Audi, BMW und Mercedes: Rückruf wegen Takata-Airbags - was ist in Deutschland? - UPDATE

Diskutiere Audi, BMW und Mercedes: Rückruf wegen Takata-Airbags - was ist in Deutschland? - UPDATE im Aktuelles Forum im Bereich AutoExtrem; 10.02.2016 15:06 Uhr: Ende Januar hat die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde eine deutliche Ausweitung der laufenden Rückrufaktion wegen...
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geronimo

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10.02.2016 15:06 Uhr:
Ende Januar hat die US-amerikanische Verkehrssicherheitsbehörde eine deutliche Ausweitung der laufenden Rückrufaktion wegen defekter Airbags des japanischen Zulieferers Takata bekanntgegeben. Davon sind auch diverse deutsche Hersteller betroffen, und mit Mercedes hat jetzt ein erster reagiert. Doch wieder einmal wird die Nachbesserung nur für eine bestimmte Region bekannt gegeben



Bisher waren 19 Millionen Fahrzeuge von 12 Herstellern betroffen, bei denen fehlerhafte Airbags verbaut worden sind. Diese können entweder explodieren oder bei einem Unfall den Dienst versagen, weswegen sie ausgetauscht werden müssen. Vor knapp zwei Wochen wurde die Liste der Fahrzeuge noch einmal um 5 Millionen weitere Autos erweitert, bei denen es möglicherweise defekte Airbags gibt. Erstmals sind davon auch Fahrzeuge von Audi, Mercedes, Volkswagen sowie Saab betroffen, zudem wird der Rückruf für BMW erweitert. Letzteres gilt dann auch für Daimler Vans, Ford, Honda und Mazda.

Mercedes hat jetzt als erster der neu hinzugekommenen Hersteller einen Rückruf gestartet. Nachgebessert werden müssen insgesamt über 840.000 Fahrzeuge, davon rund 705.000 Mercedes-Benz Pkw und rund 136.000 Daimler Vans. Wie üblich gilt der Rückruf aber erst einmal nur für die USA, wo die genannte Gesamtzahl mehr als den zweifachen Jahresabsatz beträgt. Die Kosten für das Unternehmen sind dabei durchaus gewaltig, denn bei der Daimler AG rechnet man mit Aufwendungen in Höhe von 340 Millionen Euro.

Apropos Euro: außerhalb der USA und dem Takata-Heimatland scheint die Affäre um die potenziell gefährlichen Airbags nur eine untergeordnete Rolle zu spielen. So sind aus Deutschland und anderen Ländern in und außerhalb Europas so gut wie keinen direkten Rückrufe bekannt, bei denen Fahrzeughalter aktiv angeschrieben und zum Austausch der Airbags in die Werkstätten gebeten wurden. Fernab von hohen Produkthaftungsklagen und strengen Behörden (USA) sowie dem Wunsch, nicht das Gesicht zu verlieren (Japan), scheint es nur wenig Druck auf die Autohersteller und den Zulieferer zu geben, an den bis zu 16 Jahre alten Auto kostspielige Austauschaktionen durchzuführen.

Update, 11.02.2016, 13:37 Uhr: Inzwischen haben alle betroffenen deutschen Hersteller ihre Zahlen zum aktuellen Rückruf bekanntgegeben, und diese haben es sich durchaus in sich. Zusammen mit den bereits bekannten Nachbesserungen bei Mercedes sind über 2,5 Millionen Fahrzeuge betroffen. Hier die Zahlen im einzelnen:

  • Audi: 170.000 Fahrzeuge
  • BMW: 840.000 Fahrzeuge
  • Daimler Vans: 136.000 Fahrzeuge
  • Mercedes: 705.000 Fahrzeuge
  • Volkswagen: 680.000 Fahrzeuge

Betroffen sind Autos aus den Zeiträumen zwischen 2005 und 2015, bei Audi wurden unter anderem die Baureihen A3, A4 Cabrio, A5 Cabrio und Q5 genannt. Bis auf Mercedes hat bislang kein weiteres Unternehmen Angaben zu möglichen Belastungen durch Überprüfung und eventuellem Austausch der Airbags gemacht. In allen genannten Fällen beziehen sich die Rückrufe ausschließlich auf die USA, zu Nachbesserungen in weiteren Ländern und bei Tochter-/Schwesterunternehmen schweigen sich die Hersteller weiterhin geflissentlich aus.

Meinung des Autors: Inzwischen umfasst der Rückruf wegen defekter Takata-Airbags rund 24 Millionen Fahrzeuge alleine in den USA. Und nur dort wird auch gehandelt, während in Deutschland Schweigen im Walde herrscht. Halter eines in den USA betroffenen Fahrzeugs sollten vielleicht mal beim Hersteller Druck machen, damit sich auch hierzulande etwas bewegt...
 
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