Saab: NEVS möchte Gläubigerschutz um 3 Monate verlängern - Aussichten weiterhin ungewiss - UPDATE

Diskutiere Saab: NEVS möchte Gläubigerschutz um 3 Monate verlängern - Aussichten weiterhin ungewiss - UPDATE im Saab Allgemein Forum im Bereich Saab; 30.11.2014, 14:23 Uhr: Das chinesische Konsortium NEVS als der aktuelle Besitzer dessen, was früher einmal Saab war, ist finanziell angeschlagen...
30.11.2014, 14:23 Uhr:
Das chinesische Konsortium NEVS als der aktuelle Besitzer dessen, was früher einmal Saab war, ist finanziell angeschlagen. Bis zum gestrigen Samstag war dem Unternehmen Zeit für die Reorganisation eingeräumt worden. Aufgrund weiterhin laufender Gespräche mit potenziellen Investoren soll die Frist noch einmal um 3 Monate verlängert werden



Die Alarmzeichen bei NEVS sind schon lange vorhanden. Im Mai diesen Jahres wurde wegen fehlendem Kapital die Produktion des einzigen Produkts, einem überarbeiteten Saab 9-3, eingestellt und bislang nicht wieder aufgenommen. Im August haben sich dann die Ereignisse überschlagen: zuerst wurde von einem Zulieferer die Insolvenz von NEVS beantragt und wieder zurückgezogen. Kurze Zeit später hat NEVS dann die sogenannte Reorganisation nach schwedischem Recht beantragt, was dem Unternehmen 3 Monate Luft verschaffen sollte, die angespannte Finanzlage durch den Abschluss von Gesprächen mit Investoren grundlegend zu verbessern.

Offenbar ist man dabei aber nicht recht weitergekommen, denn laut einem Bericht des SaabBlog unter Berufung auf einen schwedischen Radiosender soll das Verfahren nach den Wünschen von NEVS um 3 weitere Monate verlängert werden. Ein entsprechender Antrag soll am morgigen Montag beim Bezirksgericht in Vänersborg eingereicht werden. Der zuständige Richter muss dann erneut die Erfolgsaussichten auf den Einstieg eines Investors bewerten, und dabei auch die Interessen der Gläubiger von NEVS berücksichtigen. Ganz sicher werden auch die zukünftigen Erfolgsaussichten eine Rolle spielen, denn selbst wenn das Unternehmen (vorläufig) gerettet wird, bleibt ein großes Problem erst einmal weiterhin bestehen: derzeit darf NEVS den Traditionsnamen Saab nicht benutzen, was die Erfolgsaussichten auf dem Markt noch deutlich kleiner werden lässt.

Wir werden am Dienstag darüber berichten, wie die Entscheidung des Gerichtes ausgefallen ist.

Update, 02.12.2014, 15:10 Uhr: Bislang hat das Gericht in Vänersborg noch keine Entscheidung zur Verlängerung der Rekonstruktion von NEVS getroffen. Diese wird auch noch einige Tage auf sich warten lassen, denn bis zum kommenden Montag haben die Gläubiger - unter denen sich neben den Firmen Leanova, Orio AB und Plastal auch der Computerhersteller Hewlett Packard befinden soll - Zeit, eine Stellungnahme zur neuen Entwicklung abzugeben. Diese sieht laut einem Schreiben des Anwalts Lars Eric Gustafsson wie folgt aus: Laut dem Anwalt von NEVS soll es seit Sonntag eine unterzeichnete Absichtserklärung eines großen asiatischen Herstellers geben, der angeblich neuer Hauptaktionär des angeschlagenen Unternehmens werden will. Dieser will zukünftig die laufenden Kosten von NEVS in Höhe von 5 Millionen Euro pro Monat übernehmen. Im Rahmen der Übernahme sollen Gläubiger, denen NEVS kleinere Beträge schuldet, offenbar vollständig ausgezahlt werden, während größere Summen zumindest anteilig beglichen werden. Diese Regelung wird laut SaabBlog vom Gläubigerausschuss unterstützt.

Über den neuen potenziellen Großaktionär gibt es aus vertraglichen Gründen noch keine Informationen, außer dass er, wie erwähnt, aus Asien kommen soll. Angeblich handelt es sich aber um den indischen Autohersteller Mahindra, der bereits mit 70 Prozent an SsangYong aus Südkorea beteiligt ist. Zu einem früheren Zeitpunkt war der chinesische Hersteller Dongfeng als möglicher Partner genannt worden, mit dem derzeit eventuell parallel Verhandlungen geführt werden. Laut Gustafsson wird nämlich weiterhin mit zwei potenziellen Partnern verhandelt. Auf jeden Fall scheint derzeit Bewegung in die Angelegenheit gekommen zu sein, auch wenn natürlich eines zu bedenken ist: eine Absichtserklärung ist noch lange kein Vertrag, sondern allenfalls eine Willensbekundung. Ein endgültiger Vertrag mit dem neuen Investor soll aber bis Februar 2015 geschlossen werden.
 
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