Bei Spurwechsel auf der Autobahn verschätzt und mit zu schnellem Fahrzeug kollidiert - Wer haftet?

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Manchmal kann man noch so aufpassen, man gerät doch trotzdem in einen Unfall, zum Beispiel bei einem Wechsel der Spur auf der Autobahn, weil man ein viel zu schnelles Fahrzeug nicht wirklich im Blick hatte. In diesem kurzen Ratgeber klären wir einmal, ob die Person, die die Spur wechselte, hier dann wirklich allein schuld ist.
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Als Beispiel nennt der ADAC einen Fall, bei dem der Fahrer eines Wohnmobils auf der Autobahn auf die linke Spur wechseln wollte und dabei einen Wagen übersah und mit diesem kollidierte. An sich ist hier die Schuld vielleicht klar, aber es kam hinzu, dass der Wagen, in den das Wohnmobil fuhr, mit ca. 200km/h unterwegs war. Es gab auf der Strecke zwar keine Geschwindigkeitsbegrenzung, aber die Richtgeschwindigkeit wurde somit um 70km/h überschritten. Der Wohnmobil-Fahrer sieht hier eine Teilschuld, der andere Fahrer verlangt 100% Schadenersatz.

Der Fahrer des Wohnmobils war dazu nicht bereit, da der Fahrer des Pkw ja seiner Meinung nach viel zu schnell unterwegs war, und ging daher vor Gericht. In erster Instanz vor dem Landgericht München I verlor er allerdings, denn das Gericht war der Meinung, dass er als der Teilnehmer, der die Spur gewechselt hat, das Ganze allein grob verschuldet hat. Da der Halter des Wohnmobils damit nicht einverstanden war, legte er gegen dieses Urteil Berufung ein.

In zweiter Instanz bekam der Fahrer des Wohnmobils dann vor dem Oberlandesgericht München Recht zugesprochen (OLG München, Urteil vom 1.6.2022, Az.: 10 U 7382/21 e), da er zwar in der Regel in der Tat die alleinige Verantwortung hätte und im Normalfal auch gegen die sogenannte Sorgfaltsanforderungen verstößen hätte, allerdings habe der Fahrer des Pkw durch das extreme überschreiten der Richgeschwindigkeit ebenfalls eine Teilschuld von 25%, da diese hohe Geschwindingkeit das Risiko unnnötig erhöhte und der Unfall beim Einhalten der 130km/h Richtgeschwindigkeit vielleicht erst gar nicht entstanden wäre.
Bildquelle: Pixabay

Kommentar des Autors: Auch ohne Tempolimit kann man bei zu hoher Geschwindigkeit eine Teilschuld haben!​
 
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