angebliche Fahrerflucht

Diskutiere angebliche Fahrerflucht im Verkehrsrechtmagazin Forum im Bereich AutoExtrem; Unser Sohn (20 J. alt, Führerscheinprobezeit schon vorbei, bisher unfallfrei gefahren) streifte vor einigen Tagen unbemerkt ein anderes Auto beim...
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AMG02

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Unser Sohn (20 J. alt, Führerscheinprobezeit schon vorbei, bisher unfallfrei gefahren) streifte vor einigen Tagen unbemerkt ein anderes Auto beim Ausfahren aus einer Parklücke. Er hatte noch kurz gebremst und bemerkte dann zwar einen kleinen Ruck, dachte aber, das sei die Bremse gewesen. Gehört hat er nichts. Nach einem Blick nach rückwärts aus dem Autofenster, bei dem er nicht sah, dass er das andere Auto gestreift hatte, fuhr er weg. Mit dem besten Gewissen.

Am Abend, 3 Std. später, bekamen wir Besuch von der Polizei, die ihn der vorsätzlichen Fahrerflucht bezichtigte. Ein Zeuge hatte alles beobachtet und gesehen, dass er aus dem Autofenster gesehen hatte und meinte, unser Sohn habe genau gesehen, dass er das andere Fahrzeug gestreift habe. Der Fahrzeughalter hatte (verständlicherweise) Anzeige erstattet.

Unser Sohn ist ein ehrlicher Mensch und es macht ihm sehr zu schaffen, dass ihm unterstellt wird, sich vorsätzlich nicht gemeldet zu haben.

Der Zeuge meinte, mein Sohn müsse gesehen und auch gehört haben, dass er das andere Auto gestreift hat.

Die Polizisten drohte ihm, dass ihm der Führerschein entzogen werden würde, wenn der Schaden teuer wäre.

Der Unfall geschah, als er vom Arzt wegfuhr; er war stark erkältet und ihm war nicht wohl, er hörte wegen seiner Erkältung auch schlecht (das hatte ich vorher schon bemerkt).
Das könnte der Grund gewesen sein, dass er nichts bemerkte. Aber wir fürchten, wenn er das sagt, macht er es nur noch schlimmer, denn in diesem Zustand hätte er dann wohl nicht Auto fahren dürfen.

Sofort am nächsten Morgen fuhren unser Sohn und mein Mann zu dem Geschädigten, um sich zu entschuldigen, aber er war nicht zu Hause, so schrieb er ihm eine kurze Nachricht und warf sie in den Briefkasten. Am Abend fuhr er dann nochmal hin. Selbstverständlich wollte er dem Mann den Schaden ersetzen und er gab ihm alle Unterlagen seiner Versicherung, der er es inzwischen auch schon gemeldet hatte. Der Geschädigte war sehr verständnisvoll und wollte die Anzeige zurückziehen, aber die Polizei sagte, das ginge nicht mehr, die Staatsanwaltschaft sei schon eingeschaltet worden und alles ginge seinen Gang.

Der Schaden beträgt wahrscheinlich über 1000 €. Das heißt wohl tatsächlich Führerscheinentzug und Geldstrafe (unser Sohn macht ein Praktikum und verdient mtl. 400 €)?

Nun habe ich gelesen, dass unser Sohn, wenn er sich innerhalb von 24 Std. nach dem Unfall gemeldet hätte (was er aber nicht gemacht hätte, weil er ihn ja gar nicht bemerkt hat), mit mildernden Umständen rechnen könnte. Die Polizeit ließ ihm aber diese Zeit gar nicht, da sie schon 3 Std. (etwa um 21.30 Uhr abends) nach dem Unfall bei uns war. Allerdings war unser Sohn danach bereits um 8.30 Uhr am nächsten Morgen, etwa 11 Std., nachdem er von dem Unfall gehört hatte), bei dem Geschädigten, um sich zu entschuldigen und hat bei der Versicherung gleich alles eingeleitet, damit der Schaden ersetzt wird.

Was steht unserem Sohn wohl jetzt bevor, gibt es noch Hoffnung auf Milde?
 
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Magirus-Deutz-Ulm

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AMG02 schrieb:
Unser Sohn ist ein ehrlicher Mensch und es macht ihm sehr zu schaffen, dass ihm unterstellt wird, sich vorsätzlich nicht gemeldet zu haben.
:rolleyes:
dazu spare ich mir jetzt mal jeglichen kommentar!
AMG02 schrieb:
Die Polizisten drohte ihm, dass ihm der Führerschein entzogen werden würde, wenn der Schaden teuer wäre.
das hat eher weniger mit der schadenshöhe, als mit den 7 bzw. 6 punkten die er in flensburg dafür kassieren wird...
AMG02 schrieb:
Der Unfall geschah, als er vom Arzt wegfuhr; er war stark erkältet und ihm war nicht wohl, er hörte wegen seiner Erkältung auch schlecht (das hatte ich vorher schon bemerkt).
stark erkältet?
warscheinlich noch medikamente genommen?
da könnte die versicherung grobe fahrlässigkeit vorwerfen, und so die zahlung verweigern, bzw. sich das geld vom unfallverursacher wiederholen.....
AMG02 schrieb:
aber die Polizei sagte, das ginge nicht mehr, die Staatsanwaltschaft sei schon eingeschaltet worden und alles ginge seinen Gang.
jo...
da hat der sohnemann allerdings nun ein problem....
AMG02 schrieb:
Der Schaden beträgt wahrscheinlich über 1000 €.
das sit dann aber etwas mahr als nur "kurz" gestreift!
AMG02 schrieb:
Das heißt wohl tatsächlich Führerscheinentzug und Geldstrafe?
fahrerflucht in der probezeit ist immer tödlich für den führerschein....anderweitig gibts dafür ne einkommensabhängige geldstrafe oder freiheitsstrafe...
AMG02 schrieb:
Nun habe ich gelesen, dass unser Sohn, wenn er sich innerhalb von 24 Std. nach dem Unfall gemeldet hätte (was er aber nicht gemacht hätte, weil er ihn ja gar nicht bemerkt hat), mit mildernden Umständen rechnen könnte.
richtig...
anstatt 7 punkten, gibts dann "nur" 6 punkte, den rest bestimmt der richter....
AMG02 schrieb:
Allerdings war unser Sohn danach bereits um 8.30 Uhr am nächsten Morgen,
Allerdings wäre die polizei nciht da gewesen, wäre er auch keine 11h später da gewesen, ergo nützt dies wenig bis garnichts....

da hilft NUR abwarten und tee trinken, ggf. rechtsanwalt eisnchalten.....
 
Jolly.Roger

Jolly.Roger

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Mit einem Gutachter könnte man evtl. nachweisen, dass er den Unfall wirklich nicht bemerkt hat.
Allerdings beweist man damit meistens das Gegenteil...

Einen Rechtsanwalt aufzusuchen, wäre hier wohl nicht verkehrt.
 
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AMG02

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Vielen Dank für die Antworten.

Mein Sohn geht jetzt zum Rechtsanwalt, anders geht´s wohl wirklich nicht.

Dem Schreiber von Magirus Deutz möchte ich gerne Einiges antworten:

1.) Ich finde es traurig, dass jeder glaubt, dass es keine ehrlichen Leute mehr gibt. In unserer Familie ist es üblich, ehrlich zu sein, auch wenn es das heute nur noch selten zu geben scheint. Wenn unser Sohn sonst etwas angestellt hat, hat er es immer sofort gesagt.

2.) Ich hatte schon in meiner Frage erwähnt, dass mein Sohn SCHON DIE PROBEZEIT BEENDET HATTE - unfallfrei.

3.) An beiden Fahrzeugen ist kaum etwas zu sehen. Die Polizeit schätzte den Schaden auf max. 500 €, erst die Werkstatt des Geschädigten meinte, er beliefe sich auf über 1000 €. Das wird aber der Gutachter seiner Haftpflichtversicherung nochmal überprüfen.

4.) Mein Sohn hatte, außer homöopathischen Medikamenten nichts genommen, als er zum Arzt ging. Erst der Arzt hat ihm dann Antibiotika verschrieben.
 
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Squitsch

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Südbaden
AMG02 schrieb:
Dem Schreiber von Magirus Deutz möchte ich gerne Einiges antworten:

1.) Ich finde es traurig, dass jeder glaubt, dass es keine ehrlichen Leute mehr gibt. In unserer Familie ist es üblich, ehrlich zu sein, auch wenn es das heute nur noch selten zu geben scheint. Wenn unser Sohn sonst etwas angestellt hat, hat er es immer sofort gesagt.

Ich denke mal nicht, daß MD dir, bzw. deiner Familie sowas wie Unehrlichkeit unterstellen wollte.

Es ist aber nunmal leider so, daß man sich, vor allem, wenn es um viel Geld und Schuldfragen geht, nie blind auf die Ehrlichkeit von fremden Leuten verlassen sollte.

Du kennst ja bestimmt diese Sprüche.
Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. ;)

Und auch, wenn ihr tatsächlich von Grund auf ehrlich seid, als Außenstehender weiß ich da nichts davon, und wenn es um sowas geht, wäre ich auch grundsätzlich misstrauisch (Nimms nicht persönlich. ;) ).
 
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Dickie

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@AMG02

Eigentlich hast Du praktisch schon alle Sachen selber durch Deine eigenen Bedenken und Einwürfe genannt und ziemlich selber beantwortet, ist ist tatsächlich sehr schwer da "ungeschoren" rauszukommen. Insebsondere unter der Berücksichtigung der Zeugenaussage, dass Dein Sohn nochmal abgestoppt, sich umgedreht und dann (doch) weitergefahren ist.

Unabhängig von der eventuell tatsächlichen Situation der "Unwissenheit" um den Unfall oder einer Unfallflucht (die ist immer vorsätzlich begangen, "aus versehen" kann man nicht abhauen) wird der Richter jedesmal das berühmte "habe ich nicht mitbekommen" zu hören bekommen und dann aufgrund der Zeugenaussage entscheiden müssen, um wie wirkt wohl das Verhalten Deines Sohnen in diesem Zusammenhang?

Da kommen noch andere "komische" Sachen hinzu:
1. Ein "leichter Parkrempler", der die Summe von 1.000 Euro überschreitet wird wohl doch nicht so "leicht" gewesen sein.
2. Dein Sohn hat ja was bemerkt, somit hat er tatsächlich den Unfall bemerkt, dass er dieses "Rucken" oder was auch immer falsch interpretiert hat, insbesondere wenn ein anderes Fahrzeug verdammt dicht am eigenen Fahrzeug steht, ist da auch eher nicht so die Sache welche.
3. dann eben auch die Erkältung, wie schon selber von Dir vermutet, er hätte nicht fahren dürfen. Machen zwar 100.000 andere auch, aber richtig ist das nicht. Das ganze "funktioniert" nämlich nur, solange nichts passiert, hier aber doch.

Vielleicht findet sich allerdings ein Richter, der diese Erkältung schuldmindert einrechnet, ist aber mit erheblichem Risiko einer (eher berechtigten) Höherbestrafung verbunden.

Der entscheidende Knackpunkt ist tatsächlich, ob Dein Sohn etwas bemerkt hat und abgehauen ist, dann ist es Fahrerflucht, oder ob er NICHTS bemerkt hat, dann ist keine Fahrerflucht, denn wer nichts bemerkt (nicht, wer nichts anstellt) kann auch vor diesen "Nichts" nicht bestrafbar flüchten. Aber wie schon geschrieben, sieht hier für Deinen Sohn nicht so gut aus.

Zu den anderen Dingen:
Rücknahme der Anzeige" bringt tatsächlich nichts, Fahrerflucht ist eine Straftat und ein sogennantes "Offizialdelikt", das MUSS der Staatsanwalt verfolgen, auch wenn die Anzeige zurückgezogen wurde, es könnte ja sein (keine Unterstellung, sondern nur als Beispiel), dass das Opfer massiv bedroht wird und dadurch die Anzeige zurückzieht und der Täter völlig unberechtigt straffrei bleibt.

Das sich der "Täter" nun um eine ordentliche Schadensregulierung bemüht, ist auch nichts sonderlich positives, sondern ist eigentlich der vom Gesetzgeber vorgesehene Normalfall, somit auch hierdurch keine Strafverringerung, sondern "nur" keine Strafverschärfung. Positiv allerdings, dass Ihr da ward und sich Sohnemann entschuldigt hat.

Zur Strafe: Geldbuße wird vermutlich NICHT kommen, der Täter ist noch unter 21 und fällt somit unter das Jugendstrafrecht, kommt es zu einer Verurteilung, dann gibt es keine Strafe, sondern "Erziehungsmaßnahmen", heißt: Sozialstunden.
Allerdings kommt bei einer Verurteilung wegen Fahrerflucht automatisch ein Fahrerlaubnisentzug mit 6 Monaten Sperrfrist, man muss zum Wiedererhalt einer Fahrerlaubnis das Ding neu beantragen und die Kosten für die Beantragung betragen 180 Euro.

Vermutlich (aber auch nur vermutlich, kommt auf einige Dinge und den tatsächlichen Schaden an) könnte es sein, dass das Verfahren gegen eine Auflage (meistens Geld-Spende an eine Hilfsorganisation) eingestellt wird. Bedeute, dass mit Zahlung dann das Ganze in die Tonne geht weil abgeschlossen.

Wird solch ein Vorschlag durch die Staatsanwaltschaft gemacht, dann sollte man sich das sehr genau (und schnell, Fristen beachten) durch den Kopf gehen lassen, denn ein danach folgendes Gerichtsverfahren sieht tatsächlich nicht sonderlich gut aus. Alles, was nicht "Freispruch" bedeutet (der hier sehr fraglich ist) wird mit Sicherheit massiv unangenehmer in seinen Folgen.

Zum Thema Rechtsanwalt gibt es auch noch weitere Überlegungen:
1. Es geht um eine Straftat, das zahlt keine Rechtschutzversicherung
2. Kosten werden ausschließlich bei Freispruch übernommen.
 
Krampe545

Krampe545

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irgendwo in Magdeburg
Hi,
da kam doch letzte Woche nen neues Gesetz raus, das sagt: Man kann nicht belangt werden wegen einem Unfall mit Fahrerflucht, wenn man nichts bemerkt hat, auch wenn man darauf hingewiesen wird. Hat irgend so ein Gericht entschieden.
Hab hier auch noch was auf einer Seite gefunden, falls ich da was falsch verstanden habe bitte aufklären:
"BVerfG: Keine Strafbarkeit wegen Fahrerflucht bei vorsatzlosem Entfernen vom Unfallort

Wer nicht bemerkt, dass er einen Verkehrsunfall verursacht hat und sich daher ohne weiteres vom Unfallort entfernt, muss nicht nachträglich die Feststellung seiner Personalien ermöglichen. Der Straftatbestand des § 142 Abs. 2 Nr. 2 StGB erfasst nicht die Fälle des vorsatzlosen Entfernens vom Unfallort. Dies entschied das Bundesverfassungsgericht mit einem am 30.03.2007 bekanntgemachten Beschluss und beanstandete damit eine langjährige Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs (Beschluss vom 19.03.2007; Az.: 2 BvR 2273/06). "

Mfg Krampe

EDIT: Hab grad noch gelesen, das das Gesetz dafür ist, das man seine Versicherung noch in Anspruch nehmen kann, früher war es ja so, das die wohl dafür nicht immer aufgekommen ist, und das soll damit nun verbessert werden. Aber man kann doch für belangt werden *g*
 
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Dickie

GESPERRTES MITGLIED
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Hier sind zwei verschiedenen Geschichten betroffen, einmal die Strafbarkeit und zum Anderen die Zahlungspflicht der Haftpflichtversicherung.

An der Strafbarkeit hat sich nichts verändert:
Fahrerflucht (genauer: "unerlaubtes Verlassen des Unfallortes") ist eine Straftat und Straftaten müssen entweder mit "Vorsatz" (Absicht) oder "billigend in Kauf nehmend" (man wollte nicht absichtlich aber es war klar, was im weiteren Verlauf passieren würde und das war einem egal).

Liegt kein Vorsatz vor, dann kann man auch keine Straftat begangen haben, also wenn ich nicht bemerkt habe, dass ich einen Unfall verursacht habe, dann haue ich nicht ab (was verboten ist), sondern fahre normal weiter, ist ja nichts gewesen. Somit habe ich nichts strafbares gemacht.

Daher immer die Geschichte mit dem "habe nichts bemerkt", kann man mir nicht beweisen, dass ich es bemerkt habe oder anhand der Schadenshöhe hätte bemerken müssen, dann bin ich auch nicht absichtlich weggefahren und bleibe straffrei was den Tatvorwurf der Unfallflucht angeht.

Ich kann allerdings immer noch bestraft werden, weil ich einen Unfall verursacht habe, das mag ja sein, aber nicht die Straftat der Unfallflucht.


Das hier angesprochene Unrteil verändert "nur" etwas an der Zahlungspflicht der Versicherung: Schäden, die durch eine Straftat entstanden sind, sind durch keine Haftpflichtversicherung gedeckt.

Als Beispiel:
Knalle ich "aus versehen" einen Ball in eine Schaufensterscheibe, dann ist das ein Unfall (Schaden ist zwar entstanden war aber nicht gewollt) und meine (Privat)-Haftpflichtversicherung muss zahlen. Knalle ich mit voller Absicht einen Ball in eine Scheibe, dann nennt sich das Sachbeschädigung, ist eine Straftat und die Versicherung zahlt nicht.

1. Aufgrund dieser Geschchte mit der Straftat hat des öfteren die Kraftfahrzeughaftpflichtversicherung die Schadensbegleichung bei einer Fahrerfluchtgeschichte abgelehnt, bzw erstmal aufgrund des Opferschutzgesetzes gezahlt, dann aber die volle Schadenssumme zurückverlangt.

2. Muss der Versicherung ein Sachschaden innerhalb einer bestimmten Frist gemeldet werden, damit sie bezahlt, kommt man zu spät, dann braucht die nicht mehr zahlen. Im Falle einer Fahrerflucht ist dies aber ausschließlich zum Nachteil des Opfers. Der flüchtende Fahrer hat ja dadurch keine Vorteile.

Eine Zahlungsablehnung oder erhöhte Regressforderung würde eine (weitere) Bestrafung an den geflüchteten Fahrer bedeuten (hat Versicherung gezahlt, muss aber selber den Schaden bezahlen) und bestrafen darf ausschließlich der Staat, daher rechtswidrig.

Gegen diese Praxis wurde aber geklagt (schon länger, dauert nur, bis alle Instanzen durch sind und ganz oben angekommen wurde), mit der Argumentation, dass der Schaden eben NICHT mit der Straftat zu tun hat (Schaden durch die Straftat), sondern mit einem "normalen" Unfall und die Straftat erst NACH dem Schaden erfolgt ist, genauer wegen dem Schaden. Somit keine erhöhten Regressansprüche durch die Versicherung begründet sind.

Und das scheint nun auch das passende BGH-Urteil dazu zu sein, aber wiedermal abwarten, bis die komplette Urteilsbegründung vorliegt.
 
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AMG02

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Danke an alle!!!

Vielen Dank an alle, die mir geantwortet haben.

Hier der neueste Stand:
Mein Sohn hat sich natürlich sofort bei dem Mann gemeldet, dessen Auto er (ohne es zu merken) gerammt hat und sich entschuldigt.
Den Schaden hat er auch sofort seiner Haftpflichtversicherung gemeldet.
Der Schaden beläuft sich auch 1009.-€, die Haftpflichtvers. machte ein Gegengutachten, der Betrag blieb aber so. Das Auto ist inzwischen repariert.
Der Geschädigte hat sich gleich am nächsten Tag bereit erklärt, die Anzeige zurückzuziehen, aber das ging nicht mehr, es lief schon alles über die Staatsanwaltschaft.
Mein Sohn hat einen Rechtsanwalt eingeschaltet. Da er außer einem kleinen Entgelt für ein FSJ keine eigenen Einkünfte hat, meinte unser Versicherungsvertreter, unser Sohn sei noch auf unsere Rechtsschutzversicherung mitversichert.
Der Rechtsanwalt meinte, dass unter 1100 € sein Führerschein nicht eingezogen wird. Und er solle den Geschädigten höflich bitten, sich schriftlich bei der Staatanwaltschaft für ihn einzusetzen und um eine milde Strafe für ihn zu bitten, was der Geschädigte wahrscheinlich auch machen wird.

Im Moment sind wir aber noch am Warten, was wann weiter geschieht. Wie lange dauert das wohl, bis er von der Staatsanwaltschaft was hört? Wird es da in jedem Fall eine Gerichtsverhandlung geben?
 
onkel-howdy

onkel-howdy

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ähhh das hat mit der höhe des schadens nix zu tun. wenn nur ein rücklicht zu bruch geht kann der führerschein auch schon eingezogen werden. ich glaube die mindestgrenze finanzielle ist erschwindend gering....ich hab da was mit unter 25euro im kopp.

zum thema "1000euro schaden muss man merken"....ich hab mal einen mietwagen in ner tiefgarage saudumm hängen lassen (dorint hotel gera wer das kennt weis bescheid :D). dabei mir ich mit der INNENKANTE das kotflügels an einer schraube einer dachrinne hängen geblieben- so das der schraubenkop am koti INNEN eingehackst ist und nur eine ca 4x2cm grosse verformung des kotis stattgefunden hat.....war ein audi a6 und hat gekostet satte 644euro!
oder nehmt mal den schlüssel und "bleibt" mal am auto des nachbarns hängen....das kost um einiges mehr als 1000euro :D
was ich sagen will das man allein schon bei einer lackausbesserung bei einem autohaus schonmal 500euro weg hat. es kann sehrwohl vorkommen das man einen 1000euro schaden nicht bemerkt.
 
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GottKaiser

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onkel-howdy schrieb:
ähhh das hat mit der höhe des schadens nix zu tun. wenn nur ein rücklicht zu bruch geht kann der führerschein auch schon eingezogen werden. ich glaube die mindestgrenze finanzielle ist erschwindend gering....ich hab da was mit unter 25euro im kopp.

zum thema "1000euro schaden muss man merken"....ich hab mal einen mietwagen in ner tiefgarage saudumm hängen lassen (dorint hotel gera wer das kennt weis bescheid :D). dabei mir ich mit der INNENKANTE das kotflügels an einer schraube einer dachrinne hängen geblieben- so das der schraubenkop am koti INNEN eingehackst ist und nur eine ca 4x2cm grosse verformung des kotis stattgefunden hat.....war ein audi a6 und hat gekostet satte 644euro!
oder nehmt mal den schlüssel und "bleibt" mal am auto des nachbarns hängen....das kost um einiges mehr als 1000euro :D
was ich sagen will das man allein schon bei einer lackausbesserung bei einem autohaus schonmal 500euro weg hat. es kann sehrwohl vorkommen das man einen 1000euro schaden nicht bemerkt.

bin mal mit etwa 1-2 km/h auf ein parkendes fahrzeug aufge"prallt" ... sah wirklich nach nix aus... aber hat 1500 euro gekostet
:rolleyes:
 
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Punthore

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Hallo,

meine Schwester hat beim ausparken auch mal ordentlich ein anderes Auto für mehr als 1000 € geschruppt :D Sie ist sogar noch ausgestiegen und hat in voller Panik bei uns zuhause angerufen weil sie nicht wusste was sie tuen soll. Allerdings hat sie niemanden erreicht. Danach ist sie wissentlich des unfalles einfach weggefahren zu uns um sich Hilfe zu holen. Am Abend stand dann auch die Polizei bei uns. Allerdings ist meine Schwester vorher auch zum Unfallort zurückgekehrt gewesen mit meiner Mutter.

Jedenfalls hätte das auch den Tatbestand einer Fahrerflucht erfüllt.

Ergebnis war dann das unser netter Dorfscherrif einen Nachsichtigen Bericht verfasst hat. Verfahren wurde dann eingestellt, obwohl das ganze in der Probezeit passiert ist.

Also mach dir da mal keinen all zu großen Kopf :))

Gruss,
Thore
 
onkel-howdy

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Punthore schrieb:
Hallo,

meine Schwester hat beim ausparken auch mal ordentlich ein anderes Auto für mehr als 1000 € geschruppt :D Sie ist sogar noch ausgestiegen und hat in voller Panik bei uns zuhause angerufen weil sie nicht wusste was sie tuen soll. Allerdings hat sie niemanden erreicht. Danach ist sie wissentlich des unfalles einfach weggefahren zu uns um sich Hilfe zu holen. Am Abend stand dann auch die Polizei bei uns. Allerdings ist meine Schwester vorher auch zum Unfallort zurückgekehrt gewesen mit meiner Mutter.

Jedenfalls hätte das auch den Tatbestand einer Fahrerflucht erfüllt.

Ergebnis war dann das unser netter Dorfscherrif einen Nachsichtigen Bericht verfasst hat. Verfahren wurde dann eingestellt, obwohl das ganze in der Probezeit passiert ist.

Also mach dir da mal keinen all zu großen Kopf :))

Gruss,
Thore
naja vergleich die "dorfzeiten" nicht mit dem real life :D wenn mich jemals ein richtiger büddel und nicht unser dorf sherrif mit dem mafa angehalten hätte dann dürft ich meinen deckel erst mit 40machen :D
 
L

LionDeLuxembourg

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einer aus unserem bekanntenkreis is mal einer hintendraufgefahren. sah nach nix aus... ab zu mercedes ( ne c klasse) schaden über 1400 euro (neue heckschürze mit lack bla bla ;))
es geht wirklich sehr schnell und ganz ehrlich hoffe ich dass dein sohn nommal mit dem schrecken davonkommt denn sone geschichte kann gaaanz schnell geschehen.
 
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AMG02

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Vielen Dank schon mal allen, die bisher geantwortet haben.

Es gibt anscheinend sein etwa 2-3 Wochen einen neuen Gerichtsbeschluss, dass man bei einem Schaden unter 1250 € den Führerschein behalten darf (den findet man auch im Internet, ich weiß die Adresse aber nicht mehr - einfach mal googeln).
Und unter 21 Jahren fällt mein Soh noch unter´s Jugendstrafgesetz, oder?

Der Mann, dem mein Sohn aufs Auto gefahren ist, will noch einen Brief an den Staatsanwalt schicken und um ein mildes Urteil bitten; hoffentlich tut er´s auch.

Ich habe auch im Internet (wo weiß ich wieder nicht) gefunden, dass er damit nicht als vorbestraft gilt, ich hoffe, dass das stimmt.

Im Moment warten wir immer noch auf weitere Neuigkeiten, aber das wird sicher dauern...

Ich werde Euch informieren, wenn ich Neues weiß.
 
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Dickie

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AMG02 schrieb:
Es gibt anscheinend sein etwa 2-3 Wochen einen neuen Gerichtsbeschluss, dass man bei einem Schaden unter 1250 € den Führerschein behalten darf (den findet man auch im Internet, ich weiß die Adresse aber nicht mehr - einfach mal googeln).

Sowas in der Art gab es schon immer, die Grenze lag früher bei rund 2000 DM, also 1000 Euro und "wandert" langsam entsprechend der Teuerungsrate nach oben.

Ist aber keine feste Grenze, sondern nur ein grober Richtwert, ab wann über die Geschichte der "Verhältnismäßgkeit" (Schaden/Strafe) von einem Fahrerlaubnisentzug abgesehen werden sollte.

Es spielen allerdings noch einige andere Sachen dabei mit rein, wie Verhalten nach der Flucht und ähnliches.


Und unter 21 Jahren fällt mein Soh noch unter´s Jugendstrafgesetz, oder?

Heißt genauer "Jugendstrafrecht":
Personen, die noch nicht die Einsicht eines Erwachsenen haben KÖNNEN, werden nach Juendstrafrecht verurteilt. Wer 21 Jahre oder älter ist, gilt pauschal als Erwachsen, Personen unter 21, aber über 18 Jahre werden "überprüft", das macht die "Jugendgerichtshilfe" und nach deren Einschätzung (Reife, allgemeines Verhalten, ...) ergeht dann an den Richter die Empfehlung nach Jugend- oder Erwachsenen-Strafrecht zu bestrafen.

Die Straftat als solche ist die Gelcihe, beim Jugendstrafrecht geht es aber vorrangig (je nach Missetat) nicht um Strafe, sondern um eine "Erziehungsmaßnahme", somit werden Haftstrafen halbiert und reine Geldstrafen, die im Erwachsenenrecht in "Tagessätzen" kommen (Monatsnetto geteilt durch 30) als Sozialstunden "vergeben".

Die Anzahl der Sozialstunden entspricht ziemlich genau den Tagessätzen aus dem Erwachsenen-Strafrecht.


Ich habe auch im Internet (wo weiß ich wieder nicht) gefunden, dass er damit nicht als vorbestraft gilt, ich hoffe, dass das stimmt.
"Vorbestraft" ist jeder, der wegen einer Straftat eine Strafe bekommt, egal wie klein diese Strafe auch sein mag.

Der Unterschied liegt "nur" darin, wer diese Strafe alles zu Gesicht bekommt.
Jeder Richter / Staatsanwalt "sieht" alle Strafen (nennen sich auch "Voreinträge"), muss ja sichtbar sein, damit man zwischen Ersttäter und Wiederholungstäter unterscheiden und entsprechend "belohnen" kann.
Dann gibt es noch das Führungzeugnis, und dies in zwei Versionen, einmal das "kleine" Führungszeugnis und einmal das "große" Führungszeugnis, das "Große" wird auch öfter als "Behördenführungszeugnis" bezeichnet.

Im "kleinen" Führungszeugnis stehen nur Strafen drin, die 90 Tage Haft oder 90 Tagessätze oder mehr haben. Im Führungszeugnis für Behörden stehen alle Tagessätze drin, also auch "kleinere Geschichten" mit 20 Tagessätzen.

Wird nach Jugendstrafrecht verurteilt, dann gibt es Sozialstunden, da "Sozialstunden" keine "Tagessätze" sind, finden die sich aber in KEINEM Führungszeugnis, selbst wenn es 120 sein sollten. Man bleibt somit selbst gegenüber Behörden mit dem "großen" Führungszeugnis komplett "sauber", wird aber bei der nächsten Missetat vor einem Richter damit schon noch konfrontiert.
 
turbocivic

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@ Dickie
Gibt es denn eine Möglichkeit, dass einige dieser Voreintragungen nach einer gewissen Zeit gelöscht werden oder weiß man selbst ( oder wird man wissen) von einem 80 Jährigen, was er mit 20 gemacht hat, obwohl in den 60Jahren dazwischen keine Vermerke waren ? Z.B. Bei einer Fahrerflucht mit ca 1500e Schaden + Erwachsenenstrafrecht.

Wie ist es denn bei den Beamten? Kann man den Berufszweig mit dem obengenannten Beispiel vergessen?
 
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AMG02

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Ja, das würde mich auch noch interessieren.

Mein Sohn fängt im Herbst eine Ausbildung als Dipl.-Verwaltungswirt an, deshalb wäre das u.U. schon wichtig zu wissen (er hat aber schon bei der Bewerbung ein amtl. Führungszeugnis vorlegen müssen, vielleicht wollen die jetzt kein aktuelles mehr).
 
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griverforce

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Ich arbeite selbst auch bei einer Stadtverwaltung und da ist es richtigerweise Pflicht das Führungszeugnis vorzulegen. Wenn man rechtskräftig verurteilt worden ist wird der Eintrag sicher nicht mehr gelöscht werden. Mein Führungszeugnis musste ich damals nach der Zusage der Stadtverwaltung einreichen, also nicht in der Bewerbungsphase. Ob die nun nochmal eins wollen, meiner Meinung nach eher unwahrscheinlich.
Das Beste wäre aber immer noch wenn dein Sohn ohne einen Eintrag da rauskommt und in dem Sinne nicht verurteilt wird, die Chancen dafür stehen auch gar nicht mal unbedingt schlecht, oftmals wird so ein Verfahren auch mangels öffentlichen Interesses eingestellt und es kommt nicht zu dem unerhofften Eintrag.
 
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