PKW-Maut: weniger Einnahmen durch umweltfreundliche Autos möglich

Diskutiere PKW-Maut: weniger Einnahmen durch umweltfreundliche Autos möglich im Aktuelles Forum im Bereich AutoExtrem; Die PKW-Maut gehört zu den umstrittensten Projekten der deutschen Politik. Doch trotz zahlreicher Bedenken hält man beim Verkehrsministerium und...
Die PKW-Maut gehört zu den umstrittensten Projekten der deutschen Politik. Doch trotz zahlreicher Bedenken hält man beim Verkehrsministerium und der Bundesregierung an der Einführung fest. Doch möglicherweise geht der Schuss nach hinten los, denn über die Höhe der möglichen Einnahmen gibt es geeilte Meinungen. Eine aktuelle Studie weist auf die Risiken durch abgasarme Fahrzeuge hin



Die Bezahlpflicht auf deutschen Autobahnen soll jedes Jahr 500 Millionen Euro netto in die Kassen spülen. So lautet die Berechnung zur PKW-Maut, die allerdings noch aus dem Jahr 2014 stammt. Seitdem hat sich vieles geändert, und das wird auch künftig der Fall sein. Eine von Die Grünen in Auftrag gegebene Studie des Forums ökologisch-soziale Marktwirtschaft (FÖS) weist nämlich darauf hinn, dass die verstärkte Durchsetzung der Euro 6 Norm die Einnahmen gegenüber der ursprünglichen Prognose verringert.

Konkret bedeutet dass, dass für Halter von Autos mit entsprechender Abgasreinigung nur 4 statt 20 Euro für eine 10-Tages-Vignette bezahlen müssen. Um welche Dimensionen es sich beim Einnahmeverlust handeln kann, zeigt ein weiterer Wert: in Deutschland ist die Zahl von Euro-6-PKW innerhalb relativ kurzer Zeit von 300.000 Stück auf über 6 Millionen angestiegen. In den Nachbarländern sieht es ähnlich aus, denn schließlich gelten die Abgasregelungen europaweit.

Die Studie geht davon aus, dass dadurch bis zu 21 Millionen Euro weniger eingenommen wird, wie heute die Süddeutsche Zeitung berichtet. Und das bei steigender Tendenz, denn die Zahl begünstigter Autos wird weiter steigen. Durch die Ausfälle könnte sogar die bereits erwähnte "magische Grenze" von 500 Millionen Euro auf der Habenseite unterschritten werden. Andere Studien kommen sogar zu noch radikaleren Einschätzungen: der als durchaus befangen geltende ADAC kommt auf 260 Millionen Euro, und sogar beim eher konservativen Bundesrechnungshof werden die Angaben des Verkehrsministers Alexander Dobrindt (CSU) bezweifelt.

Dessen Ministerium bringt die neue Studie offenbar nicht aus der Ruhe. Dort weist man darauf hin, dass die eigenen Berechnungen "solide und konservativ" seien.

Meinung des Autors: Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt muss die Suppe auslöffeln, die ihm sein Vorgänger Peter Ramsauer eingebrockt hat. Dabei ist der Widerstand gegen die PKW-Maut gewaltig, und das sowohl in Deutschland als auch im Ausland. Eine neue Studie, die niedrigere Einnahmen prophezeit, dürfte da Wasser auf die Mühlen der Kritiker sein.
 
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