite ist mit Spitzenwerten von 200 km nur relativ beschränkt. Es gibt jedoch ein Auto, für das beide Aussagen nicht gelten, nämlich das Model S des US-amerikanischen Herstellers Tesla. Wir konnten den elektrischen Wunderknaben einem kurzen Test unterziehen


Der Tesla Model S ist eines der ganz wenigen Elektroautos, das bereits bei der Entwicklung ganz konsequent auf den Strombetrieb ausgelegt wurde. Dadurch konnten die Amerikaner im Innenraum großzügige Platzverhältnisse schaffen, die denen mancher Oberklasse-Limousinen deutscher Premium-Hersteller in nichts nachstehen. Noch eindrucksvoller ist jedoch das Kofferraumvolumen, denn neben den 745 Litern hinter der Rückbank stehen vorne noch einmal 150 Liter zur Verfügung. Bei umgeklappter Rückbank bietet der Tesla ein Gesamtvolumen von 1.795 Litern, was so manchem Kombi zur Ehre gereichen würde. Der hintere Kofferraum ist dabei im Bereich vor der Heckklappe so tief, dass die Passagiere auf der optionalen zweiten Rückbank ihre Füße dort entspannt abstellen können. Diese Option lässt sich der Hersteller allerdings mit stolzen 1.550 Euro bezahlen.

Abgesehen von diesem teuren Extra, das für die meisten Käufer verzichtbar sein dürfte, ist das Model S preiswerter als die meisten Menschen glauben. Die günstigste Version mit einem Akkupack mit 60 kWh Kapazität und einer Reichweite von bis zu 370 km ist bereits ab 71.840 Euro zu bekommen. Für etwas über 10.000 Euro mehr speichert die Batterie 85 kWh, was für eine maximale Fahrstrecke von 480 km ausreichen soll. Das Top-Model mit dem Namenszusatz Performance kostet 96.340 Euro, verfügt ebenfalls über die große Batterie und verspricht noch einmal bessere Fahrleistungen. Dazu aber später mehr, denn erst einmal gilt es, sich dem ungewöhnlichen Innenraum zu widmen.


Was sofort auffällt, ist der riesige Touchscreen in der Mittelkonsole, der mit 17 Zoll Diagonale größer ist als so mancher Bildschirm eines Laptos. Über diesen Monitor wird die komplette Einstellung aller Funktionen des Fahrzeugs gesteuert. Und das funktioniert erstaunlich gut, denn die Menüs sind logisch aufgebaut und schnell zu durchschauen. Der berührungsempfindliche Bildschirm regiert extrem schnell und präzise auf alle Eingaben, was die Bedienung auch während der Fahrt flott von der Hand gehen lässt. Die Technik dahinter ist umfangreich, so gehört beispielsweise ein 200-Watt-Stereosystem mit sieben Lautsprechern zum Grundpaket. Gegen Aufpreis ist dann auch noch eine Navigationslösung integriert, deren gespeicherte Karten während der ersten 7 Jahre kostenlos aktualisiert werden und die über das Internet auf die Daten von Google Maps inklusive Satellitenbildern zugreift. Das Internet ist im Tesla ohnehin fester Bestandteil, weshalb sich auch das Webradio nutzen lässt. Während der ersten vier Jahre muss sich dabei kein Tesla-Kunde Gedanken über das Datenvolumen machen, denn eine uneingeschränkte Flatrate über den Anbieter Orange ist im Preis enthalten.

Nachdem alle Einstellungen gemacht wurden, war es Zeit, den Tesla Model S Performance auf der Straße zu testen. Und dort kann das Elektrofahrzeug nicht nur überzeugen, sondern schlichtweg begeistern. Die Beschleunigung des Top-Modells beträgt laut Prospekt 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h, im Internet wird ein Wert von 4,4 Sekunden angegeben. Der Begleiter bei der Testfahrt sprach gar von 4,2 Sekunden, die mittlerweile gemessen wurden. Dabei sind die Hinterkommastellen eigentlich völlig egal, denn sie können nicht einmal ansatzweise vermitteln, wie das Elektroauto in der Realität abgeht. Beim Tritt auf das Gaspedal beschleunigt das Fahrzeug aus dem Stand heraus sofort mit der vollen Kraft seiner 416 PS und vor allem seiner 600 Nm Drehmoment, die bereits ab der ersten Millisekunde in vollem Umfang zur Verfügung stehen. Auch während der Fahrt reagiert der Tesla auf Befehle des Gaspedals so direkt als wenn das Auto direkt mit dem zentralen Nervensystem des Fahrers gekoppelt wäre. Und das Ganze geschieht systembedingt natürlich völlig lautlos, was die Faszination für dieses Fahrzeug noch einmal deutlich erhöht. Die beim teuersten Modell serienmäßige aktive Luftfederung bietet dabei viel Komfort, das optionale Performance Plus Paket mit veränderter Abstimmung des Fahrwerks und verbreiterter Spur an der Hinterachse sorgt auch in schnellen Kurven für entsprechende Dynamik.


Es ist nur schwer möglich, sich der Faszination, die von diesem Fahrzeug ausgeht, zu entziehen. Allerdings müssen die Käufer natürlich mit den systembedingten Nachteilen leben, denn auf langen Strecken ist die Reichweite immer noch ein Thema, auch wenn sich ohne Probleme Stecken von über 450 km zurücklegen lassen. Tesla wird es den Kunden aber leicht machen, denn bis Ende kommenden Jahres will das Unternehmen quer durch Europa eigene Ladestationen aufbauen. An diesen "Supercharching"-Stationen können die Besitzer ihr Fahrzeug innerhalb von 20 Minuten kostenlos mit 50 Prozent der Energie aufladen. Fahrten quer durch Europa sollen so problemlos machbar sein, ohne dass allzu lange Pausen notwendig sind. Dies gilt übrigens auch für den Alltagsbetrieb, denn ein Tesla muss - zumindest in der Theorie - nicht zur Inspektion. Zwar gibt es eine "Inspektions-Empfehlung" für alle 20.000 km, doch wenn man sich nicht daran hält, hat dies keine Auswirkungen auf die Garantie. Immerhin müssen bei einem Elektroauto weder Motoröl noch irgendwelche Teile gewechselt werden. Apropos Garantie: Die Basisversion hat 8 Jahre oder 200.000 km Garantie auf die Batterie, bei den beiden größeren Modellen fällt die Kilometerbeschränkung komplett weg.

Der Tesla S kann über Händler in Frankfurt und München bestellt werden, weitere Stützpunkte in Düsseldorf, Hamburg und Stuttgart stehen kurz vor der Eröffnung. Diese werden die Besitzer aber wohl nur selten zu sehen bekommen, denn Updates des Fahrzeugs lassen sich per Internet aufspielen. Ein solches Update wird den deutschen Besitzern in Kürze zur Verfügung gestellt, danach wird das komplette Menü auch in Deutsch verfügbar sein. Bislang ist die Menüsprache, von wenigen Ausnahmen abgesehen, noch Englisch. Bislang hat Tesla 50 Fahrzeug in Deutschland ausgeliefert, viele weitere dürften noch folgen. Denn mit seinem ungewöhnlichen Konzept dürfte das Model S eine ernsthafte Alternative zu den Oberklasse-Modellen anderer Hersteller sein, sofern man bereit ist, mit den diversen Nachteilen zu leben. Zu denen zählt übrigens auch, dass es kaum Assistenzsysteme wie eine automatisierte Geschwindigkeitsregelanlage, Fahrspur- oder Totwinkelassistent oder Verkehrszeichenerkennung gibt. Diese sind für viele Nutzer aber ohnehin teilweise eher störend als nützlich, weshalb sie oftmals beim Kauf teuer bezahlt werden, später jedoch deaktiviert werden.
 
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