Opel Cascada im Fahrbericht von Autoextrem

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geronimo

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Mit dem Cacscada hat Opel wieder ein echtes und vollwertiges Cabrio im Angebot, das aufgrund seiner Qualitäten und des guten Preis-/Leistungsverhältnisses bei den Premium-Herstellern wildern soll. Prinzipiell hat das Cascada das Zeug dazu, sofern man nicht die falsche Motor-/Getriebekombination auswählt


Von außen macht der Cascada eine gute Figur. Er steht stämmig da, wirkt solide wie eine Burg, ist eigenständig im Design und dennoch unverkennbar ein Opel. Dank seines Stoffverdecks konnte bei der Gestaltung auf ein allzu ausladendes Hinterteil verzichtet werden, wie es bei Stahlklappdächern oftmals notwendig ist. Beim Einsteigen empfängt einen ein völlig überladenes Cockpit, das mit zahlreichen und klein beschrifteten Knöpfen in der Mittelkonsole ein Albtraum in Sachen Bedienerfreundlichkeit darstellt. Im Instrumententräger gibt es zusätzlich zum Monitor in der Mittelkonsole, der kein Touchscreen ist, noch ein Informationsdisplay, das jedoch mit seiner roten Schrift auf hellrotem Untergrund und der etwas pixeligen Grafik nicht wirklich gut ablesbar ist. Die Bedienung ist alles andere als logisch und erfordert eine längere Eingewöhnungszeit. An diesen Punkten hat sich bereits vielfach Kritik entzündet, die von Opel endlich auch gehört wurde. Im Facelift des Insignia, das auf der IAA erstmals vorgestellt wurde, hat Opel ein völlig neues Bedienkonzept eingeführt, das es hoffentlich möglichst schnell auch in alle anderen Fahrzeuge des Herstellers schafft.

Nach dem kurzen Ausflug in die nicht wirklich gelungene Bedienung ging es auf die Straße, zuerst etwas Stadtverkehr, dann auf die Autobahn. Dort kam direkt die Frage nach der gefahrenen Motorisierung auf. Auf die Antwort, dass es der stärkste Benziner mit 170 PS sei, musste direkt die nächste Frage folgen: "Und wo sind die alle?". Der Motor kann in Kombination mit der Sechsgang-Wandlerautomatik nur als Katastrophe bezeichnet werden. Es fehlt an Durchzug und Spritzigkeit, man hat fast das Gefühl, dass das Turboloch bis zur Maximaldrehzahl von rund 6.000 Umdrehungen pro Minute anhält. Und sobald man dem Motor die Sporen gibt, wird das Aggregat auch noch etwas zu laut. Das ist zwar nicht wirklich unangenehm, passt aber so gar nicht zum eigentlich gediegenen Auftreten des Cascada. Unklar ist, ob die zähe Leistungsentfaltung alleine dem Motor und dem hohen Leergewicht des Cabrios anzulasten sind, oder ob nicht doch eher die veraltete Automatik der Auslöser ist. Ein Vergleich mit der handgeschalteten Version des Antriebs war leider nicht möglich, wird aber eventuell noch nachgeholt.


Mit den Mängeln bei der Bedienung und dem auf dem Papier kräftigen, in der Realität jedoch zahnlosen Antrieb hat der Cascada direkt zwei dicke Minuspunkte eingefahren, die nur schwer wieder auszugleichen sind. Das ist insofern schade, weil ansonsten eigentlich alles passt. Der Innenraum bietet vier Personen ausreichend Platz und im Kofferraum lässt sich sogar einiges an Gepäck unterbringen. Die Verarbeitung ist durchaus hochwertig, auch wenn sie nicht an das Niveau der höher positionierten Konkurrenz von Audi oder BMW heran reicht. Den Vergleich mit einem VW Eos oder dem Golf Cabrio braucht man in Rüsselsheim aber auf keinen Fall zu scheuen. Das Fahrwerk ist ausgewogen, auch wenn eher auf Komfort als auf Dynamik wert gelegt wird. Auf Grund vieler Pfunde auf den Hüften wäre der Cascada als Sportler ohnehin ungeeignet, die Rolle des entspannten Cruisers steht dem Opel aber gut zu Gesicht. Im offenen Zustand kann der Cascada mit hoher Verwindungssteifigkeit überzeugen, Knack- und Knistergeräusche waren nicht ausumachen. Und wenn das Verdeck geschlossen wird, was auch während der Fahrt bis 50 km/h möglich ist und kurze 17 Sekunden dauert, ist fast kein Unterschied zu einem ähnlich großen Coupé festzustellen. Das Geräuschniveau ist angenehm niedrig. Zumindest so lange man nicht versucht, die vermissten Pferde im Motor zu finden.

Alles in allem hinterlässt das Cascada Cabriolet also einen zwiespältigen Eindruck. Dem grundsätzlich gelungenen Fahrzeug, das mit einem Einstiegspreis von knapp unter 26.000 Euro vergleichsweise günstig ist, stehen leider schwerwiegende Mängel bei der Bedienung und vor allem beim Antrieb gegenüber. Letzteres lässt sich möglicherweise durch den Handschalter oder eine gänzlich andere Motorwahl ändern, so lange Opel diesem Motor kein modernes Doppelkupplungsgetriebe verpasst, ersteres kann nur der Hersteller mit einer umfassenden Modellpflege à la Insignia beseitigen. Hoffentlich reagiert man in Rüsselsheim entsprechend schnell, denn diese Minuspunkte verleiden die Freude am an sich schönen Cabrio nachhaltig. Und das hat der Cascada wirklich nicht verdient.
 
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