Werkstatt berechnet nicht in Auftrag gegebene Arbeiten - Welche Rechte und Möglichkeiten gibt es?

14.06.2019 14:02 Uhr | Zeiram

Man bringt seinen Wagen in die Autowerkstatt, bespricht Reparaturen und Kosten und wenn man den Wagen holt wird es plötzlich viel teurer weil Reparaturen oder Wartungen gemacht wurden die man eigentlich nicht wollte. In diesem kurzen Ratgeber klären wir was man machen kann wenn eine Autowerkstatt nicht erwünschte Aufträge ausführt und berechnet.

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Wenn wirklich Arbeiten am Fahrzeug gemacht und in Rechnung gestellt wurden obwohl man diese eigentlich nicht wollte muss man sich zuerst sicher sein, dass es wirklich keinerlei Ansprachen gab, denn auch eine mündliche Zusage ist an sich bindend, auch wenn sie schwerer zu beweisen ist. Um ganz sicher zu gehen sollte man einen Auftrag immer schriftlich festhalten damit man jede Form der Abweichung ganz leicht feststellen kann.

Allerdings bedeutet dann eine solche Abweichung nicht, dass man die Reparatur gar nicht bezahlen muss, denn es dann auf die Art und Notwendigkeit der durchgeführten Reparatur an. Teilweise kann man die Zahlung verweigern wenn ohne Absprache unnötig teure Teile verwendet wurden und auf den Ersatz günstigerer Bauteile bestehen. Ob man die teuren Teile nicht zahlen kann oder will ist dabei unwichtig, da sich die Werkstatt nicht „grundlos bereichern“ darf,

Wurden zum Beispiel ohne Genehmigung Scheibenwischer gewechselt oder andere kleine Schäden wie Dellen oder Lackschäden beseitigt und berechnet kann man hier auf den Einbau der alten Teile bestehen oder auch das Bezahlen der ungewollten Schönheitsreparaturen verweigern. Ein Rückbau ist bei Lackierungen zwar nicht möglich, aber es war ja auch nicht notwendig. Sind die alten Teile nicht mehr vorhanden wäre auch ein Einbau selbst gestellter Teile denkbar.

War die Reparatur hingegen wirklich notwendig, zum Beispiel weil gravierende Mängel und / oder Risiken am Fahrzeug beseitigt wurden, muss der Kunde in der Regel dann doch zahlen da die einzige Option vielleicht sonst die Stilllegung des Wagens wäre. Ausnahmen gibt es aber auch hier,  zum Beispiel wenn die Kosten der ausgeführten Arbeiten den Wert des Wagens überstiegen haben, denn vielleicht hätte man ihn optional auch verschrotten oder ersetzen wollen.

Auf die eingangs erwähnte klare Festlegung in Schriftform sollte man aber zur Sicherheit auf keinen Fall verzichten, denn es gibt keine klare Urteilslage. Trotz der Vorgaben im Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) § 241a Unbestellte Leistungen haben Gerichte auch zu Gunsten der Werkstätten entschieden weil es keine klare Beweislage gab.

Bildquelle: Pixabay

Meinung des Autors

Ungewollte Reparaturen muss man nicht immer bezahlen, aber man muss genau festlegen und wissen was erlaubt ist und was nicht.

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