Mercedes Citan: schlechtes Abschneiden im Crashtest wird zum Image-Disaster - Zetsche kündigt Nachbesserungen an - UPDATE

Diskutiere Mercedes Citan: schlechtes Abschneiden im Crashtest wird zum Image-Disaster - Zetsche kündigt Nachbesserungen an - UPDATE im Mercedes Citan Forum im Bereich Mercedes; Das schlechte Abschneiden des Mercedes Citan, der in einem Crashtest von Euro NCAP nur 3 von 5 möglichen Sternen erreicht hat, wächst sich für...
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geronimo

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Das schlechte Abschneiden des Mercedes Citan, der in einem Crashtest von Euro NCAP nur 3 von 5 möglichen Sternen erreicht hat, wächst sich für Mercedes zu einem Image-Desaster aus, denn in vielen Artikeln und Foren wurde massive Kritik am Unternehmen laut. Dabei ist die vorherrschende Meinung vor allem großes Unverständnis über die Entscheidung von Mercedes, ein Auto wie den Renault Kangoo mit nur wenigen Änderungen als eigenes Fahrzeug zu verkaufen. Aber auch die erste Reaktion des Herstellers auf das Testergebnis stieß bei vielen auf Kopfschütteln.



In vielen Meinungsäußerungen zeigen sich die Schreibenden darüber verwundert, dass Mercedes das Auto eines französischen Herstellers, abgesehen von optischen Anpassungen, nahezu unverändert auf den Markt bringt. Offenbar betrachte man es bei Daimler für unnötig, das Auto strukturell so zu überarbeiten, dass es den Anforderungen und dem Image der Mercedes-Sicherheit genügt. Daher wird vielfach auch kritisiert, dass in Stuttgart inzwischen eher die Controller als die Ingenieure bestimmen, wie viel Sicherheit ein Fahrzeug benötigt. Immerhin gibt es eine stabile Fahrgastzelle und funktionierende Airbags nicht umsonst.

Aber auch das Verhalten nach dem Bekanntwerden der Ergebnisse sorgte vielfach für Unmut. Trotz des hohe Gefährdungspotenzials bei einem Unfall sah man bei Mercedes keinen Grund zur Sorge: "Das Auto ist in keiner Kategorie durchgefallen, noch ist die Karosserie kollabiert", sagte ein Sprecher. Das ist aber nur die halbe Wahrheit, denn immerhin wird im Test das fast völlige Versagen des Kopfairbags, der sich sowohl beim Seiten- als auch beim Pfahlaufprall an der B-Säule verfing, bemängelt. Zudem sorgen die harten Strukturen der Armaturentafel für erhöhtes Verletzungsrisiko und auch der Fußgängerschutz ist stark verbesserungswürdig.

Inzwischen hat offenbar auch Daimler-Vorstandschef Dieter Zetsche die Kritik erreicht, der in einem Interview mit der WAZ-Gruppe zu den Ergebnissen Stellung genommen hat: "Das Ergebnis ist selbstverständlich völlig unbefriedigend. Damit müssen wir uns natürlich beschäftigen. Dass unsere Wettbewerber auch nicht besser abschneiden, ändert nichts an dieser Tatsache". Zetsche ließ aber offen, ob es an dem Fahrzeug nun massive Nachbesserungen geben werde, wie sie seinerzeit bei der ersten A-Klasse erfolgt sind. Dieses Fahrzeug war im sogenannten Elchtest einer schwedischen Automobilzeitung umgekippt, woraufhin Mercedes in allen neuen und bereits ausgelieferten Fahrzeuge das Anti-Schleuder-System ESP eingebaut und nachgerüstet hat.

Trotz dieser Aussage bleibt die bereits vorher geäußerte Kritik an Zetsche bestehen. Vor einiger Zeit hatte der Aufsichtsrat den Vertrag mit Zetsche um drei weitere Jahre verlängert. Bislang allerdings hatten die Verträge immer eine Laufzeit von fünf Jahren, weshalb die kurze Frist als Bewährungszeit verstanden worden war. Nun allerdings könnte es bereits vor Ablauf der Zeit Konsequenzen geben, wie ein Aufsichtsratsmitglied gegenüber dem Spiegel klarmachte: "Wenn es so weitergeht, müssen wir neu nachdenken". Ein hochrangiger Manager wurde sogar noch deutlicher: "Der Dieter kann es nicht".

Update, 6. Mai 2013, 17:10 Uhr: Mercedes will im Rahmen eines Rückrufs bei rund 3.500 ausgelieferten Fahrzeugen von Typ Citan die bemängelten Fensterairbags durch neue Modelle ersetzen, die zukünftig auch in der Serienproduktion des Spenderfahrzeugs Renault Kangoo verbaut werden. Bislang wurden mehr als 10.000 Citan ausgeliefert, von denen aber nur rund ein Drittel über Fensterairbags verfügt.
Bildquelle: ADAC​
 
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