Russland: Einfuhrverbot für PKW als Reaktion auf Sanktionen möglich

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geronimo

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Im Rahmen der Geschehnisse rund um die Halbinsel Krim gibt es mittlerweile weitreichende Sanktionen gegen Russland. Dort kontert man durch Importverbote für diverse Produkte, unter anderem Lebensmittel. Autos sind noch nicht darunter, doch möglicherweise könnte sich das in bereits in naher Zukunft ändern



Sollten die Sanktionen der europäischen Union und der USA gegen Russland noch einmal verschärft werden, scheint man in Moskau über weitergehende Einfuhrverbote nachzudenken. Das legt zumindest eine Meldung der russischen Zeitung "Wedomosti" nahe, nach der Präsident Wladimir Putin ein Vorschlag unterbreitet wurde, die Einfuhr westlicher Autos zu untersagen. Davon betroffen wären nicht dijenigen Fahrzeuge westlicher Hersteller, die mittlerweile in Werken in Russland gefertigt werden. Dennoch wird eine solche Androhung, selbst wenn sie bislang nur unter Berufung auf inoffizielle Aussagen angeblicher Regierungsvertreter bekannt geworden ist, in der Autobranche sicherlich sehr ernst genommen.

Zwar ist der russische Markt seit längerer Zeit in der Krise, doch einerseits werden hier immer noch sehr viele Fahrzeuge verkauft und andererseits scheinen die langfristigen Aussichten trotz der aktuellen Krise gut zu sein. Einzelne Hersteller können dem Trend sogar trotzen und hoffen in diesem Jahr, wie zum Beispiel Mercedes, trotz rückläufiger Absätze im zweiten Halbjahr auf ein positives Jahresergebnis. Ein Einfuhrverbot dürfte die Situation aber schlagartig verändern, auch wenn bereits etliche Hersteller direkt vor Ort in Russland produzieren. Dennoch wären die Auswirkungen auch hierzulande deutlich zu spüren.

Das verdeutlichen die Zulassungszahlen des vergangenen Jahres eindrucksvoll, denn von den knapp 2,8 Millionen neu zugelassenen PKW waren fast 600.000 von einem deutschen Hersteller. Rund 150.000 dieser Fahrzeuge wurden in Deutschland montiert und anschließend exportiert. Dabei dürften überproportional viele Fahrzeuge der oberen Preisregionen hierzulande gebaut worden sein, denn die russischen Werke sind in der Regel auf Klein- und Kompaktwagen spezialisiert. Dieser Sektor wird auch ausgebaut, so will VW bis Ende 2018 rund 1,2 Milliarden Euro in Russland investieren. Ford hat erst heute bekannt gegeben, 150 Millionen Dollar in die Modernisierung eines Werkes zu stecken, um dort ab kommendem Jahr einen neuen Fiesta für den russischen Markt produzieren zu lassen.

Mit einem Einfuhrverbot könnte die russische Regierung durchaus für einen Produktionsschub innerhalb des Landes sorgen. Die Frage ist allerdings, inwieweit die aktuellen Werke den Mehrbedarf auch tatsächlich decken können, denn immerhin wurden 27 Prozent alle neuen PKW importiert. Und inwieweit die Russen in der aktuellen Situation überhaupt über Neuwagenkäufe nachdenken, die eine Entspannung der Absatzkrise bringen. Angeblich könnte da über eine Abwrackprämie nach deutschem Vorbild Abhilfe schaffen, über die in Moskau schon seit längerem nachgedacht wird.
Mit Material von: automobilwoche
Bildquelle: forum.aktuell.ru​
 
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