DTM, Formel 1, Formel E, WEC: Pläne deutscher Hersteller im Überblick

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geronimo

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Aktuell erleben gleich mehrere internationale Rennserien einen mehr oder weniger entscheidenden Umbruch. Im Fokus stehen dabei vor allem Audi, BMW, Mercedes und Porsche, bei denen es zu teilweise radikalen Entscheidungen bezüglich zukünftiger Aktivitäten gegeben hat. Hier ein Blick auf den aktuellen Stand


Kurz hintereinander haben gleich zwei Rennserien beziehungsweise Rennklassen den Dolchstoß bekommen. Betroffen sind die World Endurance Championship, kurz WEC, sowie die Deutsche Tourenwagen Masters, mit DTM abgekürzt. Hier wurden zwei Ausstiege verkündet, und in einem Fall geht das sogar sehr zügig. So sehen die Pläne der einzelnen Hersteller aus:

  • Audi: Die Volkswagen-Tochter hat bereits Ende vergangener ihr durchaus erfolgreiches Auftreten in der Klasse der Le Mans Prototypen LMP 1 beendet. In Zukunft will man sich verstärkt der elektrisch angetriebenen Formel E widmen, wo der seit dem ersten Rennen der Serie aktive Rennstall von Abt in ein Werksteam umfunktioniert wird. Das wird zu Beginn der neuen Saison im Dezember umgesetzt. Zudem sind die Ingolstädter auch noch in der DTM aktiv, doch dieses Engagement dürfte sowohl aufgrund der Lage innerhalb des Konzerns, als auch aufgrund aktueller Entwicklungen sehr kritisch überprüft werden. Zu letzterem später mehr.

  • BMW: Von den ganz großen und entsprechend teuren Rennserien lässt man bei BMW seit dem Ausstieg aus der Formel 1 erst einmal die Finger, doch die Teilnahme an der DTM gibt es auch nicht gerade zum Nulltarif. Auch hier dürfte in Kürze eine Überprüfung stattfinden, wie wir gleich erläutern. Analog zu Audi wird BMW aber ebenfalls in der Formel E mit einem eigenen Werksteam antreten, das allerdings erst ab Ende 2018.

  • Mercedes: Die Schwaben sind der Auslöser für die große Unsicherheit in der DTM, denn man hat kurzerhand den Ausstieg aus der seit dem Jahr 2000 bestehenden Serie zum Ende kommender Saison erklärt. Damit würden nur noch Audi und BMW gegeneinander fahren, was weder aus wirtschaftlicher noch aus Marketing-Sicht sinnvoll erscheint. Und eigentlich auch dem Reglement widerspricht, laut dem mindestens drei Hersteller antreten müssen. Insofern könnte Mercedes durchaus zum Totengräber der Rennserie werden. Dafür kann man sich künftig an anderer Stelle mit den beiden Mitbewerbern messen, denn auch Mercedes wird Stand jetzt in der Formel E aktiv werden. Das wird aber erst 2019 der Fall sein. Der Einsatz in der Formel 1 soll unterdessen erst einmal weiterlaufen.

  • Porsche: Die Stuttgarter haben für ein Erdbeben gesorgt, denn man beendet sein Engagement in der WEC - und zwar schon Ende dieser Saison. Das wurde unter der Hand zwar schon vermutet, kam am Ende dann aber doch etwas überraschend. Toyota bleibt damit alleine in der LMP1-Klasse zurück und würde gegen sich selbst antreten. Bei Porsche wird man sich verstärkt um kleinere Serien wie die eigenen Pokale und die verschiedenen GTR-Klassen kümmern. Und unter der Hand wird von einem Einstieg mit der aus der WEC bekannten Hybrid-Technik in der Formel 1 spekuliert, sofern die dort in den kommenden zwei bis drei Jahren geplanten Änderungen der Motorenregeln kommen.

Man muss allerdings in allen Fällen anmerken, dass sich diese Pläne jederzeit ändern können. Wer aktuell die Nachrichten verfolgt, dem dürfte nicht entgangen sein, dass bei den genannten Hersteller "die Hütte brennt". Umrüstung von Diesel-Fahrzeugen zur Verhinderung von Fahrverboten, nach wie vor unabsehbare Folgen aus dem Abgas-Betrug (von dem BMW weitgehend ausgenommen scheint), und jetzt auch noch Ermittlungen wegen Kartellbildung, Preisabsprachen und anderen möglichen Delikten können noch Milliarden kosten. Und dann könnte es ganz schnell vorbei sein mit einem kostenintensiven Auftreten im Motorsport.
(Bildquelle: Gabi Tomescu / WEC)​


Meinung des Autors: In den kommenden Jahren haben die deutschen Hersteller noch einiges vor im Motorsport, allerdings stehen derzeit einige durchaus radikale Umstellungen an. Am Ende werden sich drei deutsche Hersteller in einer noch recht jungen Rennserie gegenüberstehen. Wenn nichts dazwischen kommt.
 
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