Originalansicht: Audi A8: Vorschau auf die neue Luxus-Limousine ab 2017

Bei den Verkaufszahlen steht der Audi A8 deutlich hinter seinen großen Konkurrenten BMW 7er und Mercedes S-Klasse. Und auch technisch kann er den wesentlich jüngeren Modellen der Mitbewerber nicht mehr das Wasser reichen. Mit der 4. Generation wollen die Ingolstädter aber wieder angreifen, und brennen deswegen ein technologisches Feuerwerk ab


Die aktuelle S-Klasse ist seit 2013 auf dem Markt, die 7er-Reihe wurde gar erst im vergangenen Jahr neu aufgelegt. Da ist es nicht verwunderlich, wenn der aktuelle A8 nicht mithalten kann, denn er wird bereits seit 2009 produziert. Es ist also Zeit für eine Neuauflage, bei der Audi auf ein komplett geändertes Design setzen wird. Das lange Dach geht fließend in den vergleichsweise kurzen Kofferraumdeckel über, was dem gesamten Fahrzeug eine Coupé-artige Linie verschafft, ohne die Kopffreiheit auf den hinteren Plätzen einzuschränken. Die Front wird dabei von einer recht flachen Motorhaube, einem riesigen hexagonalen Kühlergrill, sowie den sehr schmalen Schlitzen der serienmäßigen Laser-Matrix-Scheinwerfer geprägt. Auch am Heck hält eine neue schmalere Leuchtgrafik Einzug, bei der OLED-Technik zum Einsatz kommen könnte.

Unter der Haube gibt es ebenfalls reichlich neue Technik, denn dort wird ein zusätzliches 48-Volt-Bordnetz eingesetzt werden. Dieses ermöglicht den Verzicht auf die herkömmlichen Bauteile Anlasser und Lichtmaschine, verbessert die Start-Stopp-Automatik und kann sogar als Mild-Hybrid zum Anfahren und Rangieren genutzt werden. Zudem ermöglicht die höhere Bordspannung den Einsatz der aus dem Q7 bekannten elektromechanischen aktiven Wankstabilisierung (eAWS), mit der die Seitenneigung des Fahrzeugs in Kurven deutlich reduziert wird, sowie einer leistungsfähigeren Luftfederung. Dank des effizienteren Antriebs sollen außerdem bis zu 0,8 Liter weniger Kraftstoff auf 100 km benötigt werden.


Einen weiteren Liter könnte das neue Effizienzsystem bringen, bei dem beispielsweise Daten aus dem Navigationssystem für eine vorausschauende und energiesparende Fahrweise sorgt. Die Steuerung dürfte über ein nahezu komplett digitales Cockpit erfolgen, wie es Audi im e-tron quattro concept vorgestellt hat (Bild oben). Dabei wird auf noch mehr Knöpfe als beim aktuellen Design verzichtet, zum Ausgleich kommt ein weiterer Touchscreen zum Einsatz. Die berührungsempfindlichen Bildschirme unterscheiden sich aber von bisherigen Modellen, denn sie liefern eine haptische Rückmeldung bei der Eingabe. Somit soll eine weitgehend blinde Bedienung möglich werden.

Etliche Neuerungen wird es auch bei den Assistenzsystemen geben. Hier steht, ähnlich wie auch bei Mercedes, das Teil-autonome Fahren im Fokus. Dank der Kombination diverser Technologen werden sich zumindest kürzere Strecken und auch Fahrten im Stau weitgehend ohne Eingriff des Fahrers zurücklegen lassen. Und das teilweise auch elektrisch, denn den A8 soll es auch als Plug-in-Hybrid geben, bei dem ein größerer Akku und ein zusätzlicher Elektromotor den Verbrauch senken sollen. Weniger Sprit sollen aber auch alle anderen Motoren benötigen, denn diese werden noch einmal deutlich überarbeitet und zumindest teilweise mit elektrisch angetriebenen Turboladern ausgestattet.

Die Premiere des neuen Audi A8 findet Ende 2016 oder Anfang 2017 statt, ab Mitte kommenden Jahres werden die ersten Fahrzeuge ausgeliefert werden.

Meinung des Autors: Audi wird im kommenden A8 alles verbauen, was derzeit möglich ist. Doch ob das reicht, um die Mercedes S-Klasse als selbsternanntes "Bestes Auto der Welt" abzulösen? Technisch bestimmt, doch bei den Verkaufszahlen wird man weiter (deutlich) hinten bleiben. Und auch gegen den BMW 7er wird man wohl kaum ankommen.