Peugeot: Rabatt-Aktion mit 1und1 endet im Desaster - UPDATE

Diskutiere Peugeot: Rabatt-Aktion mit 1und1 endet im Desaster - UPDATE im Peugeot Allgemein Forum im Bereich Peugeot; 27.04.2017, 14:57 Uhr: Der deutsche Provider 1&1 hat den Peugeot 208 für einen sehr günstigen Preis angeboten. Offenbar allerdings zu günstig...
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geronimo

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27.04.2017, 14:57 Uhr:
Der deutsche Provider 1&1 hat den Peugeot 208 für einen sehr günstigen Preis angeboten. Offenbar allerdings zu günstig, denn die Aktion wurde deutlich vor dem geplanten Ende abgebrochen. Zurück bleiben einige tausend glückliche Kunden, zahlreiche verärgerte Vertragshändler und drei entlassene Top-Manager



"Ich mache dir ein Angebot, das du nicht ablehnen kannst" - dieser bekannte Spruch aus Der Pate trifft offenbar ins Schwarze, wenn es um die jüngste Lesaing-Aktion von Peugeot und 1&1 geht. Im Fokus stand der Peugeot 208, den Kunden des Mobilfunk- und Festnetzanbieters ab 99 Euro im Monat bestellen konnten (Bild oben). Und zwar im Rahmen einer Flatrate, bei der Steuern, Versicherung, Zulassung und Service enthalten sind. Auf eine Anzahlung, eine Restzahlung und sogar die sonst üblichen Überführungskosten wurde dabei verzichtet. Inklusive aller Leistungen soll sich so ein Rabatt von über 40 Prozent vom Listenpreis ergeben haben.

Bei den beiden Vertragspartnern rechnete man angeblich damit, dass bis zum Aktionsende Ende Juni rund 300 Fahrzeuge auf diesem Weg abgesetzt werden. Doch da hat man die Rechnung ohne die Kunden gemacht, denn innerhalb kurzer Zeit sollen bereits 5.200 Autos bestellt worden sein, wie die Branchenzeitschrift Autohaus berichtet. Das war natürlich ein harter Schlag für die niedergelassenen Peugeot-Händler, die nur deutlich schlechtere Konditionen mit Rabatten bis maximal 30 Prozent anbieten konnten.

Bei PSA Deutschland versuchte man die Angelegenheit zuerst schön zu reden. Es wurde darauf hingewiesen, dass man durch die Aktion die Popularität steigern konnte, was man auch am regen Verkehr auf den Webseiten von Peugeot feststellen konnte. Zudem wurde betont, dass auch die Händler teilweise mehr Besucher hatten und auch die Nachfrage nach Probefahrten gestiegen sei. Doch genau hier beißt sich die Katze wieder in den Schwanz, denn die Verkäufer durften brav Fragen beantworten und ihre Vorführwagen verteilen - doch gekauft wurde dann im Internet.

Bei Peugeot hat man dann auch schnell die Reißleine gezogen und die Aktion bereits am 23. April beendet. Doch ausgestanden war die Angelegenheit damit nicht, denn auch in der Konzernzentrale in Paris war man sehr unglücklich über die offenbar nicht abgestimmte Aktion. Und zwar so unglücklich, dass man gleich drei Führungskräften den Stuhl vor die Tür gesetzt hat. Prominentestes Opfer ist ist Benno Gessler als Geschäftsführer von Peugeot Deutschland. Zudem müssen auch Holger Böhme, Direktor für B2B und Gebrauchtwagen, sowie Olivier Ferry als Direktor von "Free2Move Lease" das Unternehmen mit sofortiger Wirkung verlassen.

Update, 28.04.2017, 13:38 Uhr: Dass man mit Rabatten von 40 Prozent und mehr kein Geld verdient, dürfte klar sein. Doch im konkreten Fall fällt die Bilanz um einiges negativer aus. Das Manager Magazin berichtet unter Berufung auf die Automobilwoche, dass sich durch die Marketingaktion von Peugeot ein "Verlust im oberen einstelligen Millionenbereich" angehäuft habe. Damit hätten die Franzosen deutlich über 1.000 Euro pro abgesetztem Fahrzeug draufgelegt.

Inzwischen gibt es auch zahlreiche negative Stimmen rund um die Geschichte. Diverse potenzielle Kunden kritisieren, dass die Aktion vorzeitig abgebrochen wurde, und deshalb kein Fahrzeug zum Sonderpreis bestellt werden konnte. Auch innerhalb der Branche herrscht ein wenig Ratlosigkeit, denn immerhin ist Peugeot durch die Aktion vielerorts ins Gespräch gekommen, weshalb sich auf einmal Menschen für die Marke interessiert hätten, die diese zuvor eher nicht auf dem Schirm gehabt haben. Und dass ein überzogenes Marketing-Budget direkt zum Rausschmiss führt, wurde teilweise ebenfalls mit Unverständnis aufgenommen.

Meinung des Autors: Wer schnellen Erfolg um jeden Preis will, hinterlässt oft verbrannte Erde. Dass musste Peugeot Deutschland jetzt feststellen, denn ein Schnäppchen-Angebot hat zwar einige Käufer glücklich gemacht, aber ansonsten nur Ärger verursacht. Und auch personelle Konsequenzen nach sich gezogen, die es in sich haben. Dumm gelaufen, oder?
 
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