Probefahrt eines Gebrauchtwagens: Das sollte beachtet werden

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Zum Frühjahr hin denken besonders viele Autofahrer über die Anschaffung eines neuen Autos nach. Wer sich für einen gebrachtwagen entscheidet, kommt um eine mehr oder weniger ausgedehnte Probefahrt nicht herum. Damit man dabei alle möglichen Fehlerquellen findet, sollte man einige Dinge beherzigen. Um darauf noch einmal hinzuweisen, veröffentlichen wir unseren Ratgeber zu diesem Thema noch einmal.

17.07.2013, 18:51 Uhr:
Die Anschaffung eines gebrauchten Fahrzeugs setzt Vertrauen voraus. Bekanntlich ist Kontrolle aber besser als vertrauen, weshalb natürlich eine Probefahrt mit dem Wunschkandidaten oberste Pflicht ist. Dabei gilt es natürlich einiges zu beachten


Die wichtigsten Regeln zuerst: eine Probefahrt sollte grundsätzlich tagsüber stattfinden. Im Dunkeln, womöglich im Licht einer Taschenlampe, bleiben viele Auffälligkeiten unbemerkt. Zudem muss man sich im Dunkeln stärker konzentrieren, was von der eigentlichen Aufgabe - der Überprüfung des Fahrzeuges - ablenken könnte. Vor dem Fahrtantritt sollte auf jeden Fall noch geklärt werden, ob das Fahrzeug auch tatsächlich versichert ist, denn Schäden gehen zu Lasten des Fahrers. Sinnvoll ist es zudem, wenn man die Probefahrt nicht alleine macht, denn vier Augen und Ohren sehen und hören mehr als zwei. Zudem steht dann ein Zeuge zur Verfügung, der Aussagen des Verkäufers belegen kann. Im übrigen soll die Technik getestet werden, daher sollten Small Talk auf ein Minimum beschränkt und das Radio ausgeschaltet bleiben.

Als erstes sollte eine gründliche Inspektion des Fahrzeuges erfolgen, bei der sowohl die Beleuchtung, die Reifen (Profiltiefe, Alter, gleichmäßige Abnutzung) und sämtliche Füllstände der Betriebsflüssigkeiten kontrolliert werden. Die ersten Kilometer sollte man dann dem bisherigen Besitzer oder dem Händler überlassen, da man sich dadurch besser auf störende Geräusche oder sonstige Auffälligkeiten konzentrieren kann. Der Motor sollte natürlich kalt sein bevor er gestartet wird, nur so lässt sich auch tatsächlich überprüfen, ob er einwandfrei anspringt. Dabei sollten alle Kontrollleuchten gut beobachtet werden, denn nur wenn diese innerhalb kurzer Zeit erlöschen, gibt es keine Fehlermeldungen seitens der Elektronik. Bei Diesel-Fahrzeugen sollte auch die Vorglüh-Anzeige beachtet werden, da eine lange Vorglüh-Zeit auf verschlissene Glühkerzen hindeuten.

Vom Beifahrersitz aus lassen sich diverse Informationen zum Zustand des Fahrzeugs sammeln, zum Beispiel ob störende oder ungewöhnliche Geräusche auftreten, die auf defekte Fahrwerksteile hindeuten. Auch sonstige Funktionen wie Gebläse, Heizung, Klimaanlage (auf seltsame Gerüche achten), Fensterheber, Radio und Navigation können während dieses Teil überprüft werden. Nach einigen Kilometern sollte dann an einer ruhigen Stelle, am besten auf einem Parkplatz, ein Fahrerwechsel erfolgen und der mögliche Käufer das Steuer übernehmen. Dort ergibt sich dann auch die Gelegenheit, weitere Funktionen wie Hupe, Blinker und Scheibenwischer zu überprüfen. Zudem kann dann auch ein Test gemacht werden, wie es um die Kupplung oder die Automatik bestellt ist. Dazu muss die Feststellbremse angezogen und im dritten Gang beziehungsweise der Fahrstufe D angefahren werden. Nur wenn dann der Motor abstirbt, sind alle Bauteile in einem einwandfreien Zustand.

Bei der eigentlichen Fahrt sollte überprüft werden, ob der Wagen auf gerader Strecke nach links oder rechts zieht, was ein Hinweis auf eine verstellte Spur oder einen Unfallschaden sein könnte. Sofern es die Verkehrslage zulässt, kann jetzt auch die Bremse auf ihre Wirkung und mögliche Geräusche getestet werden. Auf rutschigem Untergrund sollten bei einer Vollbremsung aus 40 km/h die Räder nicht blockieren, sofern das Fahrzeug über ein Antiblockiersystem (ABS) verfügt. Dabei sollte man aber immer die Straße im Auge behalten und netterweise die Mitfahrer vorwarnen. Während der Fahrt kann dann auch die einwandfreie Funktion des Getriebes kontrolliert werden, dieses sollte sich leicht und ohne Geräusche durchschalten lassen. Beim Thema Geräusche sollte man bei Fahrzeugen mit Turbolader auch auf ein leises Pfeifen aus dem Motorraum achten, denn dieses könnte einen Laderschaden anzeigen.

Die letzten Prüfpunkte betreffen die Lenkung. Diese muss sowohl während der Fahrt und bei servolenkung auch im Stand leichtgängig und ohne Geräuschentwicklung arbeiten. Schleifende Töne oder gar ein Knacken deuten auf ein defektes Lenkgetriebe hin. Das lässt sich besonders gut beim Rückwärts einparken überprüfen. Alles in allem sollten jetzt 30 bis 45 Minuten mit der Prüfung verbracht worden sein, wodurch ein fundierter Eindruck vom Fahrzeug gewonnen werden konnte. Alle Auffälligkeiten sollten direkt und ohne Rücksicht angesprochen werden, denn diese sind die Grundlage für die mögliche Preisverhandlung. Entweder beseitigt der Verkäufer die Mängel vor dem Kauf, der er gibt einen Preisnachlass und überlässt die Behebung dem zukünftigen Besitzer.
Mit Material von: ams
Bildquelle: ADAC​


Meinung des Autors: Eine Probefahrt mit einem Gebrauchtwagen dient nicht zum Smalltalk mit dem Besitzer. Vielmehr sollen damit Probleme am Fahrzeug entdeckt werden, die vor dem Kauf beseitigt werden oder den Preis drücken. Wer aber ohne Plan an die Sache rangeht, übersieht schnell wichtige Punkte. Welche Erfahrungen habt ihr bei einer Probefahrt gemacht?
 
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