Tachomanipulation beim Autokauf - folgende Hinweise geben Aufschluss

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maniacu22

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Eines der größten Unsicherheiten beim Kauf eines Gebrauchtfahrzeugs sind neben verschwiegenen Unfallmängeln ein möglicher manipulierter Tacho - nicht zu Unrecht. Welche Anzeichen es für einen Tachobetrug gibt oder wie man diesen aus dem Weg gehen kann, erfahrt ihr in diesem Praxis-Tipp




Seitdem die moderneren Gebrauchtwagen einen digitalen, statt des bisherigen analogen Tacho aufweisen, ist eine Manipulation dessen deutlich einfacher geworden. Bei einem digitalen Tacho genügt heute schon ein einfaches Gerät samt Kabel, welche über eine Bestellung im Internet keine 50 Euro kosten. Wer selbst keine Hand anlegen möchte, kann diese Arbeit auch Dienstleister übernehmen lassen, was dann allerdings rund 100 Euro pro Fahrzeug kostet. Das die Manipulation von Zählerständen zugenommen hat, kann der Automobilclub AvD melden, welcher von einer Tachomanipulation bei jedem dritten Kilometerstand ausgeht.

Bei der Manipulation des Tachos handelt es sich aber um kein Kavaliersdelikt. Laut deutschem Strafrecht handelt es sich bei diesem Vorgang um einen handfesten Betrug, welcher mit bis zu einem Jahr Freiheitsentzug und einer empfindlichen Geldstrafe geahndet wird.

Das ist allerdings noch nichts im Vergleich zu den damit angerichteten Schäden, die weitaus höher liegen. Der ADAC rechnet mit einem volkswirtschaftlichen Schaden durch Tachomanipulation von bis zu 6 Milliarden Euro - pro Jahr.

Die Gründe für eine Tachomanipulation liegen natürlich auf der Hand. So schätzen Experten, dass Auto-Verkäufer durch die Manipulation im Schnitt 3000 Euro mehr erzielen können, wobei bei hochwertigeren Fahrzeugen deutlich mehr Profit erwirtschaftet werden kann.

Aus diesem Grund fordern die Automobilverbände und auch Polizei schon seit längerem Schutzmaßnahmen gegen die Manipulation an Fahrzeug-Tachos. Das es sich bei dieser Forderung nicht um Utopie handelt, können die Belgier beweisen, die bereits seit gut 10 Jahren den sogenannten "Car Pass" eingeführt haben, welcher bei jedem Fahrzeug die Historie dokumentiert. Also ähnlich eines verpflichtenden Service-Heftes. Seitdem gehören Tacho-Manipulationen in Belgien nahezu der Vergangenheit an. Matthias Braun, Generalsekretär des AvD fordert, dass "dem Verbraucher eine verlässliche und glaubwürdige Dokumentation des Tachostandes in die Hand gegeben werden muss." Alternativ dazu könnte man auch über ein digitales Fahrtenbuch nachdenken, welches solchen Manipulationen endlich einen Riegel vorschieben könnten, doch Industrie und Politik zaudern diesbezüglich weiter.

Wer sich beim Autokauf nicht sicher ist, ob der Tachostand möglicherweise manipuliert worden ist, kann sich mit folgenden Tipps vielleicht weiterhelfen:


Fahrzeugdokumente

  • Serviceheft - bei jeder Inspektion oder auch Reparatur wird der Kilometerstand im entsprechenden Bericht festgehalten. Falls es hier größere Lücken geben sollte, oder anderweitig Zweifel aufkommen, einfach die Werkstatt kontaktieren, da sich professionelle Betrüger gerne mal Blanko-Servicehefte samt Stempel besorgen und somit die gesamte Historie fälschen.
  • TÜV-Berichte überprüfen - auch in TÜV-Berichten muss der Kilometerstand des Fahrzeugs vermerkt werden. Obwohl TÜV-Berichte wesentlich schwieriger als Service-Hefte zu fälschen sind, sollte man hier aber auch nicht zu blauäugig sein.


Zustand des Innenraums prüfen

  • Während sich äußerlich kaum Indizien auf eine hohe Kilometerlaufleistung erfassen lassen, sieht das Bild im Innenraum schon ganz anders aus. Ist das Lenkrad abgegriffen, die Pedale abgenutzt oder auch die Sitze durchgesessen beziehungsweise die Sitzpolster an den Rändern verschlissen, kann das auf eine hohe Kilometerlaufleistung hindeuten. Aber Achtung, bei besonders teuren Fehrzeugen kann sich selbst ein Austausch der genannten Teile lohnen, da sich der später veranschlagte Verkaufspreis selbst mit den Austauschteilen noch für die Betrüger lohnt.


Vorbesitzer und dessen Vorbesitzer ausfindig machen

  • Ist das Fahrzeug nicht gerade erster Hand, kann man auch den vorherigen Halter kontaktieren. Auf der Zulassungsbescheinigung Tail II sind bis zu zwei der vorherigen Halter vermerkt, die es sich im Zweifelsfall zu kontaktieren lohnen kann. Eventuell kann sich dieser noch grob an den Kilometerstand erinnern, welcher dann zu Vergleichszwecken herangezogen werden kann.


Fehlerspeicher des Fahrzeugs auslesen

  • Fast alle der neueren Gebrauchtfahrzeuge haben einen Fehlerspeicher, welcher von Werkstätten ausgelesen werden können. Auch hier wird der Tachostand vermerkt.


Gebrauchtwagen-Check

  • Der TÜV, die Dekra sowie auch Automobilclubs wie der ADAC oder AvD bieten sogenannte Gebrauchtwagenchecks an, die von einer erfahrenen Person/Mechaniker durchgeführt werden. Die dafür 50 bis 100 Euro sind bei bestehenden Zweifeln sicherlich nicht falsch angelegt.


vor Abschluss des Kaufvertrags

Bevor der Kaufvertrag unterschrieben wird, sollte darauf geachtet werden, dass dieser den korrekten Kilometerstand beinhaltet. Zudem sollten Formulierungen wie "KM-Stand laut Tacho" oder auch "Wie gesehen" unbedingt vermieden werden, da es im Nachhinein rechtlich sehr schwierig werden kann, wenn sich herausstellen sollte, dass der Tacho manipuliert worden ist.




Meinung des Autors: Ich verstehe das ganze Prinzip nicht, dass ein Fahrzeug immer noch nach Laufleistung bewertet wird. Ein Motor hält bei guter Pflege locker seine 300.000 KM, egal ob in einem Kleinwagen oder der größten Luxus-Limousine. Das was schlechter wird, sind die Verschleißteile, die aber auch schon nach 30.000 KM kommen können. Und zudem kann ein Fahrzeug welches 200.000 KM pfleglich behandelt und ein gut geführtes Service-Heft verfügt, deutlich besser abschneiden, als ein Fahrzeug, welches reale 50.000 KM auf der Uhr hat, dafür aber 3-4 Vorbesitzer und permanent durch Schlaglöcher, über Holpersteine und durchs Gelände gescheucht worden ist. Bin ich froh, dass meine Celica T20 noch den guten alten analogen Tacho hat, der trotzdem "nur" 187.000 KM anzeigt, und das mit über 20 Jahren :-)
 
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