GM-Tochter Opel: Übernahme durch Peugeot scheint möglich - UPDATE

Diskutiere GM-Tochter Opel: Übernahme durch Peugeot scheint möglich - UPDATE im Opel Allgemein Forum im Bereich Opel; 14.02.2017, 16:50 Uhr: Heute meldeten einige Nachrichtenagenturen, dass General Motors aus den USA mit der Groupe PSA aus Frankreich über einen...
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geronimo

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14.02.2017, 16:50 Uhr:
Heute meldeten einige Nachrichtenagenturen, dass General Motors aus den USA mit der Groupe PSA aus Frankreich über einen Verkauf der beiden Töchter Opel und Vauxhall verhandelt. Inzwischen wurden die Meldungen bestätigt, doch eine Einigung wurde noch nicht getroffen



Bereits seit 2012 arbeiten Opel und die beiden Marken Peugeot und Citroen mehr oder weniger eng zusammen. Jüngster Spross der Kooperation ist der Opel Crossland X, der auf dem Peugeot 2008 basiert. Weitere Modelle sind bereits in Planung und sollen teilweise noch in diesem Jahr vorgestellt werden. Inzwischen scheint aber auch ein deutlich engeres Verhältnis möglich zu sein, denn nach knapp 90 Jahren unter den Fittichen von GM könnten Opel und Vauxhall neue Besitzer bekommen.

Die Gerüchte um die Verhandlungen wurden soeben von PSA bestätigt. In einer Pressemitteilung heißt es dazu:
Die Groupe PSA bestätigt, dass sie gemeinsam mit General Motors zahlreiche strategische Initiativen erwägt, mit dem Ziel, ihre Rentabilität und operative Effizienz zu verbessern, darunter auch eine mögliche Akquisition von Opel und Vauxhall.
Der Deal ist aber längst noch nicht in trockenen Tüchern, wie es weiter heißt: "Es ist nicht sichergestellt, dass eine Einigung erzielt wird.".

Lange Zeit sah es so aus, als würde GM wieder glücklich mit Opel sein, nachdem bereits vor einigen Jahren ein Verkauf möglich schien. Zuletzt hatte sich das Image dank neuer und teilweise überraschend innovativer Modelle gewandelt, und in Zukunft dürfte es mit den Neuheiten weitergehen: der Insignia 2 steht in den Startlöchern und auch ein weiter Crossover soll noch dieses Jahr vorgestellt werden. Doch Fakt ist auch, dass sowohl Opel als auch Vauxhall seit Jahren Verluste schreiben. Für das vergangene Jahr sollte endlich wieder ein Gewinn ausgewiesen werden, doch am Ende stand ein Minus von über 250 Millionen Euro in den Büchern. Als Grund nannte Opel-Chef Neumann die Währungsunruhen rund um den Brexit - und daran wird sich wohl so schnell nichts ändern.

In Frankreich muss aber nicht nur die Familie Peugeot zustimmen, sondern auch der Staat. Diese beiden Parteien halten jeweils 14 Prozent der Firmenanteile und haben aufgrund der Gesellschafterstruktur eine sehr große Entscheidungsmacht. Und ob man sich in Frankreich wirklich einen solchen Verlustbringer antun will, muss sich erst noch zeigen. Aus deutscher Sicht kann man wohl sagen: ohne Vauxhall wäre der Verkauf wohl längst in trockenen Tüchern.

Update, 15.02.2017, 16:14 Uhr: Inzwischen scheint auch ein anderes Szenario als ein reiner Verkauf möglich zu sein. Gemeint ist eine sogenannte Überkreuzbeteiligung von GM und PSA, bei der beide Partner jeweils Anteile des anderen Unternehmens halten. Dies könnte gleich mehrere strategische Vorteile für beide Seiten haben, zu denen unter anderem folgende Punkte zählen: GM würde ein Standbein in Europa behalten und auch weiter die wertvolle Entwicklungsarbeit der Ingenieure in Rüsselsheim nutzen, während PSA mit seinen kompakten Fahrzeugen einen Zugang zum US-Markt erhalten würde.

Knackpunkt könnte allerdings die Beteiligung des chinesischen Konzerns Dongfeng an der Groupe PSA sein, denn bei Partnern aus China befürchten US-Unternehmen das abfließen von patentrechtlich geschützten Entwicklungen oder sogar Industriespionage. Umgekehrt tut sich China schwer mit Unternehmen aus den USA, die im Reich der Mitte deutlich weniger gelitten sind, als Firmen aus Europa. Und diese Vorbehalte werden unter dem aktuellen US-Präsidenten Donald Trump wohl eher zunehmen, als kleiner werden.

Meinung des Autors: Der Patient Opel ist seit Jahren auf dem weg der Besserung. Doch am Ende gibt es immer einen guten Grund, warum doch ein Verlust herauskommt - zuletzt saß dieser aber eher in Großbritannien. Dennoch prüft Peugeot, ob man den Laden übernimmt. Was meint ihr, Chance oder Risiko?
 
Angelus

Angelus

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Ich bin gespannt, wie es enden wird.
Eine Übernahme durch PSA kann wohl geschehen, aber ich frage mich, ob man Opel einfach so aus GM rauslösen kann?
Da scheint mir eine Überkreuzbeteiligung viel sinnvoller zu sein, genau aus den Gründen wie oben im Artikel geschrieben.
Aber vielleicht fürchtet ja GM den Mr. Präsident und muss darum schauen, sich so schnell wie möglich von Opel zu trennen? ;)
 
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