Abgas-Skandal: Stilllegung nicht umgerüsteter Volkswagen-Diesel angekündigt oder schon vollzogen

Diskutiere Abgas-Skandal: Stilllegung nicht umgerüsteter Volkswagen-Diesel angekündigt oder schon vollzogen im VW Allgemein Forum im Bereich Volkswagen; Im Rahmen des sogenannten Dieselgate müssen mehrere Millionen Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern mit einer neuen Software versehen werden. Für...
Im Rahmen des sogenannten Dieselgate müssen mehrere Millionen Fahrzeuge aus dem Volkswagen-Konzern mit einer neuen Software versehen werden. Für die Halter gibt es klare Fristen, innerhalb derer die Umrüstung zu erfolgen hat. Wer diese nicht einhält, dem steht jetzt Ärger ins Haus



Es mag durchaus gute Gründe geben, das geforderte Update der Motorsteuerung zu verweigern. Das können Bedenken in Bezug auf Leistung, Verbrauch und Verschleiß sein. Unklare beziehungsweise fehlende Garantiezusagen können ebenso den Ausschlag geben. Und auch die Wahrung von Rechtsansprüchen kann ein Anlass sein. Doch ob die Verweigerungshaltung auf Dauer eine gute Idee ist, steht auf einem anderen Blatt. Bereits vor ziemlich genau einem Jahr haben wir nämlich darüber berichtet, dass bei fehlender Umrüstung ein Entzug der Fahrzeugzulassung drohen könnte.

Und genau das ist jetzt offenbar der Fall. Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) berichtet, haben Recherchen zusammen mit NDR und WDR ergeben, dass bereits gegen zehn Fahrzeuge Stilllegungsverfügungen erlassen worden sind. Weitere 90 Halter wurden aufgefordert, ihr Fahrzeug innerhalb von vier Wochen für die vorgeschriebene Umrüstung zu sorgen, da ansonsten das gleiche Schicksal droht. Betroffen ist derzeit hauptsächlich der Pick-up Amarok, bei dem das Softwareupdate als erstes freigegeben wurde. Die eigentliche Frist für die Maßnahme beträgt nach Angaben des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) 18 Monate.

Laut SZ sollen aber auch für "bestimmte Varianten des Audi A4 mit 2-Liter-Dieselmotor" bereits Aufforderungen zur Nachbesserung verschickt worden sein. Und demnächst läuft zudem die Frist für erste Golf- und Passat-Modelle ab. Mittelfristig werden aber auch Autos von Seat, Skoda und VW Nutzfahrzeuge betroffen sein, sofern sie die Grenze von eineinhalb Jahren nach Freigabe der jeweiligen Maßnahme erreicht haben. Alleine in Deutschland könnten bis zu 200.000 Fahrzeuge unterwegs sein, bei denen die neue Software trotz entsprechender Benachrichtigung noch nicht erhalten haben.

Auf die jeweiligen Zulassungsstellen, die vom KBA informiert werden, kommt also noch einige Arbeit zu. Unter anderem auch deshalb, weil laut den Recherchen einige davon individuell überprüfen, ob der jeweilige Halter gewichtige Gründe gegen das Update vorbringen kann. Das kann beispielsweise eine laufende Klage gegen den Volkswagen-Konzern sein. Falls der Halter aber nach zweimaliger Aufforderung nicht reagiert, wird die Stilllegung als Zwangsmaßnahme durchgezogen.


Meinung des Autors: Nicht jeder Besitzer eines "Betrugs-Diesels" von Volkswagen hält das vorgeschriebene Softwareupdate für eine gute Idee. Und die Argumente dagegen sind oftmals auch nicht ganz von der Hand zu weisen. Doch die Behörden sehen das inzwischen anders und sagen: Frist ist Frist. Den deshalb drohenden Entzug der Zulassung abzuwenden, ist problematisch.
 
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