Schattenparker: unter Bäumen drohen Lack- und Blechschäden

Diskutiere Schattenparker: unter Bäumen drohen Lack- und Blechschäden im Aktuelles Forum im Bereich AutoExtrem; Die Tage werden wieder länger, sonniger und somit auch heißer. Für viele Autofahrer ist daher ein schattiger Parkplatz unter Bäumen die erste Wahl...
Die Tage werden wieder länger, sonniger und somit auch heißer. Für viele Autofahrer ist daher ein schattiger Parkplatz unter Bäumen die erste Wahl - was jedoch nicht immer die beste Entscheidung ist. Um noch einmal auf die möglichen Nachteile für "Schattenparker" hinzuweisen, veröffentlichen wir unseren Ratgeber zu diesem Thema erneut.

14.07.2015, 14:16 Uhr:
In den kommenden Tagen wird es in Teilen Deutschlands wieder richtig heiß werden, und da sind schattige Parkplätze unter Bäumen durchaus gefragt. Doch Autofahrer sollten sich das gut überlegen, denn es droht so manche unangenehme Überraschung. Und längst nicht jeder Schaden am Fahrzeug wird von der eigenen oder einer fremden Versicherung übernommen


Im Innenraum eines im Schatten geparkten Autos ist es deutlich kühler als bei einem in der Sonne geparkten Auto, Unterschiede im deutlich zweistelligen Bereich sind keine Seltenheit. Oftmals dienen dabei Bäume als Schattenspender, doch damit gehen auch Risiken einher. Im günstigsten Fall ist das Fahrzeug nach mehreren Stunden unter einem Baum mit einem klebrigen Schmierfilm überzogen. "Hierbei handelt es sich um Blattlaussekret, auch als Honigtau bekannt", wie Carsten Graf vom Technikzentrum des ADAC verrät. Das Sekret greift moderne Lacke allerdings nicht an, und lässt sich in der Regel mit einer Wagenwäsche restlos und ohne bleibende Schäden beseitigen.

Etwas anders sieht es aus, wenn Baumharz auf den Autolack tropft. Bei hohen Temperaturen können beide chemisch ähnlichen Stoffe eine Verbindung eingehen, wodurch die obere Schutzschicht des Lacks beschädigt werden kann. Ähnlich aggressiv verhält sich Vogelkot, dessen Inhaltsstoffe ebenfalls lackschädlich sein können. Verschmutzungen dieser Art sollten nach Möglichkeit zeitnah entfernt werden, am besten noch vor Fahrtantritt. Dazu gibt es beispielsweise spezielle Reinigungstücher, alternativ können aber auch feuchte Brillenputztücher verwendet werden. Keinesfalls sollten die Flecken mehrere Tage auf dem Lack verbleiben, wo sie unter direkter Sonneneinstrahlung in den Lack einbrennen können.

Doch Verschmutzungen sind das harmlosere Problem. Schlimmer können Schäden durch herabfallende Baumteile sein, darunter etwa Nüsse oder Kastanien, aber auch ganze Äste. An windigen oder stürmischen Tagen können sich besonders große und massive Teile lösen, die beim Sturz auf ein Fahrzeug deutliche Schäden hinterlassen. Spätestens wenn so etwas passiert, stellt sich natürlich die Frage, wer für den Schaden aufkommen muss.

Bei den Eingangs beschriebenen Schäden durch Verunreinigungen ist der Fall im Prinzip klar: dafür ist jeder Fahrzeughalter selbst verantwortlich. Ähnlich sieht die Situation bei herabfallenden Früchten aus, denn das gehört zum ganz normalen Betriebsrisiko. In diesem Fall kann nur die eigene Vollkasko-Versicherung helfen, was sich aber in den seltensten Fällen lohnen dürfte. Etwas anders kann es aussehen, wenn ein ganzer Ast auf das Fahrzeug stürzt und Schäden verursacht. Dann ist unter Umständen der Besitzer haftungspflichtig. Allerdings nur dann, wenn ihm eine Verletzung der Verkehrssicherungspflichten nachgewiesen werden kann. Diesen nachzukommen ist aber gar nicht so schwer, wie Rechtsanwältin Daniela Mielchen erläutert: "Die bestehen in der Regel darin, dass zweimal im Jahr eine Sichtkontrolle durchgeführt und Maßnahmen zum Schutz gegen Astbruch und Ähnliches durchgeführt werden". Ein Nachweis, dass gegen diese Verpflichtung verstoßen wurde, dürfte nur sehr schwer zu führen sein. Im Zweifelsfall wird ein solcher Schaden als "naturgebundenes Ereignis" bewertet, für das es keinen Anspruch auf Erstattung gibt.

Fazit: so angenehm ein schattiger Parkplatz auch sein mag, in manchen Situationen sollte man besser drauf verzichten. Das gilt etwa dann, wenn gerade Kastanien und andere Baumfrüchte reif sind und von alleine vom Baum fallen. Noch vorsichtiger sollte man an Tagen sein, an denen Unwetter angekündigt sind. In diesem Fällen sollten eher höhere Temperaturen im Fahrzeug oder weitere Wege zum Parkplatz in Kauf genommen werden, als hinterher auf den Kosten für ein beschädigtes Auto sitzenzubleiben.
(Bildquelle: Karl-Heinz Laube / pixelio.de)​


Meinung des Autors: Ein schattiges Plätzchen sorgt für ein kühles Auto im Sommer. Doch unter Bäumen drohen massive Schäden, die teure Folgen haben können. Da sollte man gut abwägen, wann man wo parkt.
 
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