BMW i3 in allen Details vorgestellt - erste Bilder aus dem Innenraum

Diskutiere BMW i3 in allen Details vorgestellt - erste Bilder aus dem Innenraum im BMW i Forum im Bereich BMW; Auf drei zeitgleichen Events in London, New York und Peking hat BMW gestern sein neues Elektrofahrzeug i3 der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei...
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geronimo

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Auf drei zeitgleichen Events in London, New York und Peking hat BMW gestern sein neues Elektrofahrzeug i3 der Öffentlichkeit präsentiert. Dabei wurden etliche Details verraten und auch erstmals Einblicke in den Innenraum gewährt. Für den Münchener Autohersteller birgt der i3 ungeahnte Chancen, aber auch zahlreiche Risiken



Satte zwei Milliarden an Entwicklungskosten hat BMW in den neuen i3 investiert, die dazugehörende Werbekampagne dürfte auch nicht gerade wenig Kosten. Dieses Geld will erst einmal verdient werden, was angesichts eines Basispreises von 34.990 Euro auf den ersten Blick ein gewagtes Unterfangen zu sein scheint. So muss man sich bei BMW zumindest voresrt damit trösten, dass dieses Fahrzeug - ähnlich wie der VW XL1 - eher ein Image- und Versuchsträger ist. Vor allem aber hilft die Erfahrung mit dem i3, die Erfahrungen mit Carbon-basierten Technologien deutlich auszubauen, Experten halten hier einen Vorsprung von bis zu zehn Jahren gegenüber der Konkurrenz für möglich. Und dieser Technologie gehört sicherlich die Zukunft, sofern sie halbwegs preisgünstig zu produzieren ist. Immerhin sind entsprechende Teile wesentlich leichter und trotzdem widerstandsfähiger als im Autobau verwendeter Stahl.

Bei der gestrigen Premiere des i3 zeigte man sich natürlich voller Optimismus und sprach von einer "Revolution der urbanen Mobilität". BMW-Vertriebsvorstand Ian Robertson ließ sich sogar zu einem Vergleich hinreißen, der sicherlich etwas gewagt sein dürfte: "Der BMW i3 wird die individuelle Mobilität so verändern, wie das Mobiltelefon die Kommunikation verändert hat". Dennoch muss man ganz klar bescheinigen, dass BMW eines der wenigen Fahrzeuge gelungen ist, das mit einem wirklich neuen Konzept aufwarten kann. Über den Aufbau der Plattform und der Karosserie sowie etliche technische Details haben wir ja bereits ausführlich berichtet, doch damit gibt man sich bei BMW nicht zufrieden.

Doch damit gibt man sich bei BMW nicht zufrieden, denn der Wagen soll nicht nur energiesparend fahren, sondern auch in der Produktion und bei der Materialauswahl neue Maßstäbe setzen. Viele der verwendeten Materialien stammen aus nachwachsenden und recycelten Rohstoffen, darunter Leder, Holz und Wolle, die natürlich bearbeitetet wurden, oder aber aufbereitete PET-Flaschen für die Sitze. Diese fallen übrigens, wie viele Teile am Fahrzeug, deutlich filigraner und leichter aus als bei den bisherigen Modellen des Herstellers. Inwieweit sich das auf den sitzkomfort auswirkt, werden erste Tests zeigen. Große Teile der Herstellung des i3 sollen klimaneutral erfolgen. So wird beispielsweise die Produktionsenergie für das neue Carbonfaserwerk in Moses Lake im US-Bundesstaat Washington, das bereits jetzt zehn Prozent der weltweiten Produktionsmenge an kohlenstoffaserverstärktem Kunststoff (CFK) liefert, ausschließlich regenerativ aus lokal verfügbarer Wasserkraft gewonnen.

In diesem Werk werden Fasern aus nahezu reinem Kohlenstoff hergestellt, die mit einer Stärke von sieben Mikrometern (0,007 Millimeter) nur ein siebtel der Dicke eines menschlichen Haares aufweisen. Aus 50.000 dieser Fasern werden dann Verbünde hergesetllt und zur Weiterverarbeitung aufgewickelt. Diese übernimmt dann im deutschen Wackersdorf zu textilen Gelegen weiterverarbeitet, aus denen dann in Landshut und Leipzig die Karosserieteile für den i3 hergestellt werden. Dabei kommen neuartige Technologien zum Einsatz, die das Aushärtezeit der Klebeverbindungen in den Matten von rund einem Tag auf einen einstelligen Minutenbereich beschleunigt haben.



Diese Innovationsfreude merkt man dem neuen BMW i3 dann auch im Innenraum an, denn hier konnten sich die Designer einmal so richtig austoben. Auf Grund fehlender Antriebsstränge, die in konventionellen Modellen der Bayern die Kraft des vorne untergebrachten Motors an die angetriebene Hinterachse leiten, gibt es im Fahrzeug keinen Mitteltunnel. Apropos Motor: die Elektromotoren des i3 sind in der Aluminiumkonstruktion der Bodengruppe untergebracht, weshalb der Vorderbau des elektrofahrzeugs vergleichsweise kurz ausfällt. all dies spielt bei der Gestaltung des Innenraums eine zentrale rolle, denn für ein Fahrzeug mit einer Länge von lediglich vier Metern herrscht dort ein großzügiges Platzangebot. Dank des fehlenden Mitteltunnels ist der Fahrzeugboden komplett eben, auf den Vordersitzen kann man beispielsweise problemlos vom Fahrer- auf den Beifahrerplatz wechseln. Auch der Kofferraum fällt für die Fahrzeuglänge durchaus akzeptabel aus, immerhin lassen sich 260 Liter unterbringen, bei umgelegten Rücksitzen sind sogar bis zu 1.100 Liter möglich.

Den i3 wird es bekanntlich in zwei Versionen geben, nämlich als reines Elektrofahrzeug mit einer Leistung von 125 kW/170 PS oder aber mit einem zusätzlichen Zweizyliner-Motor, der aus 650 ccm eine Leistung von 25 kW/34 PS holt. Dieser dient als sogenannter Range Extender und lädt während der Fahrt die Akkus auf, damit die Reichweite von bis zu 200 km im reinen E-Betrieb auf bis zu 340 km erweitert werden kann. Dass es nicht noch mehr sind, verhindert der merkwürdig kleine Tank, der lediglich 9 Liter Kraftstoff fassen kann. Und genau solche Kleinigkeiten sind es manchmal, mit denen man sich bei BMW bei aller Euphorie selber im Weg steht, denn ein größerer Tank würde die Reichweite deutlich erhöhen, ohne das Leergewicht 1315 kg nach DIN merklich nach oben zu treiben. Die Reichweite ließe sich aber auch auf anderem Weg steigern, doch auch hier scheint man nicht konsequent zu Ende gedacht zu haben. Natürlich ist die Würfelform des i3 ungemein praktisch, gleichzeitig aber erhöht sie den Luftwiderstand deutlich. Mit einem Luftwiderstandsbeiwert von Cw 0,29 bis 0,30 liegt man allenfalls auf dem Niveau herkömmlicher Fahrzeuge, mittlerweile geht es aber deutlich besser, wie beispielsweise die CLA-Klasse mit einem Wert von 0,22 beweist. Hier wäre weniger mehr gewesen.
 
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