Rußpartikelfilter: Reinigung günstiger als Austausch - nicht alle Methoden gleich gut

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geronimo

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Im Rahmen der Abgas-Affäre von Volkswagen, bei der es in erster Linie um Stickoxide (NOx) geht, rücken auch die anderen Reinigungssysteme ein wenig in den Fokus. Am bekanntesten dürfte der Dieselpartikelfilter (DPF) sein, der aber auch am meisten Probleme verursacht. Doch bei einem verstopften Filter kann es durchaus Alternativen zu einem teuren Austausch geben. Um über diese zu informieren, veröffentlichen wir noch einmal unseren Ratgeber zu diesem Thema.

01.10.2013, 18:20 Uhr:
Rußpartikelfilter für Dieselmotoren helfen dabei, die Umwelt sauber zu halten. Anders als Katalysatoren beim Benzinmotor sind die Diesel-Filter aber nicht wartungs- und verschleißfrei. Trotz der mehr oder weniger regelmäßig notwendigen Freibrenn-Vorgänge während der Fahrt sind die Filter nach einiger Zeit so verstopft, dass es sogar zu einem Komplettausfall des Fahrzeugs kommen kann. Dann hilft nur ein Austausch - oder eine deutlich kostengünstigere Reinigung


Die maximale Lebensdauer eines Ruß- oder Dieselpartikelilters (DPF) liegt bei rund 180.000 km, bei hohem Anteil an Stadtverkehr durchaus auch deutlich darunter. Mit zunehmendem Partikelanteil im Filter sinkt zuerst die Motorleistung, anschließend geht der Verbrauch deutlich in die Höhe. Im ungünstigsten Fall wird das Fahrzeug sogar komplett außer Betrieb gesetzt, um Folgeschäden zu vermeiden. In diesem Stadium hilft es auch nicht mehr, den Filter durch ausgedehnte Fahrten Autobahnfahrten freizubrennen. Der Besitzer des Fahrzeugs hat jetzt grundsätzlich zwei Möglichkeiten. Die erste ist der Austausch des verstopften DPF gegen einen neuen direkt vom Hersteller. Dabei müssen allerdings Kosten zwischen 1.000 und 4.500 Euro eingeplant werden.

Deutlich günstiger ist es, den DPF professionell reinigen zu lassen. Um wirklich alle Rückstände - also sowohl Ruß als auch Asche - entfernen zu lassen, bietet sich ein thermisch-mechanisches Reinigungsverfahren an. Dabei wird der Filter ausgebaut und eingesendet, nach der Reinigung erhält der Kunde den gereinigten Filter wieder zurück. Das Ganze dauert inklusive Versand in etwa 5 Werktage, die Kosten betragen mit rund 400 Euro zuzüglich Versand aber nur einen Bruchteil des Austauschpreises. Beim erwähnten Verfahren wird der Filter mehrfach langsam auf 600° Celsius aufgeheizt und auch langsam wieder abgekühlt. Die Reststoffe werden mit Druckluft und Trockenschnee aus dem Filter entfernt. Bei diesem Reinigungsvorgang werden bis zu 98 Prozent aller schädlichen Stoffe entfernt, der DPF ermöglicht also nahezu die gleichen Fahrleistungen und Wegstrecken wie ein Neuteil.

Die Wartezeit lässt sich bei einigen Anbietern umgehen, indem ein Austauschfilter gekauft wird, der dem Kunden per Express zugesendet wird. Diese Methode ist zwar um knapp 25 Prozent teurer, dafür entfällt die Wartezeit. Zudem verfügt das getauschte Teil über eine Garantie des Lieferanten. Bei etwaigen Vorschäden am eigenen Filter oder hohem Zeitdruck sicherlich ein gut investierter Aufpreis.

Eine weitere Methode ist die chemische Reinigung mittels chemischer Mittel. Dabei werden allerdings in der Hauptsache die eingefangenen Rußpartikel entfernt, die Asche verbleibt im Filter. Diese Methode ist also in erster Linie für Langstreckenfahrzeuge gedacht, denn bei den hohen Arbeitstemperaturen außerhalb des Stadtverkehrs entstehen kaum Ascheanteile im Abgas.

Abzuraten ist hingegen von der Kombination aus chemischen und mechanischen verfahren. Dabei wird der DPF mit einer Chemikalie vorbehandelt und anschließend mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Dabei kann jedoch die Wabenstruktur der Filter beschädigt werden, weshalb eine einwandfreie Funktion nicht mehr gewährleistet ist. Ein Fahrzeug mit beschädigtem DPF wird je nach ermittelten Werten die Hauptuntersuchung nicht bestehen. Dies kann auch passieren, wenn der Besitzer auf Ersatzteile zweifelhafter Herkunft setzt. Diese Ersatzfilter aus Billig-Produktion bleiben in ihrer Wirkung deutlich hinter dem Original zurück. Zudem sorgen fehlende Sensoren oftmals dafür, dass die Fahrzeugelektronik die Filter nicht erkennen und entsprechend behandeln. Dann werden die notwendigen Reinigungsvorgänge nicht aktiviert, weshalb die Filter bereits nach wenigen zehntausend Kilometern verstopft sind. Und dann gilt: wer billig kauft, kauft zwei Mal.

Meinung des Autors: Dieselpartikelfilter sind für viele Autofahrer ein dauerhaftes Ärgernis. Und bei einem Defekt wegen Verstopfung kann das "Vergnügen" schnell auch noch teuer werden. Doch es muss nicht immer ein Austausch sein, auch eine Reinigung ist möglich. Von einigen Verfahren sollte aber großer Abstand genommen werden.
 
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