AvD Oldtimer Grand Prix 2017: wieder Trackday statt Rennen auf der Nordschleife - UPDATE III

Diskutiere AvD Oldtimer Grand Prix 2017: wieder Trackday statt Rennen auf der Nordschleife - UPDATE III im Aktuelles Forum im Bereich AutoExtrem; 13.02.2017, 17:40 Uhr: Im vergangenen Jahr wurde der traditionelle Historic Marathon über die "Grüne Hölle" durch eine Ausfahrt alter und auch...
G

geronimo

Threadstarter
Dabei seit
27.11.2012
Beiträge
2.261
13.02.2017, 17:40 Uhr:
Im vergangenen Jahr wurde der traditionelle Historic Marathon über die "Grüne Hölle" durch eine Ausfahrt alter und auch zahlreicher neuer Sportwagen einer finanzkräftigen Kundschaft ersetzt. Die Reaktionen auf diese Programmänderung stieß beim Publikum und auch bei den Fahrern historischer Rennwagen auf ein geteiltes Echo. Dennoch wird der sogenannte Trackday auch in diesem Jahr stattfinden, denn er ist für den Veranstalter extrem lukrativ



Der Oldtimer Grand Prix des Automobilclub von Deutschland (AvD) hat viele Traditionen. Eine davon war bis vorletztes Jahr der Historic Marathon, bei dem am ersten Veranstaltungstag mehrere Dutzend Oldtimer in einem 400-km-Rennen auf der legendären Nordschleife gegeneinander angetreten sind. Auf dieser extrem anspruchsvollen Rennstrecke war das sowohl für die Fahrer als auch für die anwesenden Zuschauer ein echtes Spektakel mit gewaltigem Unterhaltungswert. Zahlreiche Fans haben sich nur deshalb am ansonsten eher ereignisarmen Freitag in die Eifel begeben, um diesen Teil des OGP zu sehen, für den nicht einmal eine Eintrittskarte benötigt wurde. Im vergangenen Jahr jedoch wurde der Historic Marathon gestrichen, was laut AvD auf eine Entscheidung der Veranstaltergemeinschaft zurückging.

Als Ersatz wurde der sogenannte Trackday abgehalten, der auch dieses Jahr wieder am Freitag (11. August 2017) stattfinden wird. Dabei erhalten gut betuchte Besitzer von klassischen und auch nicht ganz so klassischen Fahrzeugen die Gelegenheit, gleich mehrere Runden am Stück auf der vergleichsweise leeren Nordschleife zu drehen. Das ist sowohl als freies Fahren, als auch auf geführten Runden möglich. Zudem stehen einige Coaches zur Beratung bereit. Garantiert werden "mindestens 2 Turns von jeweils ca. 1 Stunde", geplant sind sogar 3 Ausfahrten. Ob letzteres klappt, wird sich zeigen müssen, denn im vergangenen Jahr musste die Nordschleife nach einem Unfall eines Teilnehmers und die dadurch notwendige Reparatur der Leitplanken lange Zeit gesperrt werden - was natürlich von der Fahrzeit abging.

Die Resonanz auf den Trackday war zwiespältig. Besonders groß war die Kritik zahlreicher Rennfahrer, für die der Auftritt am Nürburgring ohne den Marathon extrem abgewertet wurde. Auf der anderen Seite freuten sich viele Zuschauer, dass sie einmal aktuelle Supersportwagen von Ferrari, Koenigsegg, McLaren. Porsche und anderen Herstellern live und in "angemessener" Geschwindigkeit sehen und hören konnten. Wiederum andere ärgerten sich aber darüber, dass ein so toller Programmpunkt wie die vier Stunden dauernde Nürburgring-Trophy durch schnöden Kommerz ersetzt und somit die Veranstaltung verwässert wurde.

Der Vorwurf begründet sich aus den verlangten Antrittsgeldern, denn der Preis für das Vergnügen ist durchaus happig. Im vergangenen Jahr betrug die Gebühr 495 Euro, in diesem Jahr werden sogar 695 Euro verlangt. Diese Gebühr gilt jedoch nur für einen Fahrer, ein weiterer Fahrer schlägt mit 175 Euro zu Buche, eine Begleitperson muss immer noch 75 Euro berappen. Allerdings sind in den diesjährigen Preisen bereits einige Leistungen wie das abendliche "After Race Barbecue" und ein Media-Stick mit zahlreichen Fotos enthalten, die im vergangenen Jahr gesondert bezahlt werden mussten. Wie uns auf Anfrage mitgeteilt wurde, haben sich trotz dieser Preise bereits jetzt knapp 50 Teilnehmer angemeldet. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage des Trackdays.

Update, 31.03.2017, 13:50 Uhr: Inzwischen ist eine erste Übersicht der bereits angemeldeten Fahrzeuge veröffentlicht worden. Spektakulärste Teilnehmer der Neuzeit sind derzeit gleich zwei Ferrari F12, die es auf weit über 700 PS bringen. Nicht ganz so alt, dafür aber kaum leiser und langsamer ist der Isdera Imperator 108i von 1988, von dem gerade einmal 30 Stück gebaut worden sind. Ältestes des bislang gemeldeten Fahrzeuge ist der Sportwagen-Prototyp Maserati 300S aus dem Jahr 1955. Aktuell sind 36 Fahrzeuge aufgeführt, die Anfang August an den Start gehen sollen. Diese Zahl wird sich in den kommenden vier Monaten aber noch deutlich erhöhen.

Update, 13.07.2017, 16:37 Uhr: Knapp vier Wochen vor dem Trackday zeichnet sich ab, dass Fans von Supersportwagen in diesem Jahr nicht zwingend die Reise in die Eifel antreten müssen. Im Vergleich zum letzten Jahr ist die Meldeliste bei den sogenannten Hypercars sehr übersichlich, denn bislang besteht sie lediglich aus Ferrari F12 und Porsche 918 Spyder. In der Klasse darunter finden sich aber einige durchaus prominente Vertreter, darunter Chevrolet Corvette Z06, Ferrari 458 und Porsche Cayman GT4. Das untere Ende des Leistungsspektrums wird von einem VW Käfer 1302 S aus dem Jahr 1971 erreicht, der auf der Nordschleife wohl mindestens doppelt so viel Zeit wie die potentesten Teilnehmer benötigt.

Möglicherweise werden auch weniger Fahrzeuge als im vergangenen Jahr vor Ort sein. Während im vergangenen Jahr zu diesem Zeitpunkt an die 100 Teilnehmer aufgelistet waren, werden aktuell nur 61 Autos aufgeführt. Die erhöhten Antrittsgelder, aber auch die Erfahrungen vom vergangenen Jahr, als die Strecke nach einem Unfall für lange Zeit gesperrt gewesen ist, könnten die potenziellen Gäste abgeschreckt haben. Allerdings ist es auch möglich, dass die Liste auf der Homepage nicht dem aktuellen Stand bei den Anmeldungen entspricht. Wir werden in der Woche vor dem Trackday noch einmal über den aktuellen Stand berichten.

Update, 03.08.2017, 14:41 Uhr: Knapp eine Woche vor dem Trackday, und bei der Teilnehmerliste hat sich anscheinend nur noch wenig verändert, denn aktuell werden nur 62 Teilnehmer aufgeführt. Doch der Schein trügt, wie uns auf Anfrage mitgeteilt wurde, denn insgesamt sollen rund 160 Fahrzeuge gemeldet worden sein. Und darunter befinden sich einige echte Highlight für Supersportwagen-Fans. Genannt wurden uns ein Ferrari LaFerrari sowie insgesamt fünf Koenigsegg. Und auch der im vergangenen Jahr angemeldete, aber nicht angetretene McLaren P1 soll in diesem Jahr an der Strecke auftauchen. Es darf auch noch mit weiteren hochkarätigen Boliden gerechnet werden, denn in diesem Jahr werden die Teilnehmer der "RallyeGermania" am Trackday teilnehmen. Bei der letzten Rallye im Jahr 2015 war das who-is-who der Supercars dabei, darunter ein McLaren SLR Roadster und sogar ein Bugatti Veyron.

Dem Veranstltungsrahmen entsprechend werden aber natürlich auch Oldtimer-Fans auf ihre Kosten kommen, denn die angemeldeten Fahrzeuge reichen aktuell zurück bis in die 1960er. Derzeit ältestes Fahrzeug ist ein Porsche 911 2,8 RSR aus dem Jahr 1962, gefolgt von Jaguar E-Type und XK 120 aus dem Jahrgang 1963. Highlight aus dem folgenden Jahrzehnt dürfte eine Shelby Cobra 427 von 1975 sein, die über einen 7 Liter großen V8-Motor verfügt, der in der stärksten Version 425 PS und 641 Nm bietet. Angesichts dieses großen Feldes bleibt nur zu hoffen, dass größere Verzögerungen durch Unfälle ausbleiben - und dass das Wetter in der Eifel mitspielt.
(Bildquelle: AvD / Tom Linke ad08 )​


Meinung des Autors: Beim AvD Oldtimer Grand Prix fahren nur historische Rennwagen - diese Aussage ist seit letztem Jahr passé, denn beim Trackday auf der Nordschleife gibt es auch viele moderne Fahrzeuge zu sehen. Die einen freut es, doch viele ärgern sich auch. Was haltet ihr von diesem Programmpunkt?
 
Thema:

AvD Oldtimer Grand Prix 2017: wieder Trackday statt Rennen auf der Nordschleife - UPDATE III

AvD Oldtimer Grand Prix 2017: wieder Trackday statt Rennen auf der Nordschleife - UPDATE III - Ähnliche Themen

  • AvD Oldtimer Grand Prix 2019: back to the roots - alle Infos

    AvD Oldtimer Grand Prix 2019: back to the roots - alle Infos: Auch in diesem Jahr ist das zweite August-Wochenende wieder ein Pflichttermin für die Fans historischer Fahrzeuge, denn dann findet traditionell...
  • AvD Oldtimer Grand Prix: Traditionsveranstaltung verliert ihren Charme - Kommentar

    AvD Oldtimer Grand Prix: Traditionsveranstaltung verliert ihren Charme - Kommentar: Der vom Automobilclub von Deutschland veranstaltete Oldtimer Grand Prix (OGP) am Nürburgring fand in diesem Jahr bereits zum 46. mal statt. Dabei...
  • AvD Oldtimer Grand Prix 2018: Programm, Teilnehmer und Preise im Überblick

    AvD Oldtimer Grand Prix 2018: Programm, Teilnehmer und Preise im Überblick: Jedes Jahr im August wird der Nürburgring zum Mekka für Fans von historischen Fahrzeugen. So auch dieses Jahr, wenn vom 10. bis zum 12. August der...
  • AvD Oldtimer Grand Prix: Jaguar, Porsche, Skoda und andere mit großem Programm - UPDATE

    AvD Oldtimer Grand Prix: Jaguar, Porsche, Skoda und andere mit großem Programm - UPDATE: 07.08.2017, 14:52 Uhr: Vom 11. bis zum 13. August findet am Nürburgring der traditionsreiche Oldtimer Grand Prix statt, bei dem etliche Klassiker...
  • AvD Oldtimer Grand Prix: Vorverkauf mit Rabatt bis 30. Juni - Preiserhöhung am Wochenende

    AvD Oldtimer Grand Prix: Vorverkauf mit Rabatt bis 30. Juni - Preiserhöhung am Wochenende: Mitte August findet am Nürburgring wieder der Oldtimer Grand Prix des Automobilclub von Deutschland statt, der eines der Highlights der Saison für...
  • Ähnliche Themen

    Top