Ferrari SUV: Geländewagen soll kommen - Fragezeichen hinter Antriebsart - UPDATE

Diskutiere Ferrari SUV: Geländewagen soll kommen - Fragezeichen hinter Antriebsart - UPDATE im Ferrari Forum im Bereich Andere Marken; 02.08.2017, 16:32 Uhr: Bislang hat sich die Fiat-Tochter Ferrari gängigen Trends entzogen. Doch damit könnte bald Schluss sein, denn angeblich...
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geronimo

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02.08.2017, 16:32 Uhr:
Bislang hat sich die Fiat-Tochter Ferrari gängigen Trends entzogen. Doch damit könnte bald Schluss sein, denn angeblich plant man nun auch in Maranello einen sportlichen Offroader. Ob dann auch irgendwann eine Limousine folgt ist offen, doch am Ende könnte es dennoch eine deutliche Ausweitung der Produktion geben



Vor knapp drei Jahren wurde der damalige Ferrari-Vorstandsvorsitzende Luca di Montezemolo nach 23 Jahren an der Spitze mit einem goldenen Handschlag aus "seinem" Unternehmen gedrängt. Der "Königsmörder" Sergio Marchionne übernahm den Job konsequenterweise dann gleich selbst, und nach dem Rücktritt von Amedo Felsia als Geschäftsführer ist er quasi Alleinherrscher. Bereits nach dem Rückzug von die Montezemolo hatten wir auf dieser Seite spekuliert, dass sich bei der Modellpalette grundlegendes verändern könnte, denn für uns erschienen "SUV und Limousine so sicher wie das Amen in der Kirche". Bislang haben die Italiener aber weiter an der reinen Produktion von Sportwagen festgehalten. Und auch die befürchtete Steigerung der Produktionszahlen ist bislang kaum erfolgt, statt 7.000 Einheiten im Jahr 2014 sollen es im laufenden Jahr rund 8.000 Fahrzeuge werden - obwohl man sicher mehr verkaufen könnte.

Jetzt deutet sich aber an, dass es doch noch zu den erwähnten Umwälzungen kommen könnte. Laut einem Bericht der Wirtschaftsseite Bloomberg soll Ferrari derzeit die Entwicklung eines viertürigen Geländewagens planen, mit dessen Markteinführung im Jahr 2022 gerechnet wird. Damit würde man sehr spät auf einen inzwischen recht schnell fahrenden Zug aufspringen, auf dem schon Mitbewerber wie Bentley, Jaguar, Maserati oder Porsche Platz gefunden haben, und auf den Lamborghini und Rolls-Royce bereits am Bahnsteig warten. Als Standardantrieb dürfte ein turbogeladener Achtzylinder von Ferrari zum Einsatz kommen. Auf den bei SUVs eigentlich unverzichtbaren Diesel wird man angesichts der aktuellen Entwicklung wohl verzichten. Vielmehr dürfte es alternativ einen Elektroantrieb geben. Unklar ist derzeit, ob sich dabei um ein (abgespecktes) Hybrid-System wie beim Supersportwagen LaFerrari handelt, oder ob sogar ein rein elektrischer Antriebsstrang eingesetzt wird. Beide Systeme sollen bis dahin im Fiat-Konzern verfügbar sein, wobei die letztgenannte Technologie künftig in allen neuen Maserati eingebaut werden soll.



Sofern ein Geländewagen kommt, wäre es eigentlich nur konsequent, auch eine entsprechende Limousine auf den Markt zu bringen. Dass man mit so einem Auto gutes Geld verdienen kann, beweist der Porsche Panamera, von dem inzwischen die 2. Generation verkauft wird. Doch auch ohne einen solchen Viertürer wird Marchionne wohl das umsetzen, was als einer der größten Streitpunkte zwischen ihm und di Montezemolo vermutet wurde: er wird über kurz oder lang die Menge an gebauten Fahrzeugen erhöhen. Darauf hatte der adlige Chef verzichtet, um mit einer künstlichen Verknappung die Attraktivität zu steigern und gleichzeitig auch höhere Beträge pro Fahrzeug zu verlangen. Mittelfristig könnte die Fertigung daher die von Ferrari selbst festgelegte Obergrenze von 10.000 Fahrzeugen pro Jahr durchbrechen.

Und damit hätte Sergio Marchionne alle Ziele erreicht: den ehemaligen Chef abgesägt, die Modellpalette erweitert und mit mehr Autos noch mehr Geld verdient. Auf die Traditionalisten unter den sogenannten Ferraristi wird dabei natürlich keine Rücksicht genommen. Aber diese Erfahrung mussten bereits die Fans der oben genannten Marken machen, ohne dass die Erde aufgehört hat, sich weiter zu drehen.

Update, 10.10.2017, 14:35 Uhr: Sergio Marchionne hat erstmals ganz offiziell vom sogenannten FUV gesprochen, also dem "Ferrari Utillty Vehicle". Ganz sicher ist man sich offenbar noch nicht, doch der Fiat-Chef sagte jetzt gegenüber Reportern, dass es "wahrscheinlich passieren" werde. Und ergänzte: "Wir meinen das todernst". Gleichzeitig gab es aber auch durchaus eine wichtige Einschränkung, denn eine endgültige Entscheidung zum tatsächlichen Bau soll erst innerhalb der nächsten 30 Monate getroffen werden.

Es bleibt also für die Ferraristi ein Hintertürchen offen, durch das ein SUV von Ferrari schlüpfen könnte, um im Nirwana der Automobilgeschichte zu verschwinden. Das könnte beispielsweise dann passieren, wenn die Nachfrage nach luxuriösen Geländewagen zurückgehen sollte. Oder wenn die Mitbewerber mit bis zum Markteintritt von Ferrari mit dann längst etablierten SUV-Neuheiten den Markt quasi unter sich aufgeteilt haben.
(Bildquelle: Auto Express)​


Meinung des Autors: War ja klar, dass auch Ferrari irgendwann nachgeben wird und einen Geländewagen auf den Markt bringt. Erstaunlicher als die entsprechenden Spekulationen ist aber, dass diese erst jetzt aufkommen und dass es offenbar noch einige Jahre dauert. Bis dahin könnte der Boom schon wieder vorüber sein und man hat schlicht einen Trend verpennt.
 
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