Kältemittel R1234yf: Mercedes erringt Etappensieg gegen Zulassungs-Verbot in Frankreich

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geronimo

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Zwischen Mercedes und der französischen Regierung tobt aktuell ein erbitterter Streit um das umstrittene Kältemittel R1234yf, das eigentlich seit Anfang des Jahres in verschiedene Fahrzeuge des deutschen Herstellers eingefüllt werden muss. Auf Grund möglicher Gefahren hat der Mutterkonzern Daimler die Umsetzung einer entsprechenden EU-Richtlinie verweigert, weshalb Fahrzeuge der A-,B- und CLA-Klasse sowie der neuen SL-Reihe in Frankreich seit etlichen Wochen nicht zugelassen werden dürfen. Vor einem französischen Gericht erzielte Mercedes jetzt einen vorläufigen Erfolg



Das oberste Verwaltungsgericht in Paris hat erst einmal eine einstweilige Verfügung erlassen, mit der das Zulassungsverbot der französischen Regierung erst einmal aufgehoben wird. Der Conseil d'État muss allerdings noch eine endgültige Entscheidung fällen, deren Termin und Ausgang bislang noch offen ist. Das Gericht begründete die jetzige Aufhebung des Zulassungs-Verbots mit den wirtschaftlichen Folgen für das Unternehmen sowie den geringen Auswirkungen auf die Umwelt. Immerhin werden mehr als 98 Prozent aller 2013 in Frankreich neu zugelassenen Neufahrzeuge mit dem bisherigen Kältemittel R134a auf den Markt kommen, die nach der Argumentation der französischen Regierung ebenfalls nicht zugelassen werden dürften.

Letztlich geht es also weniger um die eigentlichen Folgen für die Umwelt, als um schlichte Paragraphenreiterei. Dies wird auch aus der Begründung eines der beiden Hersteller von R1234yf, dem amerikanischen Chemieunternehmen Honeywell, deutlich. Dieser sagte: "Es ist bedauerlich, dass die Entscheidung Daimlers, der EU-Richtlinie nicht zu entsprechen, die Zeit des Gerichts beansprucht, die Industrie verärgert und zu einem bürokratischen Ablenkungsmanöver mit negativen Folgen für die Umwelt geführt hat.". Dabei scheinen die Gefahren für die Umwelt, aber auch für die Fahrzeuginsassen sowie die Rettungskräfte bei einem möglichen Unfall von Fahrzeugen mit dem neuen Mittel durchaus real zu sein. Immerhin geht von dem Mittel nicht nur eine Brandgefahr aus, sondern es entsteht auch hochgiftige Flussäure. Dieses Kontaktgift kann bereits in geringen Mengen tödlich wirken. Die biologischen Folgen lassen sich hier nachlesen.

Beim Hersteller Daimler wurde die heutige Entscheidung natürlich begrüßt. Ein Sprecher sagte dazu: "Der Conseil d'Etat hat unsere Rechtsauffassung bestätigt und die Zulassungsblockade in Frankreich mit sofortiger Wirkung aufgehoben" und "Wir erwarten die Zulassung der betroffenen Fahrzeuge innerhalb der nächsten 48 Stunden.". Insgesamt sollen bislang rund 4.500 Fahrzeuge nicht an die Kunden ausgeliefert worden sein, die diese teilweise sogar bereits bezahlt haben. Jetzt dürften sich die Käufer freuen, dass sie ihre Neuwagen in Empfang nehmen dürfen. Und auch das Neuwagengeschäft dürfte für Daimler wieder besser laufen, denn nicht wenige französische Kunden dürften in den letzten Wochen vor einer Neuanschaffung zurückgeschreckt sein. Wer möchte schon ein Auto bestellen, von dem man nicht weiß, ob man es auch tatsächlich fahren darf.
Mit Material von: heise
 
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