Rettungsgasse bilden: Regelungen im In- und Ausland - mit 'lustigem' Video

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geronimo

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Zuletzt gab es wieder diverse Meldungen dazu, dass Polizei und Rettungskräfte behindert wurden, weil Im Stau keine Rettungsgasse gebildet worden ist. Aus diesem Anlass, und weil aktuell und auch in der nächsten Zeit besonders viele Autofahrer unterwegs sind, weisen wir noch einmal auf die entsprechenden Regelungen hin. Diese gibt es aber nicht nur in Deutschland, sondern auch in zahlreichen anderen Ländern. Und dort sind sowohl die Kontrollen, als auch die Strafen oftmals deutlich schärfer als hierzulande. Ein Blick in unseren Ratgeber aus dem vergangenen Jahr klärt über die Vorschriften auf.

In diesem Zusammenhang weisen wir auch auf zwei weitere Ratgeber hin. Der erste klärt über die Regelungen zur Rettungsgasse auf vierspurigen Autobahnen auf, der zweite beschäftigt sich mit der Benutzung der Standspur.

13.07.2016, 15:12 Uhr:
Aktuell sind wieder zahlreiche Autofahrer auf den Straßen unterwegs, was die Zahl der Staus natürlich deutlich erhöht. Auslöser sind oftmals Unfälle, zu denen Rettungskräfte unterwegs sind. Damit diese den Unfallort so schnell wie möglich erreichen können, ist in zahlreichen Ländern die Bildung einer sogenannten Rettungsgasse vorgeschrieben. Wir informieren nachfolgend über die verschiedenen Regelungen und zeigen die richtige und falsche Vorgehensweise in einem durchaus unterhaltsamen Video


Schon seit über 30 Jahren, nämlich seit 1982, ist es in Deutschland laut § 11 Abs. 2 der Straßenverkehrsordnung (StVO) vorgeschrieben, bei Staus auf Autobahnen und außerorts gelegenen Straßen mit mindestens zwei Fahrstreifen für eine Fahrtrichtung eine Rettungsgasse zu bilden. Doch auch in zahlreichen weiteren Ländern gilt eine solche Verpflichtung. Hier das richtige Verhalten in einzelnen Ländern im Überblick:

Deutschland: Fahrzeuge auf der linken Spur müssen möglichst weit links fahren. Fahrzeuge auf der oder den rechten Spur(en) müssen möglichst weit rechts fahren. Das Befahren des Standstreifens ist dabei nicht gestattet, wird aber toleriert, sofern es der Bildung der Rettungsgasse dient.
Österreich: Die Pflicht zu Bildung einer Rettungsgasse besteht auf Autobahnen und Schnellstraßen mit mindestens zwei Fahrspuren je Richtung. Dort müssen sich alle Verkehrsteilnehmer bereits bei stockendem Verkehr auf der linken Fahrspur so weit links wie möglich einordnen. Alle Fahrzeuge auf der/den anderen Spur(en) orientieren sich so weit wie möglich nach rechts. Auch hier wird die Nutzung des Standstreifens geduldet, sofern dies bei der Bildung der Rettungsgasse hilft.
Schweiz: Es gelten die gleichen Regelungen wie in Deutschland und Österreich.
Slowenien: Auch hier gelten die gleichen Vorschriften wie in Deutschland und Österreich.
Tschechien: Auf Straßen zweispurigen Straßen muss die Rettungsgasse in der Mitte gebildet werden. Auf mehrspurigen Strecken gibt es eine Abweichung zu anderen Ländern, denn hier muss die Gasse zwischen der mittleren und der rechten Fahrspur gebildet werden.
Ungarn: Hier herrscht ein wenig Unklarheit. Laut Wikipedia ist die Bildung der Rettungsgasse seit 2012 vorgeschrieben, laut dem ÖAMTC hingegen nicht.
Frankreich: Eine mit Deutschland vergleichbare Vorschrift gibt es nicht, jedoch muss Einsatzfahrzeugen die Möglichkeit zur Vorbeifahrt gewährt werden.
Spanien: Es gelten die gleichen Regeln wie in Frankreich
Italien: Es gibt keine speziellen Vorschriften zur Bildung einer Rettungsgasse.
Niederlande: Auch hier gibt es keine speziellen Vorschriften, doch eine Rettungsgasse wird oftmals freiwillig gebildet. Zumeist nutzen die Rettungskräfte aber den Standstreifen, der daher unbedingt freizuhalten ist.

Wer gegen die entsprechenden Vorschriften verstößt, muss mit einem Bußgeld rechnen, wobei die Spanne sehr weit auseinander geht. So werden etwa in Deutschland gerade einmal 20 Euro fällig. Anders sieht es beispielsweise in Österreich aus, denn dort wird Nichtbilden der Rettungsgasse mit bis zu 726 Euro bestraft. Wer ein Einsatzfahrzeug behindert, muss sogar mit bis zu 2.180 Euro rechnen.

Das Miniatur Wunderland in Hamburg hat zum Thema Rettungsgasse ein überaus lehrreiches, aber auch originelles Video erstellt:



Meinung des Autors: Beim Thema Rettungsgasse auf Autobahnen herrscht nach wie vor großer Aufklärungs- und Nachholbedarf, wie sich tagtäglich auf Autobahnen in Deutschland und anderen Ländern beobachten lässt. Daher noch einmal der Appell, die entsprechenden Regelungen zu beachten, die wir hier aufführen. Und viel Spaß beim Video!
 
ruderbernd

ruderbernd

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So werden etwa in Deutschland gerade einmal 20 Euro fällig. Anders sieht es beispielsweise in Österreich aus, denn dort wird Nichtbilden der Rettungsgasse mit bis zu 726 Euro bestraft. Wer ein Einsatzfahrzeug behindert, muss sogar mit bis zu 2.180 Euro rechnen.
Das sollte rigoros übernommen und vor allem auch durchgesetzt werden. Hier sieht man immer wieder das die Leute schön in die Mitte drängen, denn man muß schließlich am vorgehenden Fahrzeug vorbei gaffen können. Und dann noch, wenn es weiter rollt, extra langsam vorbei und mit dem Smartie filmen. Dafür sollte dann die gleiche Summe sofort noch mal kassiert werden!
 
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