EU Führerschein Klasse A

Diskutiere EU Führerschein Klasse A im Verkehrsrechtmagazin Forum im Bereich AutoExtrem; Tach zusammen, hab zwar mal die Suche bemüht aber kein aussagekrätiges Ergebnis erhalten.. Meine Frage ist : Wie sieht es denn aus wenn ich zB...

overlord

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Tach zusammen,

hab zwar mal die Suche bemüht aber kein aussagekrätiges Ergebnis erhalten..

Meine Frage ist :
Wie sieht es denn aus wenn ich zB in Polen oder in der Tschechei meinen A (unbegrenzt) Schein mache... wird der dann auch in D anerkannt und auf meinen FS umgetragen??? Hintergrund ist einfach der das es dort günstiger ist :)

Für Tips bin ich dankbar..

Grüße
Overlord
 

Dickie

GESPERRTES MITGLIED
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Alle fahrerlaubnisse, die Du in der EU rechtmäßig machst, sind untereinander anerkannt. Du kannst also in Polen / Italien / Finnland ... eine Fahrerlaubnis machen und die güldet dann, wenn sie denn rechtmäßig erworben wurde.

Zu der Rechtmäßigkeit gehört allerdings diese 185 Tage Regel mit dem Lebensmittelpunkt, dafür reicht nicht nur eine Wohnung, sondern auch eine steuerliche und sozialversicherungsrechtliche Anmeldung. Dies ist nämlich auch fällig, wenn Du mehr als 185 Tage im "Ausland" bist. Das wird dann schon schwieriger.

Dann Dein Hinweis mit dem "unbegrenzt", den kannst Du da drüben wie auch hier machen, wenn Du denn über 25 bist und die Pflichtstunden und die Prüfung auf einer dementsprechenden Maschine machst. Erfüllst Du nicht diese Bedingungen, dann gibt es auch kein "unbegrenzt".

Dieses Fahrerlaubnisrecht ist EU-weit überall gleich, auch die Leistungsbegrenzung in den ersten 2 Jahren, somit kein Vorteil in Polen oder woanders. Die nationalen Unterschiede sind nur in Erleichterungen, die "wir" haben, andere aber (eventuell) nicht. Wie zB. A1 ab 16 oder das begleitende Fahren ab 17.

Ganz großes Problem dabei: Du hast den "B", machst dort den "A", also musst Du Deinen jetzige Fahrerlaubnis abgeben und bekommst eine neue (polnische) mit A und B. Stellt man nun fest, dass das nicht "so richtig war", wird Dir die polnische Fahrerlaubnisbehörde den Führerschein einziehen (muss sie nach EU-Recht und macht sie auch bei erwischten MPU-"Umgehern"). Dann hast DU keine Fahrerlaubnis mehr, denn der B ist eingezogen worden, als Du den A neu erhalten hast und der B + A wird jetzt eingezogen.
 

GottKaiser

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es gab aber doch mal ein Gerichtsurteil wo jemand der im Ausland (Holland soweit ich weiß) seinen Führerschein gemacht hat, der nicht anerkannt wurde, recht bekommen hat (und er hatte dort auch nicht seinen Lebensmittelpunkt oder so).
 

Dickie

GESPERRTES MITGLIED
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Richtig, eine ausländische Fahrerlaubnis muss in Deutschland anerkannt werden, allerdings muss die holländische Fahrerlaubnisstelle diese Fahrerlaubnis einziehen, da sie nicht korrekt erworben wurde und darum wird sich Deutschland schon kümmern.

Das ist ein tolles Urteil gewesen, denn praktisch hat das nur Nachteile für den Inhaber der ausländischen Fahrerlaubnis gebracht. Wenn man nur den ersten Teil kennt (den Du gepostet hast und der überall immer nur genannt wird) dann ist das schön, wenn man aber die Folgen kennt, und die sind überall am "passieren", dann wird das richtig böse, weil eben nicht nur die dort erworbene Fahrerlaubnis weg ist, sondern durch die Abgabe des alten Führerscheins erstmal alle. Dann geht die Rennerei los, der eigenen Führerscheinstelle zu erläutern, warum man seinen alten "B" wiederhaben möchte, über eine Diebstahls- oder Verlustanzeige geht das nicht, die Fahrerlaubnis ist rechtlich korrekt entzogen worden.

Da sind ja wegen der MPU-Geschichten erhebliche Reisen zur Erlangung einer Fahrerlaubnis im Ausland gemacht worden, das ist aber alles nicht mehr möglich, ebenso sind alle auf diesem Wege gemachten Fahrerlaubnisse bereits "in Bearbeitung".
 

GottKaiser

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Dickie schrieb:
Richtig, eine ausländische Fahrerlaubnis muss in Deutschland anerkannt werden, allerdings muss die holländische Fahrerlaubnisstelle diese Fahrerlaubnis einziehen, da sie nicht korrekt erworben wurde und darum wird sich Deutschland schon kümmern.

Das ist ein tolles Urteil gewesen, denn praktisch hat das nur Nachteile für den Inhaber der ausländischen Fahrerlaubnis gebracht. Wenn man nur den ersten Teil kennt (den Du gepostet hast und der überall immer nur genannt wird) dann ist das schön, wenn man aber die Folgen kennt, und die sind überall am "passieren", dann wird das richtig böse, weil eben nicht nur die dort erworbene Fahrerlaubnis weg ist, sondern durch die Abgabe des alten Führerscheins erstmal alle. Dann geht die Rennerei los, der eigenen Führerscheinstelle zu erläutern, warum man seinen alten "B" wiederhaben möchte, über eine Diebstahls- oder Verlustanzeige geht das nicht, die Fahrerlaubnis ist rechtlich korrekt entzogen worden.

Da sind ja wegen der MPU-Geschichten erhebliche Reisen zur Erlangung einer Fahrerlaubnis im Ausland gemacht worden, das ist aber alles nicht mehr möglich, ebenso sind alle auf diesem Wege gemachten Fahrerlaubnisse bereits "in Bearbeitung".

warum war die denn von dem Typen nicht korrekt erworben?
 

Dickie

GESPERRTES MITGLIED
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MPU-Auflage in Deutschland.

Diese MPU-Geschichte gibt es nur in Deutschland, wer in Holland / Polen oder sonstwo seine Fahrerlaubnis gemacht hat, der ist an dieser MPU-Auflage "vorbeigekommen", da es kein zentrales EU-Register für solche Sachen gibt.

Nur gibt es zwei klitzkleine Haken bei dieser Geschichte:
1. Wer innerhalb der Sperrfrist die Fahrerlaubnis im EU-Ausland macht, hat gegen ein Gerichtsurteil (die Sperrfrist ist Gerichtsurteil) verstoßen, somit wird die Fahrerlaubnis sofort eingezogen und vernichtet.

Niemand sollte vergessen, dass diese Sperrfrist rechtlich eine Bewährungsauflage ist und wer gegen Bewährungsauflagen verstößt, darf sich nicht wundern, wenn es dann wieder losgeht und die Strafe wegen fahren ohne Fahrerlaubnis nicht mehr schön wird.

2. Wer nach der Sperrfrist eine Fahrerlaubnis macht, der umgeht die in Deutschland "aktive" MPU-Auflage, was folgt ist eine Nutzungsuntersagung der Fahrerlaubnis für Deutschland, denn in Deutschland darf nur nach erfolgreicher MPU wieder gefahren werden.

Die Fahrerlaubnis ist anerkannt, es gibt ein Nutzungsverbot.

Allerdings auch gleichzeitig eine Info an die ausstellende Behörde im EU-Ausland, dass man mal die Vorraussetzungen zur Erlangung einer Fahrerlaubnis überhaupt erfüllt hat. Sind die Bedingungen dafür nicht vollständig vorhanden gewesen, dann muss die ausstellende Behörde sie Fahrerlaubnis einziehen. Was auch besonders mit vielen Tschechischen oder Polnischen Fahrerlaubnissen gerade passiert.

Wer jetzt über diese deutsche MPU meckert, der kennt die rechtlichen Zusammenhänge nicht richtig: Ein Fahrerlaubnisentzug hat nach EU-Recht immer eine Sperrfrist von 15 Jahren, erst dann kann man eine neue Fahrerlaubnis machen. In Deutschland besteht durch das bestehen der MPU die Möglichkeit, vor Ablauf dieser 15 Jahre wieder in Besitz einer Fahrerlaubnis zu kommen.

Andere Länder in Europa haben keine MPU, somit haben dort Verkehrsstraftäter keine Möglichkeit vor diesen 15 Jahren eine neue Fahrerlaubnis zu bekommen.

Wer Probleme mit unserer MPU hat, der kann es wie die Franzosen, Norweger, Finnen, Italiener und allen anderen ohne diese Möglichkeit machen und einfach 15 Jahre warten, dann ist die MPU-Auflage weg und man kann ganz normal ohne Vorbelastung eine neue Fahrerlaubnis machen.
 

overlord

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also auf deutsch.. ich sollte es lieber lassen :D bei mir handelt es sich weder um ne mpu umgehung oder sonst was..
und den schein hätte ich auch erst im märz 06 gemacht .. denn dann bin ich 25.. für mich hätten einfach nur die kosten einen faktor gespielt. aber ok..

dann spare ich eben noch ein wenig und mache den schein hier.. geht bestimmt auch inner ferienfahrschule denke ich..

trotzdem danke für eure hilfe...
 

Dickie

GESPERRTES MITGLIED
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Muss ja auch nicht immer eine MPU-Umgehung sein, und der Preis ist schon verlockend.

Allerdings haben die MPU-Jünger diese Geschichte losgetreten und nun wird dementsprechend darauf reagiert und mit einer polnischen Fahrerlaubnis in der Tasche bist Du automatisch im Kreis der Verdächtigen.
 

overlord

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ja da hast du vollkommen recht.. und verdächtig will ich nicht sein. lieber dann doch den vollen preis bezahlen und im nachhinein keine scherereien haben. so hab ich dann auch mehr spaß an dem schein.. :))
 

streets

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Ich finds doof! Wieso kann man nicht einfach die Theorie, Fahrten und Prüfung in Polen oder tschechien machen und sich denn nicht einfach hier eintragen lassen! Sowas dummes! Ich meine ich kann mir mein Auto in Polen kaufen! Ich kann mir sogar Handwerker aus Polen kommen lassen! Nur wieso kann man keine Dienstleistungen ohne Probleme in Anspruch nehmen?! Ich meine wäre doch toll wenn man nen polnischen Fahrlehrer hat der seine Firma in Polen hat den Unterricht aber nach Deutschen Maßstäben macht also bei Deutscher Führerscheinstelle wird die A beantragt, die Theorie stunden werden nach deutschem Theoriestoff abgehandelt und die Fahrstunden wo die gemacht werden ist doch buggi!
 

Dickie

GESPERRTES MITGLIED
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streets schrieb:
... und die Fahrstunden wo die gemacht werden ist doch buggi!
Schon mal an Verkehrszeichen (die Schilder) und Verkehrsregeln (Verhalten am Bahnübergang) gedacht.

Theorie ist auch nicht das Problem, die kostet hier auch nicht alle Welt, nur eben die Praxis sollte doch irgendwo stattfinden, wo man auch dann fährt. Zumindest bei den Fahranfängern, also Ersterwerbern.

Vielleicht ist das in Polen oder Tschechien auch so preiswert, weil sie noch keine EU-Vollmitglieder sind? Deren Fahrerlaubnisse (der Zettel) richtet nach den EU-Richtlinien, die Ausbildung allerdings noch nicht so ganz. Wenn dort erstmal das vollständige EU-Recht umgesetzt ist, werden die auch nicht mehr so preiswert sein. Etwas schon, allerdings nicht mehr wie jetzt.

Ähnliches doch auch bei Autolackierungen:
hier volles EU-Recht, alle Lackierbetriebe mussten dieses Jahr auf lösungsmittelfreie Lacke umrüsten, komplett mit Lüftungsanlagen und allen andren Zeugs. "Da drüben" gilt die EU-Vorschrift (noch) nicht, das ist (noch) ein riesiger Kosten- und Kalkulationsvorteil.

Schaue Dir doch mal den "Preisvorteil" in Frankreich, Italien oder Belgien an, da ist nix.
 
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