Langstrecken-Test des Tesla Model S durch Autoextrem - 3. Tag - UPDATE II

Diskutiere Langstrecken-Test des Tesla Model S durch Autoextrem - 3. Tag - UPDATE II im Tesla Model S Forum im Bereich Tesla Elektroauto; Letztes Update, 24.01.2016, 19:40 Uhr 11:02 Uhr: Heute steht der dritte Testtag für das Model S von Tesla an, bei dem noch einmal eine ordentliche...
Letztes Update, 24.01.2016, 19:40 Uhr
11:02 Uhr: Heute steht der dritte Testtag für das Model S von Tesla an, bei dem noch einmal eine ordentliche Strecke zurückgelegt wird. Da das Auto (theoretisch) über Nacht aufgeladen wurde, sollte der erste Abschnitt auch entsprechend weit gehen


Nachdem die gestrige Restetappe trotz reichlich Nebel problemlos und auf einer fast leeren Autobahn abgespult wurde, ging es am Ziel in die Tiefgarage. Netter Service vor Ort: Elektroautos können an zwei Ladeplätzen kostenlos geladen werden (Bild oben). Allerdings nur mit extrem bescheidenen 8 kW, weswegen das Model S eine voraussichtliche Ladezeit von 13:45 Stunden bis 100% Kapazität anzeigte. Doch die Zeit hat über Nacht gereicht, weswegen es gleich mit komplett vollen Akkus in Richtung Heimat geht. Allerdings gibt das Model S vollgeladen nur 405 km Reichweite an, die errechnete Reichweite liegt bei unter 300 km. Von den angeblichen 500 km und mehr nach NEFZ-Norm ist man also in jedem Fall sehr weit entfernt.

Den ersten größeren Stopp gibt es in Stuhr bei Bremen, wo das Auto während meiner Mittagspause genügend Strom für die wahrscheinlich letzte Fahrt zu einem Supercharger (SuC) bekommt. Vorher ist aber ein kleiner Zwischenstopp in Rade (gegen 13 Uhr) fällig, denn die 300 km bis Bremen sind mit einer Füllung wohl nur schwer oder gar nicht zu schaffen. Bis später...

Update, 23.01.2016, 15:29 Uhr: Doch, es ist zu schaffen! Nachdem ich zügig losgefahren bin, hat mich unterwegs der Ehrgeiz gepackt, die relativ kleine Lücke bei der angezeigten Restreichweite zu schließen. Dementsprechend wurde das Tempo deutlich gesenkt, die Fahrt ging mit Tacho 105 km/h weiter. Bei dieser Geschwindigkeit verbraucht das Model S so wenig, dass sich die errechnete Strecke auch schaffen lässt. Geholfen haben auch einige Tempolimits und Baustellen, bei denen teilweise nur 80 km/h erlaubt waren. So konnte ich ohne Zwischenstopp und mit 10 km Restreichweite den SuC in Stuhr anfahren, wo das Auto gerade lädt.

Und jetzt die spannende Frage: hat sich die "Schleichfahrt" gelohnt? 1. Antwort: Laut Bordcomputer schon. Dieser hatte mit Zwischenladung eine Ankunftszeit am Ziel zwischen 14.10 und 14:20 Uhr errechnet, ohne Zwischenladung war ich aber schon um 14:05 Uhr da. Es wurden also einige wenige Minuten gespart. Doch es gibt noch eine 2. Antwort: emitional ist diese Fahrweise eigentlich dem schönen Auto nicht angemessen. Viele Autofahrer dürften daher eher den goldenen Mittelweg wählen und die etwas höhere Reisegeschwindigkeit - ideal ist so zwischen 130 und 150 km/h - trotz der häufigeren Stopps angenehmer finden. Zudem erspart man sich so auch noch die mitleidigen und/oder belustigten Blicke anderer Autofahrer, die dem "Idioten im Tesla" gelten, der wegen der Reichweite mit Tempo 100 in einer Oberklasse-Limousine fährt.

Wobei ich allerdings zugeben muss, dass die langsame Fahrweise in Verbindung mit dem Autopilot durchaus etwas tiefenentspannendes hat. Zumindest Sonntags, wenn so gut wie keine LKW unterwegs sind. Da hat man bei dem geringen Tempo die rechte Spur für sich alleine und kann, so wie ich, weit über 50 km am Stück vollkommen automatisch fahren (lassen). Auf dem nächsten Teilstück bis nach Kamen wird es aber wieder etwas flotter zugehen. Nächste Meldung kommt dann heute abend.

Update, 23.01,2016, 19:40 Uhr: Während eines längeren Treffens mit einem Freund hatte das Model S zum zweiten Mal hintereinander die Gelegenheit, komplett aufzuladen. Bei der Rückkehr waren dann bei der errechneten Restweite 400 km angegeben - weil ich vorher so brav gefahren bin. Zuerst ging es etliche km auf der Landstraße weiter, und da zeigte das Model S ein gänzlich neues Gesicht. Ich bin zwar schon zuvor Landstraßen gefahren, doch dies war am Freitag mittag im Berufsverkehr und am Samstag morgen bei Schneematsch und Nebel. Jetzt allerdings hatten wir +8°, halbwegs trockene Bedingungen und freie Bahn.

Und was das Auto da bietet, ist mehr als beeindruckend. Vor allem angesichts der Tatsache, dass das Model S deutlich über 2 Tonnen wiegt. Doch die tief im Auto untergebrachten Akkus sorgen für einen sehr niedrigen Schwerpunkt, und zusammen mit den beiden Motoren vorne und hinten gibt es eine ausgewogene Gewichtsverteilung. Dazu natürlich Kraft ohne Ende in jeder Situation, und ein Fahrwerk und eine Lenkung, die dies auch sauber auf die Straße bringen. Mit diesen Voraussetzungen ist Fahrspaß quasi vorprogrammiert, und er stellt sich auch augenblicklich ein. Dabei liefert die in drei Stufen (Komfort, Standard und Sport) verstellbare Lenkung vor allem in der letztgenannten Einstellung sehr gute Rückmeldung. Der Allradantrieb arbeitet extrem angenehm, die Leistung wird stets so verteilt, wie man es erwartet. Und zwar ohne, dass es zu unangenehmen Beeinflussungen bei der Leistungsverteilung kommt, denn beide Achsen werden ja bekanntlich getrennt angesteuert. Das Model S lässt sich dabei sehr zielgenau und ausgesprochen flott durch Kurven aller Art bewegen - hier braucht man sich nicht wirklich hinter den dynamischen Vertretern von BMW und Jaguar zu verstecken.

Die anschließende Autobahnfahrt wurde - soweit am Sonntag Abend und auf dieser Strecke möglich - wieder etwas flotter absolviert, denn schließlich war ja reichlich Ladung vorhanden. Jetzt steht das Auto zum letzten Mal auf meiner Reise am Supercharger, wo er soviel Energie bekommt, dass es heute für eine angenehm-flotte Fahrt nach Hause und morgen für eine geschmeidige Fahrt zur Fahrzeugrückgabe reicht. Morgen gibt es dann noch einen langen Bericht, in dem ich noch diverse weitere Erfahrungen einbringe und auch ein Fazit der Reise ziehe.

Update: hier geht es zum 4. Tag und dem Fazit
 
G

Gast

Guest
Schöner Artikel, Das Thema Spannung und Strom sollten Sie sich jedoch nochmal anschauen. Sie teilen sich an der Ladesäule nicht die Spannung sondern den Strom. Das Fahrzeug wurde in der Tiefgarage bestimmt nicht mit 8V geladen sondern eher mit 8kW?
 
U

Unregistriert

Guest
Willkommen in der Tesla-Welt! Guter, objektiver Artikel. Bitte ein paar Details korrigieren. 118kW ist die (elektrische) Leistung. Bei der Angabe von 8 Volt, kann etwas nicht stimmen, vlt 8A?(Ampere). Das Gewicht ist je nach Typ zwischen 2,1 und 2,2 Tonnen.
Das Navi ist tatsächlich verbesserungswürdig, dank updates ist aber Hoffnung angesagt. Hier kann auch evtripplaner.com weiterhelfen. Allerdings ist etwas E know how von nöten.
 
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