Tesla Model S: erster tödlicher Unfall mit Autopiloten - UPDATE

Diskutiere Tesla Model S: erster tödlicher Unfall mit Autopiloten - UPDATE im Tesla Model S Forum im Bereich Tesla Elektroauto; Vor nunmehr zwei Tagen hat sich auf einem Highway in Florida ein schrecklicher Unfall mit einem Tesla Model S zugetragen, bei dem der Fahrer im...
maniacu22

maniacu22

Threadstarter
Dabei seit
26.02.2013
Beiträge
513
Ort
Leipzig
Vor nunmehr zwei Tagen hat sich auf einem Highway in Florida ein schrecklicher Unfall mit einem Tesla Model S zugetragen, bei dem der Fahrer im Autopilot-Modus ungebremst unter einem Sattelschlepper geriet und tödlich verunglückte





UPDATE vom 04.07.2016 14:55 Uhr

In einem ergänzenden Artikel der Kollegen von electrek.co hat man nun weitere Details zu dem Unfallhergang des Tesla S in Erfahrung bringen können. Demnach soll der Autopilot die Plane des querenden Lastwagen-Anhängers für ein hochhängendes Straßenschild gehalten haben, da die Seitenwand des Anhängers bezüglich ihrer Radar-Signatur der eines Verkehrsschildes sehr ähnlich gewesen sein soll. Aus diesem Grund ist das Fahrzeug selbst nach Verlust der Windschutzscheibe sowie des Daches nach Polizeiangeben zunächst weiter gefahren und kam erst zum Stillstand, nachdem es von der Fahrbahn abgekommen ist und einen Strommast getroffen hat.

Tesla weist aber auch hier nochmals eindrücklich darauf hin, dass der Fahrmodus "Autopilot" das Fahrzeug noch lange nicht zu einem autonomen, selbstfahrenden Fahrzeug machen würde. Vielmehr soll der Autopilot-Modus als Fahrassistenz-System verstanden werden, welches den Fahrer unterstützen soll.

Speziell hier in Deutschland sollte jeder Inhaber eines Führerscheins wissen, dass der Fahrer während der Fahrt beide Hände am Steuer zu haben hat. Dieses Prinzip kann und darf derzeit nicht ausgehebelt werden, auch nicht von einem Tesla Model S.


Original-Artikel vom 01.07.2016 15:40 Uhr

Obwohl der Tesla Model S ein sehr modernes und zugleich sicheres Fahrzeug darstellt, hat dieser auch viele Extras wie den experimentellen Autopiloten, welche explizit als experimentelle Fahrhilfen deklariert sind, die sich noch im Betastadium befinden und deswegen nur unter Berücksichtigung diverser Vorsichtsmaßnahmen genutzt werden dürfen. So sollen zum Beispiel bei der Verwendung des Autopiloten die Hände (theoretisch) immer am Lenkrad sein, damit im Ernstfall genügend Zeit zum Reagieren bleibt. Dennoch scheinen sich viele auf diese Fahrhilfen einhundert prozentig zu verlassen, was sich nach den neuesten Ereignissen als tödlicher Fehler darstellt.


Demonstrations-Video des Autopiloten​


Wie der Autobauer jetzt im firmeneigenen Blog mitteilt, hat es jetzt in Florida (USA) genau einen solchen Ernstfall gegeben, der zudem von einem "tragischen Verlust" überschattet wird - dem Fahrer des Tesla Model S.

Der Unfall ereignete sich auf einem Highway mit geteilter Richtungsfahrbahn, auf welcher ein Sattelzug die Fahrbahn querte. Der besagte Tesla S befand sich ebenfalls auf dieser Strecke, doch schien weder der Fahrer noch der aktivierte Autopilot diesen querenden Sattelzug bemerkt haben und soll ungebremst unter dessen quer stehenden Anhänger gerast sein, wobei das Dach inklusive Windschutzscheibe sprichwörtlich "abrasiert" worden sind.

In dem Bericht geht man davon aus, dass sich das Unglück deshalb ereignet hat, da sowohl der Sattelzug als auch der dahinter sichtbare Himmel fast die gleiche helle Farbe aufgewiesen haben.

Hinsichtlich der Unfallstatistik hat sich Tesla ebenfalls zu Wort gemeldet:

This is the first known fatality in just over 130 million miles where Autopilot was activated. Among all vehicles in the US, there is a fatality every 94 million miles. Worldwide, there is a fatality approximately every 60 million miles.
"Dies ist der erste bekannt gewordene tödliche Unfall, bei einer gesamten Fahrstrecke der Tesla-Autopiloten von über 130 Millionen Meilen (etwa 210 Millionen Kilometer). Den Statistiken zufolge weisen alle anderen Fahrzeuge in den USA aller 94 Millionen Meilen (rund 151 Millionen km) einen Unfall mit tödlichen Ausgang auf. Weltweit liegt diese Zahl sogar bei etwa 60 Millionen Meilen (rund 97 Millionen km)."

Aktuell ermittelt die US-Straßenverkehrssicherheitsbehörde NHTSA (National Highway Traffic Safety Administration) in diesem Fall, da man feststellen muss, ob der Autopilot auch den Erwartungen entsprechend funktioniert hat. Tesla betont allerdings, dass sich der in den Fahrzeugen befindliche Autopilot noch im Betastadium befände und nicht standardmäßig aktiviert sei. Sollte dieser in Betrieb genommen werden wollen, muss der Fahrer zunächst einen Disclaimer akzeptieren und zudem laufend die Hände am Lenkrad lassen.

Zudem weißt Tesla auch darauf hin, dass die Software des Autopiloten lernfähig sei und mit immer mehr Fahrtkilometern immer seltenere Ereignisse kennenlernen kann:

"Autopilot is getting better all the time, but it is not perfect and still requires the driver to remain alert. Nonetheless, when used in conjunction with driver oversight, the data is unequivocal that Autopilot reduces driver workload and results in a statistically significant improvement in safety when compared to purely manual driving."
"Der Autopilot wird mit der Zeit immer besser, aber er wird niemals zur Perfektion gereichen, da er nach wie vor den Zustand erfordert, dass der Fahrer aufmerksam bleibt..."

Auch wenn Tesla weder Name noch genaues Unfalldatum im Bericht erwähnt, scheint das Opfer dem Unternehmen nicht unbekannt gewesen zu sein. Man spricht der Familie und den Angehörigen mit folgenden Worten Anteilnahme aus:

He was a friend to Tesla and the broader EV community, a person who spent his life focused on innovation and the promise of technology and who believed strongly in Tesla’s mission. We would like to extend our deepest sympathies to his family and friends.
"Er war ein Freund Teslas sowie der Community der Elektrofahrzeuge. Er galt als eine Person, welche ihr Leben auf die Innovation fokussiert hatte und fest an Teslas Mission geglaubt hatte, sich dem Versprechen der Technik zu widmen. Wir möchten unser tiefstes Beileid seiner Familie und Freunden zum Ausdruck bringen."




Meinung des Autors: Man sollte sich trotz aller technischer Innovationen nicht allzu sehr auf die Technik verlassen. Der hier beschriebene, tödliche Unfall beruht auf einer Verkettung unglaublich vieler unglücklicher Umstände, doch dennoch sollte man immer daran denken, dass die ganzen Assistenz-Systeme eben "nur assistieren" sollen und nicht das Autofahren komplett übernehmen werden. Fahrt also mit eurem Auto immer so, als wären die Assistenzsysteme gar nicht vorhanden, ganz gleich ob es sich um ABS, ESP, Spurkontrolle oder eben auch um einen Autopiloten handelt.
 
Squitsch

Squitsch

Mod ist sein Hobby
Moderator
Dabei seit
10.02.2006
Beiträge
3.412
Ort
Südbaden
Der hier beschriebene, tödliche Unfall beruht auf einer Verkettung unglaublich vieler unglücklicher Umstände,
Nimm's mir nicht übel, aber solche Sätze verwendet man für gewöhnlich, um die Unfallursache schönzureden.
Wenn man entweder nicht eingestehen will, dass die Technik nicht funktioniert hat, oder dass der Fahrer versagt hat.

Im vorliegenden Fall würde ich eindeutig von menschlichem Versagen sprechen.
Der Fahrer hat nicht auf den Verkehr geachtet, weswegen er nicht mehr eingreifen konnte, als es notwendig war.
 
Thema:

Tesla Model S: erster tödlicher Unfall mit Autopiloten - UPDATE

Tesla Model S: erster tödlicher Unfall mit Autopiloten - UPDATE - Ähnliche Themen

  • Tesla Model 3 und Tesla Model S werden teurer? Preiserhöhung wegen Trump?

    Tesla Model 3 und Tesla Model S werden teurer? Preiserhöhung wegen Trump?: Ich habe heute im Google News Feed in einer Überschrift gelesen Musk reagiert auf Trump und hebt die Preise für den Tesla Model 3 und den Tesla...
  • Tesla Model 3 für 24.000€ Euro in Deutschland möglich?

    Tesla Model 3 für 24.000€ Euro in Deutschland möglich?: Ich schaue gerade ein wenig neidisch auf Korea, denn die können wohl durch Subventionen den Tesla Modell 3 für ca. 24.000 Euronen kaufen. Sowas...
  • Tesla Model 3: Premiere am 1. April als Livestream zu sehen - erste Daten und Fakten

    Tesla Model 3: Premiere am 1. April als Livestream zu sehen - erste Daten und Fakten: Beim kalifornischen Autohersteller Tesla gibt es die Vorstellung eines neuen Modell noch seltener als bei Rolls-Royce, die letzte Premiere gab es...
  • Tesla Model S: kabelloses Laden - erstes Modul zur Vorbestellung freigegeben

    Tesla Model S: kabelloses Laden - erstes Modul zur Vorbestellung freigegeben: Ein elektrisches Fahrzeug aufzuladen ist ziemlich einfach, denn es muss lediglich ein Stecker in den entsprechenden Steckplatz gesteckt werden...
  • Tesla Model S und Renault Zoe als erste Elektroautos mit 5 Sternen im ADAC EcoTest

    Tesla Model S und Renault Zoe als erste Elektroautos mit 5 Sternen im ADAC EcoTest: Bereits seit 2003 testet der Automobilclub ADAC Autos auf ihre Umweltverträglichkeit, im März 2012 wurden die Prüfkriterien noch einmal deutlich...
  • Ähnliche Themen

    Top