Kia pro_cee'd GT im Fahrbericht von Autoextrem

Diskutiere Kia pro_cee'd GT im Fahrbericht von Autoextrem im KIA Ceed & Pro_Ceed Forum im Bereich KIA; Elektroautos, Hybridfahrzeuge, Familienvans, Kombis und ein nicht allzu dynamisches Cabrio. Nach so vielen mehr oder weniger vernünftigen und...
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geronimo

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Elektroautos, Hybridfahrzeuge, Familienvans, Kombis und ein nicht allzu dynamisches Cabrio. Nach so vielen mehr oder weniger vernünftigen und umweltfreundlichen Testfahrzeugen auf der diesjährigen IAA war es an der Zeit, es einmal richtig krachen zu lassen. Und dafür bot sich der Kia pro_cee'd GT als Konkurrent des VW Golf GTI geradezu an


Der Golf GTI bietet mit 162 kW/220 PS und 350 Nm Drehmoment etwas mehr Leistung als der Kia mit dem immer noch gewöhnungsbedürftigen Namen. Dieser bringt es aber immerhin auf 150 kW/204 PS und 265 Nm Drehmoment. Letzteres fällt deutlich niedriger aus, da der Golf seine Leistung aus 2 Litern Hubraum holt, während sich der Kia mit 1,6 Litern begnügen muss. Hubraum ist halt immer noch durch nichts zu ersetzen, außer durch noch mehr Hubraum. Dafür startet der Kia aber bereits bei 22.990 Euro und bietet zudem ein Rundum-Sorglos-Paket mit 7 Jahren Hersteller- und Mobilitätsgarantie, Wartung und Kartenupdates für das Navigationssystem. Für einen Golf GTI müssen knapp 6.000 Euro mehr auf den Tisch gelegt werden, die Zusatzleistungen fallen zudem deutlich geringer aus.

Doch genug der Vergleiche, es wird Zeit den Kia ganz für sich zu betrachten. Und was man zu sehen bekommt, weiß durchaus zu gefallen. Besonders als Dreitürer, gekennzeichnet durch den Zusatz "pro", wirkt die sportliche Ausgabe des Kompaktwagens sehr dynamisch und zeigt sofort an, um was es geht. Manch einer mag die massive Frontschürze inklusive markantem LED-Tagfahrlicht, die angeklebten Seitenschweller und den Heckbereich mit Diffusor und zwei Auspuffendrohren übertrieben finden, der Zielgruppe dürfte es gefallen. Und es steht dem koreanischen Sportler sehr gut. Der dynamische Auftritt setzt sich im Innenraum nahtlos fort, hier finden sich Sportsitze, diverse Ziernähte, Edelstahlpedalerie und eine bereits in der Basis recht umfangreiche Bedienung. Diese bietet sogar einige Spielereien, denn das mittlere der drei Rundinstrumente ist ein großer Monitor. Dieser kann wahlweise einen analogen Tacho mit einigen Zusatzinformationen darstellen. Die sportlich orientierten Fahrer dürften aber zumeist die zweite Ansicht wählen, die einen digitalen Geschwindigkeitsanzeiger und zwei rundliche Balkendiagramme darstellt, die über das aktuell anliegende Drehmoment und den momentanen Ladedruck informieren.


Bei der Verarbeitung muss man sich in Korea definitiv nicht mehr hinter der Konkurrenz verstecken, alles wirkt hochwertig, ansehnlich und solide. Und auch bei der Ergonomie und der Bedienungsfreundlichkeit hat man deutlich dazugelernt, hier gibt es nur wenige Dinge zu bemängeln. Was man allerdings definitiv kritisieren muss, ist das Design der Karosserie, zumindest was den Dreitürer angeht. Nach hinten beschränken ein kleines und sich verjüngendes hinteres Seitenfenster, eine breite C-Säule und ein Guckloch-artiges Heckfenster die Sicht extrem. Zum ersten Mal wünscht man sich einen Totwinkel-Assistenten, denn im Bereich rechts hinter dem cee'd können komplette LKW unsichtbar werden. Mit diesem Problem des modernen Designs ist Kia aber leider nicht ganz allein, auch andere Hersteller leisten sich auf diesem sicherheitsrelevanten Gebiet gravierende Schnitzer, die mit immer mehr neuen elektronischen Helfern ausgeglichen werden sollen.


Jetzt ist es aber an der Zeit, die wirklich wichtigen Qualitäten des pro_cee'd GT zu überprüfen. Und dabei kann der Sportler absolut überzeugen, denn hier passt alles. Angefangen bei der hervorragenden Sitzposition in den sehr guten Sitzen über das leicht und zielgenau schaltbare Sechsgang-Getriebe bis hin zu den Fahrleistungen mit einer Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h in 7,7 Sekunden. Das Fahrwerk bietet genau den richtigen Kompromiss zwischen sehr sportlich und immer noch angenehm auf langen Strecken. Gleiches gilt auch für den Motor, der zwar mit seinem tollen Sound immer präsent ist, jedoch nie aufdringlich wirkt. Die Lenkung ist angenehm direkt, reagiert zielgenau auf alle Lenkbefehle und liefert ausreichend Rückmeldung. Für die notwendige Verzögerung sorgen gut dosierbare und kräftig zupackende Bremsen. Den pro-cee'd GT zu fahren, macht ab der ersten Sekunde richtig Spaß. Und dabei ist der Flitzer auch noch alltagstauglich, denn das Platzangebot, die einfache Bedienung und der relative Fahrkomfort auch auf schlechten Straßen gehören sonst nicht unbedingt zu den Qualitäten eines Sportwagens.

Negative Punkte lassen sich bei diesem Koreaner nur schwer finden. Einer davon ist definitiv der Verbrauch, der während des Testfahrt bei deutlich über 10 Liter auf 100 km lag. Hier fordert die "artgerechte Haltung" eindeutig ihren Tribut, aber man gönnt sich ja sonst nichts. Ein weiteres Manko ist die elektronische Parkbremse, die sich wie im verwandten Hyundai i30 beim Anfahren nicht automatisch löst, sondern nur im Stillstand bei getretener Fußbremse abgeschaltet werden kann. Und natürlich gehört die schlechte Sicht nach hinten dazu. Während man den Verbrauch selber beeinflussen kann und sich an die Eigenheit der Parkbremse sicherlich schnell gewöhnt hat, lässt sich dieses Problem niemals beseitigen. Das dürfte zu manch unangenehmen Erfahrungen führen, die hoffentlich immer glimpflich ausgehen. Alles in allem ist der Kia pro_cce'd GT aber ein rundum gelungenes Fahrzeug, dass es in seiner Gesamtheit und dem vergleichsweise günstigen Preis-/Leistungsverhältnis (siehe oben) noch weit bringen dürfte. Der kompakte Sportler weiß auf jeden Fall zu begeistern, und das konnte man von früheren Sportwagen aus Korea nicht immer behaupten.
 
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