Neuer Eco-Test: Diesel bestätigen schlechten Ruf - Benziner mit vielen Partikeln

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Frühere und aktuelle Verbrauchstests hatten und haben gleich mehrere Lücken im System. Ein neuer Prüfzyklus soll nun deutlich realitätsbezogenere Ergebnisse liefern. Mit dem neuen EcoTest 4.0 geht der ADAC aber noch einen Schritt weiter, denn dabei werden die Messungen auf dem Abgasprüfstand erstmals durch echte Messungen auf der Straße ergänzt. Unter den schlechtesten Fahrzeugen sind fast nur solche mit Diesel-Motor, aber auch einige Benziner - wobei einer ganz besonders auffällt


Im ersten Teil haben wir die saubersten Fahrzeuge betrachtet, wobei Elektroantrieb, Hybrid und Erdgas die ersten Plätze unter sich ausgemacht haben. Allerdings haben es sogar zwei Diesel in die Top 10 geschafft, was beweist, dass gründliche Abgasreinigung auch beim Selbstzünder möglich ist. Doch offenbar ist der Aufwand dafür sehr hoch und wird von vielen Herstellern mit allen möglichen Kniffen umgangen, wie das andere Ende der Liste zeigt. Dort finden sich nämlich fast nur Dieselmotoren, darunter solche von den Marken, die bei anderen Tests ebenfalls als größte Umweltsünder entlarvt wurden.


Allerdings befindet sich auch ein Diesel von VW unter den Schlusslichtern. Und das, obwohl die Marke laut einer Untersuchung bei Euro 6 am saubersten sein soll. Zum Verhängnis wird nicht nur der erhöhte Ausstoß von Stickoxiden (NOx), sondern auch die offenbar nicht einwandfreie Funktion der Abgasreinigung beim Fahrtest auf der Straße. Ähnlich wie andere Hersteller schaltet auch Volkswagen die Abgasreinigung in bestimmten Temperaturbereichen weitgehend ab, was zwar möglicherweise legal, aber ganz sicher nicht im Sinne des Erfinders ist.

Von Volkswagen stammt auch einer der wenigen Benziner unter den schmutzigsten Autos. Dem Tiguan sowie dem Ford Focus RS und Opel Corsa werden die Direkteinspritzungen zum Verhängnis, die für einen erhöhten Partikelausstoß und somit auch für viel Feinstaub sorgen. Das Problem lässt sich durch entsprechende Partikelfilter beheben, doch da der Gesetzgeber diese erst ab Ende nächsten (beziehungsweise sogar erst übernächsten) Jahres verlangt, sind diese bislang noch in so gut wie keinem Fahrzeug zu finden. Bei Volkswagen sollen die ersten entsprechend ausgestatteten Fahrzeuge ab Mitte 2017 in den Handel kommen.


Dass man auch als Kleinstwagen ohne Direkteinspritzung viel Dreck machen kann, beweist der aktuelle Smart fortwo. Sein im Heck eingebauter Motor muss laut ADAC "aufgrund der geringeren Kühlung mit einer erhöhten thermischen Belastung zurechtkommen, wodurch der Feinstaubausstoß stark steigt". Wie stark, zeigt die obige Tabelle: der Smart bläst mehr als 10 Mal soviel Staub aus, wie ab der nächsten Stufe der Euro 6 Norm zulässig sein wird. Doch auch ein aktueller Grenzwert wird gerissen. Das allerdings nur theoretisch, denn "für Benziner ohne Direkteinspritzung gibt es derzeit keinen gesetzlichen Grenzwert". Bei der Smart-Mutter Mercedes sowie beim Kooperationspartner Renault nutzt man also eine Lücke in den Regelungen gewaltig aus, denn der enorme Partikelausstoß des smart wird vom Gesetzgeber praktisch ignoriert.

Meinung des Autors: Theoretisch kann jedes Auto "sauber" sein. Doch die Hersteller tun alles, um bestehende Gesetze zu ihren Gunsten zu interpretieren und zu beugen. Genau das lässt sich auch am neuen EcoTest erkennen, der ganz klar zeigt, wo gespart wird. Und das ist längst nicht immer beim Verbrauch.
 
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