Schiersteiner Brücke: Vollsperrung könnte mehrere Wochen dauern - UPDATE

Diskutiere Schiersteiner Brücke: Vollsperrung könnte mehrere Wochen dauern - UPDATE im Aktuelles Forum im Bereich AutoExtrem; 12.02.2015, 11:50 Uhr: Die Schiersteiner Brücke zählt zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen im Rhein-Main-Gebiet, die täglich von bis zu 90.000...
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geronimo

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12.02.2015, 11:50 Uhr:
Die Schiersteiner Brücke zählt zu den wichtigsten Verkehrsverbindungen im Rhein-Main-Gebiet, die täglich von bis zu 90.000 Fahrzeugen befahren wird. Vorgestern musste die Rheinbrücke überraschend vollständig gesperrt werden, was in der Region ein heilloses Verkehrschaos ausgelöst hat. Das könnte noch einige Wochen so weitergehen



Die Brücke zwischen Mainz und Wiesbaden wurde Ende 1962 in Betrieb genommen und ist inzwischen so marode, dass der Verkehr dort nur mit maximal 60 km/h fließen darf. Inzwischen wird eine neue Brücke errichtet, deren Fertigstellung aber erst in einigen Jahren erfolgt. So lange muss die alte Brücke eigentlich noch durchhalten, doch jetzt wurde den Verkehrsplaneren ein gehöriger Strich durch die Rechnung gemacht. Am Dienstag hat sich ein Pfeiler auf der Mainzer Seite um rund 20 cm geneigt, was einen Riss sowie eine teilweise Absenkung der Fahrbahn um etwa 30 cm nach sich gezogen hat. Als Konsequenz ist die Schiersteiner Brücke am 10. Februar gegen 22 Uhr vollständig für den Verkehr gesperrt worden. Bereits gestern bildeten sich zahlreiche Staus, die teilweise eine Länge von über 15 km hatten.

In ersten Meldungen war davon die Rede, dass die Sperrung mindestens bis kommenden Montag (Rosenmontag) anhalten soll. Bereits jetzt zeichnet sich aber ab, dass dieser Termin kaum zu halten sein dürfte. Inzwischen wird damit gerechnet, dass die Reparatur und die provisorische Instandsetzung der Brücke mehrere Wochen in Anspruch nehmen wird. Dementsprechend wird es in dieser Zeit noch mehr Staus geben, als ohnehin schon, wobei vor allem die Theodor-Heuss-Brücke an der B40 als nächstgelegene Ausweichroute betroffen ist. Freuen dürfen sich hingegen die Fährbetreiber, denen ein ordentlichen Umsatzplus ins Haus steht. Einige Fährbetreiber haben bereits reagiert, und verkürzte Taktzeiten sowie einen verlängerten Betrieb umgesetzt.

Die Situation an der Schiersteiner Brücke konnte ein Vorbote auf ähnliche Ereignisse sein, denn zahlreiche Brücken und Straßen in ganz Deutschland befinden sich in einem ähnlich schlechten Zustand. Auch hier kann es jederzeit zu Einschränkungen, oder schlimmstenfall zum Kollaps kommen. Ein Beispiel von vielen ist die Rheinbrücke an der A1 bei Leverkusen, die inzwischen ebenfalls so stark geschädigt ist, dass der Schwerlastverkehr die Brücke (theoretisch) nicht mehr passieren darf und der restliche Verkehr auf 60 km/h beschränkt wird. Auch hier wird ein kompletter Neubau errichtet, der aber frühestens 2020 fertig wird und der gesamten Region über Jahre hinweg Verkehrschaos beschert.

Update, 14.02.2015, 15:57 Uhr: Frühestens im Lauf der kommenden Woche soll es erste Aussagen geben, wie lange die Sperrung der Schiersteiner Brücke andauern wird. Experten halten aber eine mittlerweile längerfristige Unterbrechung des Verkehrs für möglich. Neben den bislang vermuteten "mehreren Wochen" scheinen inzwischen offenbar sogar mehrere Monate möglich zu sein. Dafür liegen inzwischen Berichte zum Schadensverlauf vor: auf der sogenannten Vorlandbrücke hat sich ein Pfeiler und 20 cm zur Seite geneigt. In der Folge ist ein Rolllager auf aus der Halterung gesprungen, woraufhin sich die Fahrbahn um bis zu 30 cm abgesenkt hat. Als Ursache werden in der Nähe stattfindende Bauarbeiten angenommen. Die Reparatur wird in jedem Fall aufwendig und langwierig. Möglicherweise lässt sich Brücke aber zumindest teilweise wieder eröffnen, was sie angespannte Verkehrslage etwas entspannen dürfte.

Das soll auch durch Umleitung des Verkehrs geschehen. Nach Umbauarbeiten und dem Anbringen neuer Markierungen könnten dann die Anschlussstellen Mainz-Gonsenheim und Mainz-Mombach bereits Anfang der Woche wieder geöffnet werden. Für eine weitere Entspannung sollen zusätzliche Angebote der Deutschen Bahn sorgen, die auf einigen Strecken in der Region entweder mehr oder längere Züge einsetzt. Dennoch wird auf jeden Fall noch länger mit Behinderungen auf der Straße und im Öffentlichen Nahverkehr gerechnet werden.
(Bildquelle: FAZ)​


Meinung des Autors: Deutschland hat ein Problem mit seiner veralteten Infrastruktur, das ist seit langem bekannt. Glaubt ihr, dass wir die Auswirkungen in Zukunft noch öfter zu spüren bekommen?
 
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