Hauptuntersuchung: persönlicher TÜV-Vorab-Check verhindert unnötigen Zeit- und Geldaufwand

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Für Gebrauchtfahrzeuge jeden Alters fällt aller zwei Jahre die Hauptuntersuchung (HU) sowie auch die Abgasuntersuchung (AU) an, welche viele Autobesitzer meistens in Kombination durchführen lassen. Obwohl laut GTÜ-Bericht in Deutschland jedes vierte Auto beim TÜV durchfällt, liegt es oftmals nur an kleineren Mängeln, die sich im Vorfeld schon erkennen und beheben lassen könnten. Worauf Fahrzeugbesitzer vor dem Antritt zur Hauptuntersuchung achten können, möchten wir euch in diesem Praxis-Tipp zeigen





Nachdem ein Neuwagen nach drei Jahren seine erste TÜV-Abnahme nach drei Jahren erhalten hat, zählt es wie ein Großteil der Fahrzeuge zu den Gebrauchtfahrzeugen und muss die Untersuchung ab diesem Zeitpunkt im 24-monatigen Intervall durchführen. Von den rund 40 Millionen in Deutschland zugelassenen Fahrzeugen fällt laut GTÜ-Mängelreport (Gesellschaft für Technische Überwachung) jedes vierte in der Hauptuntersuchung durch, wobei einige dieser Fahrzeuge nur kleinere, vermeidbare Mängel aufgewiesen haben.

Viele TÜV-Prüfer reagieren äußerst empfindlich auf vergessene Fahrzeugpapiere, unvollständiger oder abgelaufener Verbandskasten, fehlende Warnweste, die seit drei Jahren zur Grundausstattung eines jeden Fahrzeugs zählt, abgefahrende oder poröse Reifen, oder auch defekte Leuchtmittel. Das alles sind aber Dinge, die man als Fahrzeughalter verhindern kann beziehungsweise muss, ohne dafür eine KFZ-Lehre oder ein Ingenieursstudium abgeschlossen zu haben. Mit folgender Checkliste können die gröbsten Fehlerquellen schon im Vorfeld analysiert und behoben werden:


Fehlende Papiere:

Auch wenn es logisch erscheint, scheinen viele Fahrzeugnutzer immer wieder den selben Fehler zu machen und den Fahrzeugschein (Zulassungsbescheinigung I) zu vergessen. Diese ist aber neben der Bescheinigung zur Abgasuntersuchung (insofern diese nicht parallel ausgeführt wird) unabkömmlich. Sollten noch Umbauten am Fahrzeug vorhanden sein - das können Spoiler, Tieferlegungssätze oder auch nur nicht in den Fahrzeugpapieren nachgetragene Felgengrößen sein, müssen die dafür notwendigen ABE´s den Papieren beigefügt sein.


Verbandskästen, Warndreieck und Warnweste:

Sollte es doch einmal zu einem Unfall oder einer Unfallbeteiligung kommen, müssen in jedem Fahrzeug ein Warndreieck sowie eine passende Warnweste vorliegen. Außerdem gehört es zur Pflicht eines jeden Autofahrers, einen entsprechend ausgerüsteten Verbandskasten mit zu führen. Dieser ist nicht nur in regelmäßigen Abständen auf Vollständigkeit, sondern auch auf sein Verfallsdatum zu überprüfen. Aufgrund eines abgelaufenen Verbandskastens, der 20 Euro kostet, nochmalig beim TÜV vorstellig zu werden, dessen Untersuchung ein Vielfaches dessen kostet, ist mehr als ärgerlich.


Leuchtmittel auf Funktionsfähigkeit überprüfen:

Da bei der Hauptuntersuchung auch die Leuchteinheiten überprüft werden, können mögliche Fehlerquellen auch hier bereits im Vorfeld ausgeschlossen ausgeschlossen werden. Sämtliche Leuchten sollten auf die folgenden Funktionen getestet werden - Fernlicht, Abblendlicht, Standlicht, Blinker links, Blinker recht, Rücklicht, Bremslicht, Rückfahrlicht und wenn vorhanden auch die Nebelleuchten. Am einfachsten lässt sich solch ein Test mit einem Freund oder bekannten durchführen, der dann entsprechend vor oder auch hinter dem Fahrzeug steht. Sollte man alleine sein, gibt es die Möglichkeit, das Fahrzeug vor einer entsprechenden Wand abzustellen und die verschiedenen Funktionen durchzugehen. Zudem sollte überprüft werden, ob die Höhenverstellung des Abblendlichts auch richtig funktioniert.


Warnleuchten im Cockpit überprüfen:

Im Cockpit des Fahrzeugs sind verschiedenste Warnleuchten für ABS, ESP, Batterie usw. zu erkennen. Wenn diese nicht dauerhaft leuchten, sollte alles okay sein. Sollte hier aber zum Beispiel die Motorkontrollleuchte dauerhaft leuchten, empfiehlt es sich vor dem TÜV-Besuch noch einmal die Werkstatt aufzusuchen.


Bremsen-Test:

Eines der wichtigsten Sicherheits-Kriterien beim TÜV betrifft die Bremsanlage. Um größere Überraschungen zu vermeiden, können die Bremsen einer Sichtprüfung unterzogen werden. Hierbei ist besonders darauf zu achten, dass die Bremssscheiben keine tiefen Riefen aufweisen, da dies oftmals einen Indikator für abgefahrene oder falsch eingestellte Bremsbeläge darstellt. Ist man sich hier unsicher, sollte auch ein Fachmann oder eine Werkstatt aufgesucht werden.


Profiltiefe der Reifen:

Bei der Hauptuntersuchung wird penibel auf den Zustand der Reifen geachtet, da diese ja schließlich auch die Verbindung zur Fahrbahn herstellen und somit einen wesentlichen Sicherheitsaspekt darstellen. Ist ein Profiltiefenmesser gerade nicht zur Hand, kann hier auch auf eine 1-Euro-Münze zurückgegriffen werden, deren goldener Rand genau 3 Millimeter dick ist. Hierbei sollten folgende Profiltiefen als Minimum beachtet werden:

Sommerreifen: 1,6 Millimeter
Winterreifen: 4,0 Millimeter

Die aufgezogenen Reifen sollten sich aber auch sonst in einem einwandfreien Zustand befinden, womit gemeint ist, dass dieser weder Risse in der Flanke noch anderweitige poröse Stellen aufweisen darf.


Schmisse im Sichtfeld der Frontscheibe:

Es ist bestimmt schon fast jedem Fahrer passiert, dass ein voraus fahrendes Fahrzeug einen kleinen Stein "aufgewirbelt" hat und dieser dann direkt auf der eigenen Frontscheibe gelandet ist. Sollte der Treffer wirklich klein und nicht im Sichtfeld des Fahrers liegen, lässt dies der TÜV meist noch durchgehen. Ist der "Schmiss" allerdings im Sichtfeld des Fahrers, spielt es keine Rolle, wie groß oder klein dieser ausfällt - hier muss die Scheibe gewechselt werden, da in solch einem Fall neue TÜV-Plakette auf jeden Fall verweigert wird. Ab einer Teilkasko-Versicherung ist der Austausch einer solchen Scheibe in den meisten Fällen aber kostenlos, womit nur etwas Zeit für den Wechsel investiert werden muss.


Fahrwerk überprüfen:

Das jedes Fahrzeug auf dem Fahrwerk aufbauen, sollte sich dieses ebenfalls in einwandfreiem Zustand befinden. Das bedeutet dass keine größeren Roststellen am Unterboden vorhanden sein dürfen worüber ein kurzer Blick unter das Fahrzeug Aufschluss gibt. Zusätzlich sollte man darauf achten, dass speziell in Kurvenfahrten ein ungewöhnliches Fahrverhalten festgestellt werden sollte. Geht es durch Bodenwellen, sollte das Fahrzeug auch nicht nach wippen, da dies in der Regel ein Indikator für defekte Federn und Dämpfer ist. Solche Defekte sollten ebenfalls schon vor der HU durch eine Werkstatt behoben werden.


Zeitabstände für Hauptuntersuchung unbedingt einhalten:

Besitzer von Gebrauchtwagen müssen alle 24 Monate ihre Hauptuntersuchungen beim TÜV, der DEKRA, GTÜ oder KÜS durchführen lassen, was im Idealfall auch über die eigene Werkstatt möglich ist. Nach Ablauf dieser Frist gewährt der Gesetzgeber noch eine sogenannte "Gnadenfrist", welche zwei Monate beträgt. Sollte allerdings auch diese nicht eingehalten werden, wird es teuer. Wird nämlich auch diese Frist überschritten, prüfen die Ingenieure deutlich intensiver und berechnen zudem diesen Mehraufwand mit einem Aufschlag in Höhe von 20 Prozent.


Zeitabstände für die Hauptuntersuchung:
Fahrzeugart
1. Untersuchung (Neufahrzeug)
2. und nachfolgende Untersuchungen (Gebrauchtfahrzeuge)
Pkw
nach 36 Monatenalle 24 Monate
Motorräder
nach 24 Monatenalle 24 Monate
Wohnmobile bis 3,5 Tonnen
(zulässiges Gesamtgewicht)
nach 36 Monatenalle 24 Monate
Anhänger bis 750 Kilogramm
nach 36 Monatenalle 24 Monate
Anhänger 750 Kilogramm bis 3,5 Tonnen
(zulässiges Gesamtgewicht)
nach 24 Monatenalle 24 Monate


Meinung des Autors: Wenn man bereits eine gute Werkstatt gefunden hat, hat diese im Idealfall auch die Beziehungen zu den entsprechenden TÜV-Prüfern und kann auch dann schon die TÜV-Plakette auch dann für das Fahrzeug erhalten, wenn noch einige Auflagen zu erfüllen sind, so dass kein zweiter Besuch für die HU nötig wird. Andererseits sollte jeder Fahrzeugbesitzer die hier genannten Ratschläge beherzigen und auch selbst umsetzen können.
 
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