Mercedes-Mutter Daimler riskiert Millionenstrafe wegen Streit um Kältemittel

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geronimo

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Seit dem 1. Januar müssen bestimmte Fahrzeuge ein neues Kältemittel verwenden. Daimler hält dieses jedoch für gefährlich und verzichtet - zumindest vorerst - auf den Einsatz. Das könnte den Autobauer teuer zu stehen kommen



Die Klimaanlagen aller Fahrzeuge, deren Typengenehmigung nach dem 1. Januar 2011 erfolgt ist, müssen seit Anfang dieses Jahres mit dem neuen Kältemittel R1234yf der amerikanischen Chemiefirmen Honeywell und DuPont befüllt werden. Dieses Mittel ist wesentlich klimafreundlicher als das bisher verwendete R134a, birgt aber zahlreiche Risiken. So hat der Autobauer Daimler in mehreren Test nachgewiesen, dass sich R1234yf bei einem Unfall an heißen Motorteilen entzünden kann. Zudem kann bei einem Brand gefährliche Flusssäure entstehen, die eine Verätzung tieferer Gewebeschichten und sogar der Knochen ermöglicht, ohne dass die Haut äußerlich sichtbar verletzt ist. Aus diesen Gründen versuchen etliche Autofirmen den Einsatz des neuen Kältemittels zu verhindern oder zumindest zeitlich zu verzögern.

Eine der Möglichkeiten, das neue Kältemittel nicht einsetzen zu müssen, bietet die bereits oben erwähnte Typengenehmigung. Mehrere Hersteller haben ihre Fahrzeuge bereits deutlich vor Markteinführung zur Genehmigung vorgestellt, damit sie von den bisherigen Regelungen Gebrauch machen können. Dazu zählt beispielsweise auch das meistverkaufte Auto Europas, der VW Golf. Bei diversen anderen Fahrzeugen wurden die Typengenehmigungen nachträglich zurück datiert, darunter beispielsweise der Toyota Prius+ und der Lexus GS. Sogar bei Fahrzeugen, die derzeit noch gar nicht auf dem Markt sind, versuchen die Hersteller mit trickreichen Argumenten der Verpflichtung zu R1234yf zu entgehen. So argumentiert Porsche, dass es sich beim neuen kleinen SUV Macan um einen Ableger des Audi Q5 handelt, der aber bereits vor dem 1. Januar 2011 genehmigt wurde.

Bei einigen Modellen hilft aber alles Tricksen nicht weiter, diese müss(t)en auch gegen den Willen des Herstellers mit dem neuen Kältemittel befüllt werden. Dazu zählen auch die neue A- und B-Klasse sowie die letztes Jahr vorgestellte Neuauflage des SL des Herstellers Mercedes. Der bewusste Verzicht auf den Einsatz des neuen Kältemittels kann durch die EU mit massiven Bußgeldern oder sogar dem Entzug der Typengenehmigung geahndet werden. Dagegen versucht sich Daimler zu wehren und hat bei der EU eine Ausnahmegenehmigung beantragt, die zumindest einen Aufschub von sechs Monaten schaffen soll. In dieser Zeit will das Unternehmen in neuen Tests das Gefährdungspotenzial von R1234yf überprüfen und über Lösungsmöglichkeiten verhandeln. Derzeit befüllt Daimler, trotz eindeutiger Vorgaben der EU, alle seine Fahrzeuge mit dem alten Kältemittel R134a.

Für den Fall, dass eine Einigung mit der EU nicht zustande kommt, rechnet Daimler laut der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" mit Kosten in dreistelliger Millionenhöhe, ohne dass konkrete Zahlen genannt wurden. Zudem muss der Hersteller auch auf Einnahmen in Amerika verzichten, denn hier wird der Einsatz des neuen Kältemittels mit Gutschriften honoriert. Darüber hinaus könnten auch Strafzahlungen drohen, denn die Stuttgarter Autofirma hat mit dem Hersteller DuPont umfangreiche Abnahmepflichten vereinbart.
Mit Material von: spiegel; kfz-betrieb online
Bildquelle: Autobild​
 
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