Aus gegebenem Anlaß möchte ich auf die Risiken bei dem Geschäftsmodell Fahrzeugüberlassung, Sponsorautos und ähnlichem Blödsinn aufmerksam machen.

Es wird bei solchen Geschäftsmodellen immer damit geworben das man ein Fahrzeug - fast - zum Nulltarif fahren kann.

DAS IST SCHWACHSINN !!!

Man sollte nur die ganz einfachen Grundrechenarten beherrschen um solche Modelle als Windbeutel zu enttarnen.

Hier ein einfaches Beispiel:

Mercedes C 220 CDI zum Listenpreis von € 34212,50.

Verrechenbare Anzahlung: 0,- €

Rate monatlich: € 120,-

Laufzeit: 24 Monate / in der Zeit geleistete Zahlung: € 2930,- ( incl. Bearbeitungsgebühr )

34212,50 € - 2930,- € = 31282,50 Restwert.

In 2 Jahren verliert ein solches Fahrzeug ca 35% - 40 % an Wert, das entspricht 13 685,-€.

Somit wäre der reale Restwert bei ca 20 527,50 €, je nach Laufleistung sogar weniger. Macht einen Verlust von 10755,- € für die Firma die dieses Fahrzeug zur Verfügung stellt. Das so etwas nicht realistisch ist dürfte auch einem Laien auffallen.

Firmen die so etwas anbieten werden nicht lange überleben wie in einigen Topics hier im Forum bereits festgestellt wurde. Man hat nur Ärger und rennt seinem Geld hinterher, meistens bekommt man aber nichts mehr zurück weil die Firmen pleite sind. Auch dafür gibt es genügend Beispiele.

Angebote bei denen man einen Porsche oder Audi R8 für 500,- € oder 600,- € / Monat fahren kann sind immer unseriös, es sei denn man leistet eine Anzahlung von midestens 75% des Listenpreises bei entsprechend langer Laufzeit. Ein Audi R8 kostet bei seriösen Vermietern rund 700,- € / Tag, ein Porsche GT3 ab 299,- € / Stunde bzw 1000,- € / Tag.

Merke: Niemand hat etwas zu verschenken !

Bei besonders verlockenden Angeboten mit wirklich spitzem Bleistift nachrechnen und dann erst handeln, am Besten bei der Verbraucherzentrale ( Deutschland ) oder Konsumentenschutz ( Österreich und Schweiz ) nachfragen. Die haben meistens schon erste Erfahrungen mit diesen Firmen.

Nochmal die Faktoren um die Seriösität solcher Angebote zu überprüfen:

Die monatliche Rate allein ( wenn keine Azahlung geleistet wird ) oder zusammen mit einer Anzahlung - Achtung ! Kaution ist KEINE Anzahlung ! - sollte mindestens den Wertverlust des gewählten Fahrzeuges abdecken. Liegt der Wertverlust weit über der Summe der geleisteten Zahlungen, dann Finger weg ! Das ist dann ein Thema für Nepper Schlepper Bauernfänger !

Da die Wertverluste je nach Fahrzeug variieren, sollte man diese z.B. beim ADAC, AVD ( Österreich ÖAMTC / Schweiz ACS ) oder beim Automobilclub Europa ( ACE ) erfragen.

Angebote, bei denen sich das Fahrzeug durch sogenannte Werbeverträge oder durch Zinserträge aus der Kaution selbst finanziert, kann man ebenfalls getrost vergessen. Niemand wird so viel Geld für Werbung ausgeben wenn Otto Normalverbraucher mit einem Golf oder Astra durch die Welt schaukelt. Seriöse Werbeangebote gibt es zwar, aber das setzt voraus das bereits ein Auto vorhanden ist und dann gibt es auch nur höchstens 50,- € / Monat. Eine so hohe Verzinsung der Kaution das sich das Fahrzeug selbst bezahlt ist aufgrund der Zinsgestaltung der Banken auch ausgeschlossen. Finanzierungsmodelle bei denen mit der Kaution spekulativ die Raten erwirtschaftet werden sollen sind zu riskant und können im Totalverlust der Kaution enden.

Deswegen:

Angebot anschauen --> Angebot nachrechnen und evtl prüfen lassen --> möglicherweise zweites Angebot von einem Vertragshändler zum Vergleich einholen --> nochmal nachrechnen --> ( höchstwarscheinlich ) zum Vertragshändler gehen und das neue Auto bestellen oder das alte Auto weiter fahren.

Begriffsklärung:

Anzahlung: ein prozentualer Betrag des Preises zur Steuerung der Höhe der Finanzierungs- bzw Leasingraten. Der Betrag wird nicht zurückgezahlt. Eine Anzahlung wird auch gerne verwendet um sich ein Fahrzeug zu reservieren und wird bei Kauf mit dem Preis des Fahrzeugs verrechnet.

Kaution: ein Betrag der nach Ablauf des Vertrages verzinst zurückbezahlt wird. Die Kaution hat nie eine Auswirkung auf die Höhe der zu leistenden Raten, auch wenn dies immer wieder so hingestellt wird.

Miete: das Fahrzeug ist am Ende der Vertragslaufzeit zurückzugeben. Kein Eigentumsanspruch auf das Fahrzeug.

Fahrzeugüberlassung: wird gerne als anderes Wort für Miete benutzt, de fakto aber kein eigener Geschäftsereich und auch absolut falsch . Rechtlich ist eine Fahrzeugüberlassung ein Geschäftsfahrzeug / Dienstwagen das / den man privat nutzen kann aber dem Arbeitgeber gehört.

Leasing: das Fahrzeug gehört dem Leasinggeber ( in der Regel eine Bank ). Anzahlung und Raten zusammen decken den Wertverlust des Fahrzeuges. Kein Eigentumsanspruch auf das Fahrzeug. Leasing lohnt sich in der Regel nur für Selbstständige und Firmen.

Fianzierung: das Geld für den Kauf wird geliehen und ratenweise an die Bank zurückbezahlt. Ist der Kredit bezahlt erwirbt man das Eigentum an dem Fahrzeug.