Autostadt in Wolfsburg: das erwartet Besucher und Abholer eines Neuwagens

Diskutiere Autostadt in Wolfsburg: das erwartet Besucher und Abholer eines Neuwagens im VW Allgemein Forum im Bereich Volkswagen; Auf der ehemaligen Kohlehalde des unternehmenseigenen Kraftwerks hat Volkswagen vor über 10 Jahren die sogenannte Autostadt errichtet, wo es...
Auf der ehemaligen Kohlehalde des unternehmenseigenen Kraftwerks hat Volkswagen vor über 10 Jahren die sogenannte Autostadt errichtet, wo es einerseits einen Überblick über die Produkte des Konzerns gibt, und wo man sich andererseits kräftig auf die eigene Schulter klopft. Wir erklären, ob sich ein Besuch wirklich lohnt
 ​
Die Autostadt dient einerseits als Leistungsschau des Volkswagen-Konzern, andererseits können die Kunden von VW dort ihre Neufahrzeuge abholen. Im vergangenen Jahr wurden über 2,2 Millionen Besucher gezählt, und mittlerweile werden knapp 30 Prozent aller VW-Neuwagen direkt in Wolfsburg abgeholt. Beim Besuch der Autostadt können diverse Pavillons besichtigt werden, in denen neben VW die PKW-Konzernmarken Audi, Bugatti, Lamborghini, Seat und Skoda vertreten sind. Lediglich Bentley ist nicht mit einer eigenen Halle vertreten. Die Angebote in den einzelnen Pavillons sind extrem unterschiedlich, wobei vor allem die Präsentation von Lamborghini mit einer arg veraltet anmutenden Multimedia-Schau enttäuscht. Auch bei Seat erschließt sich das Konzept nicht wirklich, denn dort sind aktuell alle drei Version des Leon (Leon, Leon SC und Leon ST) ausgestellt, mehr nicht. Bei Audi, Skoda und VW hingegen bekommen die Besucher deutlich mehr Fahrzeuge zu Gesicht, wobei vor allem der interaktive Auftritt der Marke mit den vier Ringen zu gefallen weiß. Das eigentliche Highlight dürfte für viele Besucher das Zeithaus sein, denn hier gibt es anhand vieler Fahrzeuge - die auch von anderen Marken wie BMW, Cadillac, Citroen, DeLorean, Oldmobile oder Wartburg stammen - eine spannende Reise durch die Automobilgeschichte.

Neben der eigentlichen Besichtigung der Pavillons gibt es auch aktive Fahrerlebnisse. Neben ausgedehnten und kostenlosen Probefahrten mit den Elektro- und Hybridfahrzeugen e-Golf sowie den von uns bereits getesteten e-up! und Golf GTE gibt es auch einen Geländeparcours. Dort kann die Geländetauglichkeit von VW Amarok, Tiguan und Touareg sowie des Skoda Yeti auf verschiedenen Strecken überprüft werden. Wie bereits bei unserem Offroad-Training mit dem Yeti festgestellt, ist es in der Tat verwunderlich, wie weit moderne SUV kommen. Die "echten" Geländewagen Amarok und Touareg haben dabei aber deutlich bessere Karten, als es bei den kleinen Brüdern der Fall ist. Ein weiteres Highlight der Autostadt ist eine Fahrt auf die Besucherplattform der Autotürme (Bild oben), von wo aus man einen Panoramablick über Wolfsburg und das VW-Werk bis zu den Ausläufern des Harz genießen kann, sofern das Wetter mitspielt.

Das alles ist allerdings kein wirklich preiswertes Vergnügen. Zu den Eintrittspreisen von 15 Euro für Erwachsene und 6 Euro für Kinder von 6 bis 17 Jahren und Schülern kommen bei voller Ausnutzung des Programm etliche Euros hinzu. Im Geländeparcours sind das je nach gewähltem Fahrzeug zwischen 25 und 35 pro Person, die Turmfahrt schlägt mit 6 bis 8 Euro zu Buche. Für eine Fahrt auf dem Sicherheitsparcours werden mindestens 28 Euro fällig, eine Bootstour über die Kanäle kostet 4 bis 6 Euro. Vergleichsweise hochpreisig ist auch das gastronomische Angebot, wobei die berühmte VW-Currywurst mit Pommes Frites für 6,50 Euro noch zu den günstigsten Angeboten zählt. Sowohl im Sommer als auch im Winter gibt es beliebte "saisonale Inszenierungen", die das Angebot erweitern, aber für enormen Besucherandrang sorgen. Außerhalb dieser Zeiten ist es aber vergleichsweise leer in den Pavillons, denn die meisten der Besucher kommen lediglich zum abholen ihres Fahrzeugs.

Fazit: Ein Tag in der Autostadt ist erstaunlich kurzweilig - sofern man sich das Vergnügen leisten kann und will, den preiswert ist die Wolfsburger Selbstbeweihräucherung nicht gerade. Wer kein Freund der Volkswagen-Erzeugnisse ist, sollte sich den Besuch aber gut überlegen, denn abgesehen vom Zeithaus stehen natürlich die Konzernprodukte ganz klar im Fokus. Wem das egal ist, der darf sich darüber freuen, zahlreiche Autos zu sehen und auch ausführlich von innen begutachten zu können. Und die eigenen Fahrerlebnisse in den Geländewagen sind trotz der hohen Kosten absolut empfehlenswert. Wir hatten auf jeden Fall sehr viel Spaß und waren verblüfft, wie schnell ein Besuchstag von 8 bis 18 Uhr vorübergeht.
 ​

Meinung des Autors: Lohnt sich ein Besuch in der Autostadt? Für Freunde der Marke in jedem Fall, sofern man einiges Geld in die Hand nimmt. Wer kein VW-Fan ist, wird es aber auch nach einem Tag in Wolfsburg nicht werden.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Thema:

Autostadt in Wolfsburg: das erwartet Besucher und Abholer eines Neuwagens

Autostadt in Wolfsburg: das erwartet Besucher und Abholer eines Neuwagens - Ähnliche Themen

Seat Leon Cupra R 4x4 mit 340 PS und Allradantrieb möglich: Der neue Seat Cupra R spielt bei der Leistung auf dem Niveau des VW Golf R, muss im Gegensatz zum Wolfsburger Sportmodell aber mit reinem...
Retro-Bulli VW I.D. Buzz: Elektroauto soll tatsächlich gebaut werden - UPDATE mit Termin: 19.06.2017, 17:18 Uhr: Volkswagen will in den kommenden Jahren zum Vorreiter bei Elektrofahrzeugen werden. Neben einigen eher praktischen Modellen...
VW: wieder mehr Currywurst als Autos verkauft: In Wolfsburg produziert Volkswagen nicht nur Autos, sondern auch die inzwischen fast schon legendäre Currywurst. Und diese ist auch im vergangenen...
Seat Ateca und Skoda Kodiaq: Lieferzeit bis zu 12 Monate - VW Tiguan deutlich schneller: Dieselgate, drohende Fahrverbote, Aus für Verbrennungsmotoren, Boykottaufrufe - doch auf die Verkaufszahlen von Volkswagen hat das offenbar nur...
Techno Classica: größte Oldtimer-Messe der Welt ab 22. März in Essen - Vorschau, Zeiten, Preise - UPDATE: 16.03.2018, 13:52 Uhr: Deutlich früher als in den vergangenen Jahren findet die dürfen sich Fans klassischer Fahrzeuge ins Ruhrgebiet aufmachen...
Oben