Jaguar F-Type V8 S Cabrio mit 495 PS im Fahrbericht von Autoextrem - UPDATE

Diskutiere Jaguar F-Type V8 S Cabrio mit 495 PS im Fahrbericht von Autoextrem - UPDATE im Jaguar F-Type Forum im Bereich Jaguar; 28.03.2014, 13:40 Uhr: Ab dem 12. April steht die geschlossene Version des F-Type von Jaguar bei den Händlern. Für uns ein guter Grund, das...
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28.03.2014, 13:40 Uhr:
Ab dem 12. April steht die geschlossene Version des F-Type von Jaguar bei den Händlern. Für uns ein guter Grund, das bereits seit letztem Jahr erhältliche Cabrio einer ausführlichen Begutachtung zu unterziehen. Dabei kam die Top-Version zum Einsatz, die von einem Achtzylinder-Motor mit Kompressor angetrieben wird


Mit dem F-Type hat sich Jaguar endlich wieder auf seine ursprünglichen Qualitäten als Hersteller hochwertiger Sportwagen besonnen. Nachdem man sich in den vergangenen Jahrzehnten eher auf sportliche und gleichzeitig luxuriöse Limousinen, Coupés und Cabrios konzentriert hatte, sah man im britischen Coventry die Zeit gekommen, endlich einen würdigen Nachfolger für den legendären E-Type der 1960er und 70er auf die Straße zu schicken. Die offene Version des F-Type ist bereits seit Mai vergangenen Jahres erhältlich, ab dem 12. April wird auch das Coupé in Deutschland an die Kunden ausgeliefert. Um einen Vorgeschmack auf das geschlossene Modell zu bieten, haben wir das Cabrio in seiner stärksten Version einer ausführlichen Probefahrt unterzogen. Im von uns gefahrenen Fahrzeug mit der auffälligen Beklebung mit dem britischen Union Jack kam der 5-Liter-Achtzylinder zum Einsatz, der es dank Kompressor auf eine Leistung von 364 kW/495 PS und ein maximales Drehmoment von 625 Nm bringt. So angetrieben ist eine Beschleunigung auf 100 km/h in 4,3 Sekunden möglich, der Vortrieb wird erst bei 300 km/h elektronisch gestoppt.

Vor der Ausfahrt wird aber erst einmal überprüft, wie es um die Qualitäten des offenen Sportwagens steht. Äußerlich macht der F-Type eine wirklich gute Figur, denn die lange Motorhaube und der genau zwischen den beiden Achsen angesiedelte Innenraum sind die richtigen Zutaten. Während der F-Type von vorne leicht als Jaguar zu erkennen ist, fehlen bei der Seitenansicht und gerade auch am Heck eindeutige Firmenmerkmale. Das Designteam von Ian Callum hat ein durchaus schönes Fahrzeug auf die Beine gestellt, das aber nicht unbedingt eigenständig wirkt und auch bei anderen Herstellern im Portfolio sein könnte. Gleiches gilt auch für den hochwertigen Innenraum, der die in den vergangenen Jahren gefundene Familienähnlichkeit ein wenig vermissen lässt. Das gilt vor allem für den Wahlhebel des Automatikgetriebes, der im F-Type nicht der charakteristische, ausfahrbare Drehknopf ist, sondern ein klassischer Schaltstock, der auch in jedem BMW eine gute Figur machen würde. Dennoch darf man Jaguar zu dieser Entscheidung durchaus beglückwünschen, denn in einem so sportlichen Auto wie dem F-Type erleichtert ein solcher Hebel die Wahl der Schaltmethode ungemein.


Die Ausstattung des F-Type ist bereits ab Werk relativ umfassend, im Testfahrzeug war natürlich fast alles an Extras verbaut, was die Ausstattungsliste hergibt. Die Verarbeitung ist extrem hochwertig, die gewählten Materialien sind allesamt edel und ohne sichtbare Mängel zusammengefügt. Große Fortschritte hat man bei der Bedienung gemacht, denn im Vergleich zur verschachtelten und nicht immer logischen Ausführung der Menüs früherer Versionen des Infotainment-Systems findet man inzwischen nahezu alles, was man sucht, auch an der Stelle wo man es vermutet. Dabei verfügt der F-Type über vielfältige Einstellungsmöglichkeiten, die besonders die wählbare Sport-Einstellung individuell anpassbar machen. Standardmäßig werden bei der Wahl des Sport-Modus die Lenkung direkter, die Federung härter, der Motor bissiger, das Automatikgetriebe schneller und der Sound aggressiver gemacht. Jede dieser Verschärfungen kann aber individuell abgeschaltet werden. Zudem gibt es einige Spielereien, die durchaus als Reminiszenz an die "Generation PlayStation" durchgehen. So gibt es beispielsweise eine Anzeige, dei der die auftretenden G-Kräfte beim Beschleunigen, Bremsen und in Kurven aufgezeichnet werden. Auf geschlossenen Rennstrecken lassen sich über den Bordcomputer zudem die Rundenzeiten stoppen. Abstriche müssen hingegen beim Alltagsnutzen gemacht werden, denn das Kofferraumvolumen ist Cabrio-typisch sehr beschränkt. Viel mehr als das kleine Gepäck für einen Wochenendausflug lässt sich dort nicht unterbringen. Gerade in diesem Punkt wird das Coupé mit seiner großen Heckklappe deutlich mehr zu bieten haben.

Letztlich hat Jaguar ein schönes, hochwertig verarbeitetes und gut zu bedienendes Auto auf die Räder gestellt. Aber wenn man ehrlich ist, kann man das von einem neuen Fahrzeug für den Einstandspreis von mindestens 100.500 Euro auch erwarten. Daher ist eher entscheidend, wie sich der F-Type auf der Straße schlägt. Und da kann man den Briten nur uneingeschränkt ein bewunderndes Lob aussprechen. Das elektronisch verstellbare Fahrwerk bietet im Normalmodus einen ordentlichen Komfort, der auch bei schneller Fahrt für genügend Dynamik sorgt. Im Sportmodus wird es deutlich härter, ohne dass man direkt Angst um Bandscheiben und Zähne haben muss. Aufgrund der ausgewogenen Gewichtsverteilung lässt sich der offene Sportler nicht nur sehr schnell, sondern auch extrem zielgenau durch alle Kurven treiben. Dabei hilft die sehr direkte Lenkung, die feinfühlig auf alle Befehle reagiert und gleichzeitig eine hervorragende Rückmeldung über die Fahreigenschaften liefert. Alles in allem ist es Jaguar gelungen, einen extrem überzeugenden Kompromiss zwischen großer Sportlichkeit und hoher Alltagstauglichkeit zu liefern.

Das Highlight ist jedoch der nach wie vor sensationelle Achtzylinder-Motor. Das bereits aus den Modellen XKR und XFR bekannte Aggregat wurde für das Cabrio leicht in der Leistung beschnitten, bietet aber immer noch einen hervorragenden Antritt. Dank Kompressortechnik steht die maximale Leistung bereits kurz oberhalb der Leerlaufdrehzahl und über einen sehr breiten Drehzahlbereich zur Verfügung, was einerseits entspanntes und schaltfaules Dahingleiten ermöglicht, andererseits aber auch stets ausreichende Leistung in allen Lebenslagen liefert. Was den F-Type jedoch von seinen Brudermodellen unterscheidet, ist der schlichtweg atemberaubende Sound. Während der V8 im XKR und und XFR eher gemächlich vor sich hinbrummelt und bei Wahl des Sportmodus dank geöffneter Auspuffklappen nur geringfügig lauter wird, bietet der gleiche Motor im F-Type eine wahre Symphonie der Sportlichkeit. Dank einer deutlich anderen Auslegung gibt nicht nur wahre Klangorgien zu bewundern, sondern sogar elektronisch herbeigeführte Fehlzündungen, die Hand in Hand mit dem Zwischengas beim Runterschalten gehen. Was bei den lärmempfindlichen Passanten am Straßenrand nur ein verzweifeltes Kopfschütteln produziert, verschafft den motorsportbegeisterten Anwesenden und vor allem den Insassen eine Gänsehaut am ganzen Körper. Derzeit gibt es kaum einen Sportwagen auf dem Markt, der auch nur ansatzweise einen vergleichbaren Klang liefert. Und wenn, dürfte dafür mindestens das doppelte des Kaufpreises des F-Type Cabrios fällig werden.

Jaguar hat also ein absolut überzeugendes Produkt in petto, mit dem man auf dem Markt bestehen kann. Dabei können vor allem Verarbeitung, Bedienung und Ausstattung überzeugen, die wirkliche Sensation ist jedoch der tolle Motor mit dem atemberaubenden Klang. Dieser wird der bisherigen Zielgruppe möglicherweise zuviel des Guten sein, die traditionellen Jaguar-Fans und Freunde guter Sportwagen werden jedoch uneingeschränkt begeistert sein. Der Preis ist natürlich eine Herausforderung, im Vergleich zur Konkurrenz aus Deutschland oder Italien aber ganz sicher als angemessen zu betrachten. Zahlungskräftige Interessenten sollten den F-Type V8 unbedingt einmal testen, eine anschließende Bestellung dürfte als nahezu sicher gelten.

Update, 29.03.2014, 19:40 Uhr: Heute hatten wir die Gelegenheit den kleinen Bruder des V8-Motors zu testen. Den V6 gibt es in zwei Leistungsstufen mit entweder 250 kW/340 PS oder 280 kW/380 PS. Morgen berichten wir, ob der stärkere der beiden Motoren eine gute und 15.000 Euro preiswertere Alternative zum Achtzylinder ist.

Update, 30.03.2014, 16:31 Uhr: Der Fahrbericht des F-Type S Cabrio ist mittlerweile veröffentlicht worden und kann hier nachgelesen werden.
 
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