Offroad-Training mit dem Skoda Yeti: der kompakte SUV im Gelände-Test - Teil 2

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geronimo

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Am hinter uns liegenden Wochenende haben wir bei einem zweitägigen Training im Skoda Yeti mitgemacht, bei dem ein normales Fahrsicherheitstraining ebenso Bestandteil war wie ein ausgiebiger Ausflug ins Gelände. Insbesondere am zweiten Tag, bei dem vollständig im Offroad-Park am Nürburgring gefahren wurde, durfte der Yeti zeigen, welche Fähigkeiten in im stecken. An den verschiedenen Stationen wurden sowohl die Autos als auch deren Fahrer ordentlich gefordert


Dem ersten Tag im Fahrsicherheitszentrum folgte der Sonntag im Offroad-Park. Wie häufig im Leben stand vor der Praxis erst einmal die Theorie auf dem Programm. Dabei wurde anschaulich erklärt, wie der Allradantrieb im Yeti funktioniert und welche Vor- und Nachteile das System hat. Zur Demonstration standen drei transportable Gestelle wie bei einem Rollenprüfstand bereit, die zwei frei drehende Walzen enthielten. Durch den deutlich geringeren Widerstand der Rollen im Vergleich zum Schotter des Übungsplatzes wurden durchdrehende Reifen simuliert. In der ersten Stufe wurde damit bei nur einem Rad fehlender Schlupf nachgestellt, in der zweiten Stufe jeweils an beiden Rädern einer Achse. Stets verrichtete die sogenannte Haldex-Kupplung ihre Arbeit nahezu ohne Zeitverzögerung, und leitete die Kraft gezielt an einzelne Räder oder die andere Achse weiter. Ganz anders sah es jedoch aus, als zwei Rädern auf einer Seite die Haftung genommen wurde. In diesem Fall ist nicht mehr die Haldex-Kupplung für die Umverteilung der Kräfte verantwortlich, sondern vielmehr die die elektronische Differentialsperre (EDS). Diese benötigt aber erst detaillierte Informationen, bevor sie eingreifen kann. Im konkreten Fall ist dafür ein Drehzahlunterschied von 100 Umdrehungen pro Minute an den Rädern notwendig, weshalb bei fehlendem Grip auf einer Seite schon kräftig Gas gegeben werden muss, damit die durchdrehenden Reifen gezielt abgebremst werden und auf der Gegenseite mehr Kraft ankommt. Im Anschluss fand eine kurze Einweisung zum Verhalten der Teilnehmer im Offroad-Park statt.

Jetzt endlich ging es dann ins Gelände. Zum Aufwärmen wurde eine recht flache Rampe erklommen, wobei flach bei einer Steigung von mehr als 25 Prozent ein relativer Begriff ist. Oben angekommen wurden die ersten Übungen absolviert, die erst einmal eines deutlich machten: weniger ist manchmal mehr, in diesem Fall weniger Geschwindigkeit. Während es beim Fahrsicherheitstraining immer noch ein wenig schneller sein durfte, wurden die Teilnehmer abseits befestigter und ebener Straßen regelrecht entschleunigt. Viele der Einheiten wurden allenfalls im Schritttempo erledigt, was bei Geländefahrten aber durchaus üblich ist. Diese Geschwindigkeit galt auch bei unserem ersten echten Geländekontakt, der durch einige unwegsame Engstellen führte. Eine weitere Übung lenkte uns in eine große Sandkiste, in der der Yeti durch eine Vollbremsung auch mal richtig eingegraben wurde, und nur mit reichlich Gas geben oder im Rückwärtsgang freigefahren werden konnte. Bereits bei diesen ersten Übungen stellte der Yeti unter Beweis, dass er zu deutlich mehr fähig ist, als nur über die Bürgersteigkante vor dem Kindergarten zu klettern.
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Während dieser Einheiten wurde auch ein Highlight des Skoda Yeti erklärt und getestet, das für den Aufpreis von 80 Euro zu bekommen ist: Der Offroad-Assistent, der zusätzlich zu Anfahr- und Bergabfahrhilfe auch angepasste Offroad-Regelungen für die Systeme ASR, EDS und ABS beinhaltet. In Kombination ermöglichen diese kontrollierte Abfahrten an steilen und rutschigen Passagen, in denen die Regelsysteme durch gezieltes Abbremsen und Freigeben der Räder für die erforderliche Verzögerung sorgen und trotzdem genaues Lenken möglich machen. Der Einsatz des Systems kostet jedoch einiges an Überwindung, denn es wird Bergab in eingeschaltetem Zustand gestartet, indem der Leerlauf eingelegt oder der Wählhebel des DSG in die Stellung N geschaltet wird. So vom Antriebsstrang entkoppelt, bremste sich der Yeti selbstständig mit Geschwindigkeiten von 5 bis 15 km/h die befestigten und unbefestigten Abfahrten hinunter. Hierbei sollte aber in jedem Fall die Warnung der Instruktoren beachtet werden, die wiederholt darauf hingewiesen haben, den rechten Fuß stets über dem Bremspedal zu halten. Das hat sich als wertvoller und leider auch notwendiger Tipp erwiesen, denn bei der letzten Einheit des Tages - einer Abfahrt auf betonierten, aber dreckig-rutschigem Untergrund mit einem Gefälle jenseits der 50 Prozent - verweigerte das System bei zweien der vier Yetis unserer Gruppe den Dienst. Die Übung wurde dadurch etwas schneller als sonst, aber trotzdem sicher absolviert.

Vor dieser letzten Station wurden allerdings noch einige weitere Einheiten absolviert. Eine davon war eine Fahrt über eine Betonpiste, bei der in der Fahrspur hintereinander versetze Kegel gebaut worden waren. Diese Anordnung war ein Test für die sogenannte Verschränkung, die die das Fahrzeug erreichen kann. Ein SUV mit Einzelradaufhängung wie der Yeti kann da natürlich nicht mit echten Geländewagen mithalten, weshalb einerseits die leichteste von drei möglichen Passagen gefahren wurde, und andererseits der Yeti gerne mal ein Rad vollständig in der Luft hängen ließ. Für ein Fahrzeug seiner Klasse hat er die Übung, wie alle anderen auch, aber dennoch eindrucksvoll gemeistert. Eine weitere Sektion war eher eine Mutprobe, denn hier wurde der Yeti auf einer dreistufig geneigten Betonpiste in ordentliche Schräglage versetzt. Die Neigung ist selbstverständlich so gewählt, dass normale SUV nicht einmal ansatzweise in Verlegenheit kommen umzukippen. Doch bereits die Einfahrt in diesen Abschnitt kostet reichlich Überwindung, denn Neigungswinkel oberhalb einer gewissen Grenze werden vom Gehirn als gefährlich betrachtet - und diese Grenze wurde bei dieser Aufgabe eindeutig überschritten. Überwindung war allerdings auch bei einigen anderen Stationen gefragt, darunter auch die bereits erwähnte letzte Abfahrt. Diese ist so steil, dass bei der Anfahrt für lange Zeit erst einmal nur Himmel und anschließend nur Gelände zu sehen ist, von der Straße ist hingegen nichts zu sehen. Diese erkennt man erst, wenn man in einem gefühlt sehr bedenklichen Winkel nach unten steht. Und dann erfolgte die Anweisung: und nun auf N wie Neutral und den Rest erledigt die Technik. Oder auch nicht, wie oben beschrieben.
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Außer Überwindung war in etlichen Passagen auch Konzentration und Geschicklichkeit gefordert. So gab es zum Beispiel eine recht einfach aussehende Route, die seitlich durch hohe Stangen begrenzt wurde. Zu Anfang lächelten noch alle Teilnehmer ob der vermeintlich leichten Aufgabe, jedoch nur so lange, bis die Anweisung "Rückwärts bitte" erteilt wurde. Das erwies sich dann doch als nicht ganz so leicht, und an einer Engstelle waren die Teilnehmer im Vorteil, die elektrisch anklappbare Seitenspiegel hatten und auch benutzen konnten. Bei einer weiteren Übung wurde auf Zeit ein Parcours mit einigen Schwierigkeiten abgefahren, darunter eine Kreisfahrt mit einem Tennisball an der Schnur und das gezielte Herunterbefördern eines Balles von einem Pylonen, ohne dass dieser umkippt. Auch bei diesem Geschicklichkeitstest gab es am Ende wieder drei Gewinner, wozu wir wegen eines nicht abgeräumten Balles und der damit einhergehenden Zeitstrafe von 10 Sekunden aber nicht gehörten. Das hat dem Vergnügen aber in keiner Weise Abbruch getan, denn der Wettkampfgedanke blieb bei soviel Spaß wie an diesem Tag eher auf der Strecke. Und Spaß gab es jede Menge, denn einen Geländewagen in "freier Wildbahn" zu bewegen ist etwas ganz besonderes. Zum absolut positiven Gesamteindruck beigetragen haben, wie schon im ersten Teil erwähnt, die kompetenten und freundlichen Instruktoren, von denen sich immer 2 um jeweils 3 bis 4 Autos kümmerten. Und selbstverständlich waren auch wieder die Damen von Skoda-Eventteam vor Ort, die die Teilnehmer erneute aufs Beste betreut haben.

Nach einer fast endlos erscheinenden Prozession durch die Hochdruckreiniger, mit denen die Yetis nach einem Tag im Dreck gründlich gereinigt wurden, ging es zur Abschlussbesprechung zurück ins Fahrsicherheitszentrum. Bei der Abfahrt zeigte sich noch einmal das perfekte Organisationstalent, denn just in dem Moment, als das letzte Auto den Offroad-Park verließ, fing es in Strömen zu regnen an. Das war keine Minute zu früh, denn einige Aufgaben sind im Regen nicht wirklich angenehm oder teilweise gar nicht machbar, außerdem müssen auch die Fahrzeuge immer wieder für Erläuterungen und/oder Besichtigungen verlassen werden. Nach ein abschlie0enden und netten Worten sowie reichlich und berechtigtem Applaus für alle Teammitglieder vom FSZ und von Skoda machten sich die Teilnehmer auf den Heimweg. Und so ziemlich alle alle taten dies trotz Sauwetters und einer langen Heimreise mit einem Lächeln auf den Lippen - und dem Wissen, dass ihr Yeti im Gelände mehr kann als man ihm zutrauen würde.
(Bilder: Torsten Zimmermann)
 
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