Wildunfall: Das zahlt die Versicherung

28.09.2017 12:48 Uhr | geronimo

Der Herbst kommt langsam aber sicher, und damit steigt auch die Gefahr, in einen Unfall durch Wildwechsel verwickelt zu werden. Da ist es gut, wenn die Kosten durch die Versicherung übernommen werden. Das ist jedoch nur unter bestimmten Voraussetzungen der Fall, für die auch der Fahrzeughalter verantwortlich sein kann. Um auf Rechte, Pflichten und Möglichkeiten hinzuweisen, veröffentlichen wir unseren Ratgeber zu diesem Thema noch einmal. Oberste Zielsetzung sollte jedoch die Vermeidung solcher Unfälle sein, ein Link mit Tipps dazu findet sich ebenfalls im nachfolgenden Text.

18.10.2013, 18:23 Uhr:
Unfälle mit Wildtieren lassen sich nicht immer vermeiden, wie über 200.000 Schadensfälle pro Jahr beweisen. In den meisten Fällen bleibt es glücklicherweise bei reinen Blechschäden, die jedoch teilweise richtig teuer werden können. Vielfach werden die entstandenen Kosten von der Versicherung übernommen, doch dabei gibt es Einschränkungen und auch so manche Falle

In unserem letzten Ratgeber haben wir erklärt, wie sich Wildunfälle vermeiden lassen. Leider führen die genannten Möglichkeiten nicht immer zum gewünschten Ergebnis, weshalb es dann doch häufig zu Schäden kommt. Die Regulierung der Kosten übernimmt dabei die Teilkasko-Versicherung. Dabei kann es in den Versicherungsbedingungen aber deutliche Einschränkungen geben, denn nicht jedes Wildtier wird gleichermaßen bewertet. In der Regel werden nur Schäden beglichen, die aus Kollisionen mit sogenanntem Haarwild entstehen. Dazu zählen Rehe, Wildschweine, Füchse oder Hasen. Andere Tierarten wie Vögel sind jedoch in der Regel nicht im Versicherungsumfang enthalten. Und selbst beim Haarwild gibt es Ausnahmen.

Das gilt nämlich dann, wenn indirekte Schäden durch den Versuch entstehen, einen Unfall zu verhindern. Bei Kleintieren wie Hasen und Füchsen erwarten die Versicherungen, dass keine Ausweichmanöver durchgeführt werden, denn durch diese entstehen oftmals höhere Schäden als durch einen Zusammenprall. In der Realität ist das natürlich so eine Sache, denn ein natürlicher Reflex beim Menschen ist sicherlich der der Unfallvermeidung. Genau das wird dann aber von der Teilkasko nicht beglichen. In diesem Fall muss eine nicht immer vorhandene Vollkasko-Versicherung einspringen, die für selbstverschuldete Unfälle gerade steht. Durch die Regulierung steigen dann allerdings die Versicherungsbeiträge, was bei der der Teilkasko nicht der Fall ist.

Um die Leistungen in Anspruch nehmen zu können, ist das richtige Verhalten nach dem Unfall das Wichtigste. Nach einem Zusammenstoß mit einem Tier sollte immer die Polizei gerufen werden. Bis zum Eintreffen kann die Zeit überbrückt werden, indem die Unfallfolgen mit einer Kamera genauestens dokumentiert werden. Nach dem Eintreffen der Polizei kann diese auch eine sogenannte Wildbescheinigung ausstellen, die bei Unfällen mit einem Sachschaden von mehr als 1.000 Euro notwendig ist. Da der Schaden meist aber nicht absehbar ist und höher ausfallen kann, als auf den ersten Blick erkennbar ist, sollte in jedem Fall auf eine solche Bescheinigung bestanden werden. Selbst dann, wenn die Polizei das nicht für nötig hält. Darüber hinaus muss auch der zuständige Förster verständigt werden, und zwar auch dann, wenn das Tier nach der Kollision geflüchtet ist. Auch dabei kann und sollte die Polizei behilflich sein. Getötete Tiere dürfen in keinem Fall mitgenommen werden. Eine erste Beseitigung der Schäden sollte erst dann erfolgen, wenn diese mit Fotos oder – noch besser – durch einen Gutachter dokumentiert wurden.

Eine Besonderheit bieten teilweise die Automobilclubs an. So greift beispielsweise der ADAC mit der sogenannten Tierkollisionsbeihilfe unter die Arme und übernimmt bis zur Höhe von 300 Euro die Kosten, die nicht durch die Versicherung abgedeckt sind. Und dazu zählt auch die fällige Selbstbeteiligung, die zumeist zwischen 150 und 300 Euro liegt. Entsprechende Anträge finden sich auf den Homepages der Clubs.

Meinung des Autors

Im Herbst muss verstärkt mit spontanem Wildwechsel gerechnet werden, der schnell zu Unfällen führen kann. Doch längst nicht alle Kosten werden von der Versicherung beglichen, wofür mitunter auch die Halter verantwortlich sind. Mit den passenden Tipps und Tricks und vor allem einer guten Versicherungswahl sollte es aber klappen.

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