Skoda Rapid Spaceback: Fahrbericht des ungewöhnlichen Kombi

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geronimo

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Als Skoda den Rapid auf den Markt brachte, gab es neben viel Lob auch reichlich Kritik. Das lag nicht alleine an dem in Deutschland unbeliebten Fließheck mit angedeutetem Kofferraum, sondern unter anderem auch an diversen Abstrichen bei Verarbeitung und Ausstattung. Auf der IAA im Herbst vergangenen Jahres wurde der Kombi mit dem Namenszusatz Spaceback vorgestellt, was Skoda als Anlass genommen hat, beim Rapid etwas Feinarbeit zu betreiben. Wir haben den kompakten Raumwagen bei einer ausgedehnten Ausfahrt genauer unter die Lupe genommen


"Bananenprinzip ist ein sarkastischer Ausdruck für die Idee, ein noch unreifes (sprich: mangelhaftes) Produkt könne beim Verbraucher reifen. Grundlage ist die Tatsache, dass Bananen unreif geerntet, grün ausgeliefert und erst nach einer Reifezeit beim Zwischenhändler oder gar beim Endverbraucher genießbar werden. [...] Der Ausdruck wird vorrangig in Wirtschaftszweigen verwendet, die mit Kraftfahrzeugen, Rechner-Bauteilen oder -Programmen handeln."

So formuliert wikipedia das, was so mancher empfunden haben dürfte, der bereits früher mit dem Skoda Rapid unterwegs gewesen ist und jetzt den Spaceback zu Gesicht bekommen hat. Doch der Reihe nach: Nach der Markteinführung war die Meinung über den Rapid durchaus geteilt. Während die einen das Platzangebot, das Aussehen und das Preis-/Leistungsverhältnis lobten, störten sich andere an diversen Details des Fahrzeugs. Einer der Hauptkritikpunkte war das verwendete Hartplastik auf dem kompletten Armaturenträger, der in sämtlichen anderen Skoda-Modellen zumindest teilweise mit aufgeschäumten Kunststoff überzogen ist. Ebenfalls kritisiert wurde, dass sich die hinteren elektrischen Fensterheber nicht vom Fahrersitz bedienen ließen, denn hier gab es in der Tat lediglich die beiden Schalter für vorne. Doch nicht nur der Innenraum wurde kritisiert, sondern auch das Fahrverhalten. Der Rapid reagierte teilweise ruppig auf Unebenheiten, darüber hinaus klagten diverse Besitzer über Polter- und andere Geräusche aus dem Bereich des Fahrwerks.


Inzwischen ist der im vergangenen Jahr vorgestellte Kombi Rapid Spaceback seit einigen Monaten auf dem Markt, und bei dessen Markteinführung hat Skoda in der Tat die Gunst der Stunde genutzt, um zumindest kleinere Nachbesserungen vorzunehmen, von denen auch die Limousine profitiert hat. Zwar wurde der Armaturenträger nicht geändert, doch immerhin können die hinteren elektrischen Fensterheber jetzt auch von vorne links aus bedient werden. Am auffälligsten sind aber die Änderungen am Fahrwerk. Aufgrund deutlich geringerer Dämmung der Karosserie als bei VW oder gar Audi sind Fahrwerksgeräusche zwar immer noch wahrnehmbar, allerdings in wesentlich geringerem Ausmaß. Auch der Federungskomfort wurde verbessert, ohne dass der Skoda jetzt durch Kurven schwimmt. Ganz im Gegenteil, denn für ein Fahrzeug seiner Klasse lässt sich der Rapid Spaceback durchaus dynamisch bewegen. Das liegt auch daran, dass der Spaceback gegenüber der Limousine ganze 18 cm kürzer ausfällt. Dabei hängt der 86-PS-TSI-Motor in unsrem Testfahrzeug überraschend gut am Gas und suggeriert zumindest den Eindruck von ausreichender Leistung. Das ganze dann auch durchaus mit moderaten /Verbrauchswerten um die 6,5 bis 7 Liter bei nicht immer zurückhaltender Fahrweise.

Dabei lässt es sich im Rapid Spaceback aber auch bequem und angenehm auf längeren Strecken reisen. Skoda-typisch wird auf den hinteren Plätzen vergleichsweise viel Beinfreiheit geboten, die vorderen Passagiere erfreuen sich an ein paar mehr Zentimetern Innenraumbreite im Vergleich zu einigen Konkurrenten. Abstriche müssen allerdings beim Kofferraum gemacht werden, zumindest im Vergleich mit der Limousine. Die gebotenen 415 Liter bei aufrecht stehender und 1.380 Liter bei umgeklappter Rückenlehne sollten in den meisten Situationen aber ausreichend sein. "Ausreichend" gilt leider auch für den Bereich Multimedia und Assistenzsysteme, wenn überhaupt. Hier hängt der Rapid, wie auch einige andere Skoda-Modelle wie der Yeti mit Facelift, leider deutlich hinter den konzerneigenen und auch -fremden Mitbewerbern zurück. Sämtliche Radios und Infotainment-Systeme sind deutlich in die Jahre gekommen und damit meilenweit von dem entfernt, was beispielsweise VW seit dem Facelift des Polo anbietet.


Noch dunkler sieht es bei den schlichtweg nicht vorhandenen modernen Assistenzsystemen aus. Abgesehen vom teilweise optionalen Fernlichtassistenten gibt es nichts in der Aufpreisliste zu finden. Wer also Dinge wie Tempomat mit Abstandradar, Totwinkel- und Einparkassistenten und ähnliches haben will, muss sich dann eben doch wieder bei den Schwestermarken umsehen, doch dort gibt es im Prinzip nur ein von der Größe her vergleichbares Fahrzeug: den Audi A3 Sportsback, der natürlich wesentlich teurer ausfällt als der Rapid Spaceback. Den Mangel an Extras versucht Skoda aber wieder einmal mit kleinen Details unter dem Motto Simply Clever zu kompensieren, was zumindest teilweise gelingt. Auf jeden Fall erleichtern die diversen Fächer und klappbaren Haken sowie andere Kleinigkeiten wie der inzwischen obligatorische Tickethalter in der Frontscheibe oder ein Eiskratzer in der Tankklappe das Leben.

Alles in allem ist der Rapid deutlich besser, als es ihm einige Leute bescheinigen wollen. Zumindest dann, wenn es sich um den Spaceback oder eine davon bereits profitierende Limousine handelt. Und so lange man mit den veralteten Unterhaltungssystemen und den fehlenden Assistenten leben kann. Dann nämlich bietet der Spaceback reichlich Platz, ein angenehmes Fahrwerk mit dem richtigen Kompromiss zwischen Komfort und Dynamik, ordentliche Verarbeitung und genügsame Motoren, so lange man den Turbo nicht allzu heftig fliegen lässt. Das Ganze gibt es zu einem vergleichsweise günstigen Preis. In naher Zukunft dürfte der Erfolg des Rapid Spaceback noch dadurch wachsen, dass der etwas kleinere Fabia aktuell vor dem Modellwechsel steht und die derzeitige Version deshalb nicht mehr bestellt werden kann. Bis zum Herbst ist der Rapid demnach das zweitkleinste Modell nach dem Kleinstwagen Citigo und somit ein beliebtes Einsteigerfahrzeug.
 
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