Oldtimer und Youngtimer: Zulassung auf fünf Arten möglich

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Auf Deutschlands Straßen sind immer mehr historische Fahrzeuge unterwegs, und inzwischen ist so manches Auto schon ein Oldtimer, von dem man das nicht unbedingt denken würde. Für die Besitzer der Wagen stellt sich dabei oft die Frage, auf welche Weise der Klassiker zugelassen wird. Nachfolgend klären wir über die verschiedenen Möglichkeiten auf und erläutern die Vor- und Nachteile


Insgesamt stehen nach deutschem Recht gleich fünf Möglichkeiten zur Wahl, mit denen echte Oldtimer - also historische Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind - zugelassen werden können. Bei den sogenannten Youngtimern gibt es immerhin noch drei Möglichkeiten. Hier nun die angekündigte Übersicht:

Klassische Methode: Dies ist die normale Zulassung, die bei jedem Pkw möglich ist. Die Fahrzeuge werden dann nach dem Hubraum des Motors beziehungsweise dessen CO2-Ausstoß besteuert und können ganzjährig genutzt werden. So angemeldete Autos benötigen zur Einfahrt in eine Umweltzone die sogenannte Feinstaubplakette, die allerdings viele ältere Fahrzeuge wegen der Abgaseinstufung 00 nicht bekommen.

Saisonkennzeichen: Die Fahrzeuge werden für einen befristeten und festgelegten Zeitraum für den Straßenverkehr zugelassen. Es kann dabei ein Zeitraum zwischen 2 und 11 Monaten gewählt werden, der in Ziffern für die jeweiligen Kalendermonate auf dem Kennzeichen vermerkt wird. Die Zahlen 04 und 10 geben demnach eine Nutzungsmöglichkeit zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober eines jeden Jahres an. Eine An- und Abmeldung zu Beginn oder Ende der Zulassungsphase ist nicht erforderlich, es müssen also nur einmal Behördengänge erledigt und Gebühren gezahlt werden. Versicherung und Steuer werden tagesgenau berechnet. Für die Einfahrt in eine Umweltzone gelten die gleichen Beschränkungen wie zuvor.

Wechselkennzeichen: Diese gibt es seit dem 1. Juli 2012, wobei die Nachfrage in Deutschland gen Null tendiert. Bei dieser Art der Anmeldung kann ein Halter zwei Fahrzeuge über ein einziges Kennzeichen zulassen. Jedes Fahrzeug wird dann mit einem Zusatzschild mit einer Ziffer (beispielsweise 1 und 2) versehen, das fest am Fahrzeug angebracht werden muss. Das eigentliche Kennzeichen wird dann jeweils an dem Fahrzeug montiert, mit dem aktuell gefahren wird. Diese Regelung kann bei einigen Versicherungen über einen Sondertarif Geld sparen. Jedoch muss beachtet werden, dass nur immer nur eines von beiden Fahrzeugen auf der Straße unterwegs sein darf. Während dieser Zeit muss das zweite Fahrzeug auf einem Privatgrundstück geparkt sein. Außerdem muss wird beide Fahrzeuge der volle Steuersatz berechnet, was die Nutzung des Wechselkennzeichens eigentlich unattraktiv macht. In Österreich und auch der Schweiz, die beide als Vorbild für die Einführung der entsprechenden Regelung gedient haben, ist dies deutlich sinnvoller gelöst, denn hier muss lediglich das Auto mit der höheren Steuerklasse versteuert werden.

H-Kennzeichen: Fahrzeuge, die älter als 30 Jahre sind und sich einem bestätigten Originalzustand befinden beziehungsweise entsprechend restauriert wurden, können es das sogenannte H-Kennzeichen bekommen, bei dem das reguläre Nummernschild zusätzlich den Buchstaben H für historisch trägt. Für geeignete Fahrzeuge wird dann ein pauschaler Steuersatz von 191,74 Euro im Jahr verlangt, was vor allem die Anmeldung von Fahrzeugen mit einem vergleichsweise großen Hubraum zu einem relativ preiswerten Vergnügen. So angemeldete Fahrzeuge dürfen zudem ohne Feinstaubplakette eine Umweltzone befahren.

H-Kennzeichen als Saisonkennzeichen: Erst seit wenigen Wochen ist es möglich, die Vorteile der historischen und der zeitlich begrenzten Zulassung zu kombinieren, ohne dass dadurch rechtliche Nachteile entstehen. Es ist inzwischen also möglich, einen Oldtimer nur für einen bestimmten Zeitraum im Kalenderjahr anzumelden, ohne dass dafür jedes Mal ein Gang zur Zulassungsstelle notwendig wird. Durch die temporäre Stilllegung im Winter lässt sich gutes Geld sparen, denn auch bei dieser Zulassungsart werden Steuer- und Versicherungsbeiträge auf den Tag genau berechnet.

Unter diesen fünf Möglichkeiten sollte eigentlich jeder Besitzer eines (kommenden) Klassikers fündig werden. Allerdings sollte jedem klar sein, dass auch die preiswerteste Zulassungsart nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass mehr oder weniger historische Autos immer ein teures Hobby sind.

Meinung des Autors: Der Fahrzeugbestand an historischen Fahrzeugen (oder solchen, die es mal werden wollen) wächst beständig. Vor allem Neulinge stehen dabei oft vor dem Problem, welcher Weg der Zulassung die beste Kombination aus Kosten, Aufwand und Beschränkungen bietet. Wie habt ihr euren Klassiker angemeldet?
 
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